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Schüler holen Hilfe: Tierretter befreien geschwächten Räuber aus seinem „Gefängnis“

Ein Frechdachs im Swimmingpool

Hameln. Jonas, Maurice, Lukas und Clemens waren gestern Nachmittag auf Fotojagd am Basberg. Die vier Achtklässler des Albert-Einstein-Gymnasiums arbeiten gerade an einer Bildgeschichte für den Kunstunterricht. Auf einem Gartengrundstück machten sie eine Entdeckung: In einem leeren Swimmingpool saß ein Dachs. Er hatte sich zusammengerollt, bewegte sich kaum. Nur ein Bein zuckte. Die 13 und 14 Jahre alten Kinder liefen schnell zu Lukas’ Mutter und fragten sie um Rat. Claudia Cuno versuchte vergeblich, den Dachs mit Hundefutter anzulocken. „Ich glaube, er hat ein gebrochenes Bein“, meinte die Hamelnerin – und bat die Tierretter der Feuerwehr um Hilfe. Michael Wömpener und Fred Ritterbusch holten den Grimbart aus dem Pool, setzten ihn in eine Transportkiste und brachten ihn zunächst zur Feuerwache. Hauptbrandmeister Wömpener setzte sich ans Telefon und suchte nach einer Organisation, die bereit war, das Raubtier zu behandeln. Die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen (Landkreis Schaumburg) sagte zu, sich um den Erdmarder zu kümmern. Nachdem ihn Feuerwehrleute mit Apfelscheiben gefüttert hatten, wurde der „Gerettete“ plötzlich putzmunter. Er war frech wie Oskar, legte sich auf den Rücken und stemmte seine kräftigen Grabpfoten mit aller Macht gegen das Gitter der Box. Die Feuerwehrleute mussten den Kunststoff-Behälter mit Spanngurten sichern. Allerdings half das wenig, denn: Der Räuber mit dem schwarz-weißen Kopf und der rüsselartigen Schnauze randalierte weiter. Die Kiste drohte auseinanderzubrechen. „Bevor unser Kollege Fabian Münzer mit ihm ins Schaumburger Land gefahren ist, haben wir unseren tierischen Patienten vorsichtshalber in einen stabilen Metallkäfig gesetzt“, sagt Wömpener. „Sicher ist sicher, denn so ein Dachs kann ganz schön zubeißen.“

veröffentlicht am 21.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 15:00 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Von einem Mitarbeiter der Wildtierstation erfuhren die Hamelner Feuerwehrleute, dass Dachse bei Stress in eine Art Schock-Starre verfallen können. Möglich, dass der Erdmarder stunden- oder sogar tagelang vergeblich versucht hat, aus seinem „Gefängnis“ zu entkommen und deshalb geschwächt, durstig und hungrig war. Wenn er wieder fit ist, soll der Frechdachs am Basberg ausgesetzt werden. Dachse seien sehr heimatverbunden, erklärt ein Experte.

Tierretter Fred Ritterbusch holt den geschwächten Dachs aus dem Pool. ube



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