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Hamelner Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten packt Themen an, die zum Nachdenken anregen

Ein Forum für Werte, die uns etwas wert sein sollten

Hameln (red). Manchmal lehrt uns erst das Leben auf schmerzhafte Weise, was wichtig ist, indem es uns krank werden lässt oder uns einen lieben Menschen nimmt und so alles infrage stellt. Das Hamelner Forum will mit seinem neuen Programm für das zweite Halbjahr zum Nachdenken anregen – über das, „was uns etwas wert ist“.

veröffentlicht am 08.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:41 Uhr

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Die Vortragsreihe beginnt mit einem sehr berührenden Thema und einer Frau, die sich einmischt, um Menschen mit Demenz zu vertreten: Die Schriftstellerin Helga Rohra sagt: „Ich bin dement, na und?“ und zeigt am 25. September im Lalu, wie unbeholfen wir Menschen mit Demenz manchmal gegenübertreten und welche Potenziale noch in ihnen stecken.

Hameln wird demnächst Musical-Schauplatz der „Päpstin“. Am 1. Oktober geht der Kunsthistoriker und Verleger Dr. Michael Imhof der Frage im Lalu nach, welche Argumente für die Existenz einer Päpstin im frühen Mittelalter sprechen und welche Konsequenzen sich daraus für die Geschichte ergaben.

Weiter geht es mit einer „wichtigen, mutigen und klugen Antwort auf die Sarrazins dieser Welt“. Die Journalistin und Schriftstellerin Lena Gorelik widmet sich am 9. Oktober in der Stadtbücherei Menschen mit Migrationshintergrund: „Sie können aber gut Deutsch.“

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Gemeinsam mit Grundschulkindern unternahm Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer eine Expedition zu den verschiedensten Schauplätzen gesunder Ernährung. Begleitet wurde er dabei von seinem „kleinen Medicus“. Ohne diätetischen Dogmatismus, in witzigen Dialogen und bei fantastischen Reisen durch den Verdauungstrakt kann man am 11. Oktober im Lalu lernen, wie man sinnvoller, vernünftiger und mit großem Genuss essen kann.

Aus den USA ist eine Weltmacht auf Pump geworden. Die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren, eine beängstigende Staatsverschuldung, die dramatisch gestiegene Arbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit und Armut, die Gefahr weiterer Spekulationsblasen und die starke Energieabhängigkeit: Kurz vor den Wahlen zieht Dr. Josef Braml am 15. Oktober im Lalu eine nüchterne Bilanz.

Der durch die Medien bekannte Lebensmittelchemiker und Buchautor Dr. Udo Pollmer liegt oft konträr zu etablierten Vorstellungen von gesunder Ernährung. Am 18. Oktober stellt er im Lalu die provokante Frage: Wer hat das Rind zur Sau gemacht? Ein Vortrag mit unangenehmen Wahrheiten über Lebensmittelskandale, Impfskandale, Pflanzengifte, Gentechnik, Biolandbau und Gammelfleisch.

Vom Gammelfleisch zum profitablen Irrsinn: Denn irrsinnig erscheint es, wenn Computersysteme „aus Versehen“ die Staatsanleihen eines Landes plötzlich als Ramsch bewerten oder die Aktienkurse zum Fallen bringen. Irrsinn auch, wenn eines der kleinsten Länder der Europäischen Union scheinbar ein ganzes Währungssystem zum Einsturz bringen könnte. Dem Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Hermannus Pfeiffer geht es am 30. Oktober im Lalu um die Macht des Finanzkapitals, das die Politik vor sich hertreibt; um Derivate, Zertifikate, Hedgefonds, Kredite und die Jagd nach Extraprofiten.

Ein Vortrag ganz anderer Art ist der von Barbara Dobrick. Sie geht der Frage nach, warum manche Schwerkranke ihre Ängste bewältigen, während andere dauerhaft von ihnen regiert werden. Am 7. November will die Autorin im Lalu die dunklen Seiten des Sterbens erhellen.

Prof. Dr. Karl Lauterbach studierte Medizin und Gesundheitsökonomie. Sein Buch „Der Zweiklassenstaat“ wurde zum Bestseller. Unter dem Motto „Gesund im kranken System“ beschreibt er am 15. November im Lalu den verheerenden Zustand des deutschen Gesundheitswesens. Aber er zeigt auch, wie die Betroffenen sich selbst helfen können.

Eine bewegende, schonungslos ehrliche Geschichte erzählt die Journalistin und Autorin Wäis Kiani am 20. November im Lalu: Sie handelt von einer Jugend in Teheran und der unüberwindbaren Kluft zwischen zwei vollkommen gegensätzlichen Kulturen. „Schon immer hatten mir meine Eltern von diesem Persien erzählt, das angeblich unsere Heimat war. Meine Heimat war der Schulweg mit den ostfriesischen Apfelbäumen, der große Spielplatz und der kleine Coop mit den bunten Eistafeln von Schöller und Langnese“, sagt sie.

Der letzte Vortrag fällt unter die Rubrik: Wir in Europa. Das Verhältnis zwischen Polen und Deutschen müsste eigentlich eng und herzlich sein. Doch beiderseits der ehemaligen „Friedensgrenze“ halten sich hartnäckig Klischees über die Nachbarn. Die Journalistin Brigitte Jäger-Dabek räumt mit den Vorurteilen auf und ebnet am 27. November in der Stadtbücherei dem Zuhörer den Weg zum Verständnis des unbekannten Nachbarn.

Alle Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr. Das detaillierte Programm gibt es als Broschüre.

Hochkarätige Referenten wollen im Hamelner Forum mit ihren Vorträgen zum Nachdenken anregen – über das, „was uns etwas wert ist“. Mit dabei sind Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (großes Foto),

Dr. Udo Pollmer (o.) und Prof. Dr. Karl Lauterbach (u.). Fotos: pr

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