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Klaus-Dietrich Gruhl im Alter von 94 Jahren gestorben

Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen

HAMELN. Er begegnete seinen Mitmenschen stets auf Augenhöhe, war offen, aktiv und empathisch – im Alter von 94 Jahren ist Klaus-Dietrich Gruhl, einer der ersten Kontaktbeamten des Landes und ein Mann mit einem sozialen Herzen, jetzt gestorben.

veröffentlicht am 08.05.2018 um 17:18 Uhr
aktualisiert am 08.05.2018 um 20:30 Uhr

Klaus-Dietrich Gruhl Foto: Archiv
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Autor

Christa Koch Reporterin

1984 feierte Gruhl seinen 60. Geburtstag. Als Polizeibeamter ging man damals mit diesem Alter in Pension. Aber nicht so Gruhl. Er suchte nach wie vor den persönlichen Draht zum Bürger und ging auf alle Menschen – und besonders Randgruppen – zu.

Zu jener Zeit sollte in einem zweijährigen Projekt zwischen dem Sozialministerium in Hannover und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Hameln herausgefunden werden, ob es einem pensionierten Polizisten gelingt, Bürger zur ehrenamtlichen Seniorenbetreuung zu gewinnen. Mit seiner Partnerin Edeltraud Sievers und dem Ehepaar Lippel gelang es ihm, als „Partner für ehrenamtliche Helfer“ einen großen Betreuerkreis unter dem Dach des Paritätischen Sozialzentrums aufzubauen. Die Helfer bekamen Schulungen mit altersrelevanten Themen, einen regelmäßigen Auslagenersatz, und auch die geselligen Treffen kamen nicht zu kurz. Gruhl entwickelte diese Arbeit weiter und nahm Kontakt mit der Wilhelm-Raabe-Realschule auf. Mit den Gemeinschaftskundelehrern begann er den Aufbau einer Schul-AG „Seniorenbetreuung“. Zum Teil meldeten sich in einem Jahrgang mehr als 30 Schüler und Schülerinnen, die sich bereiterklärten, regelmäßig einen alten Menschen im Heim oder zu Hause zu besuchen. Viele dieser Beziehungen waren so innig, dass sie über das Ende der Schulzeit fortgesetzt wurden. Einige Schulabgänger hatten nach diesen Erfahrungen den Wunsch, selbst in die Altenpflege zu gehen.

Ende der 80er Jahre regte Gruhl gemeinsam mit dem Paritätischen die Einrichtung eines Seniorenbeirates für die Stadt Hameln an. Der Rat machte den Weg frei, und kurz danach wurde Gruhl zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Kurz nach dem Fall der Mauer musste Gruhl noch einmal richtig ran. Der Landesverband des Paritätischen fragte an, ob er beim Aufbau eines Paritätischen Landesverbandes Sachsen-Anhalt in Magdeburg helfen könne. Und er sagte ja, wohnte ein halbes Jahr im Norden Magdeburgs und erlebte die ehemaligen DDR-Bürger hautnah beim ungewohnten Umgang mit einem Wohlfahrtsverband, der ganz stark auf Selbsthilfe und Bürgerbeteiligung setzt. Schon im Herbst 1990 wurde der neue Landesverband in der Ernst-Thälmann-Halle feierlich gegründet. Und daneben fand Gruhl immer noch Zeit, sich als Vorsitzender der Polizeigewerkschaft um pensionierte Kollegen zu kümmern. Klaus-Dietrich Gruhl wird den Hamelner Bürgern als engagierter Mensch in Erinnerung bleiben.



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