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Mit den ersten Frostmeldungen drängen Autofahrer zum Reifenwechsel in die Werkstätten

„Ein Fitnesstudio braucht danach keiner“

Hameln (karo). Es wird kalt. Das prophezeien zumindest die Wetterfrösche. Kaum gibt es die ersten Frostmeldungen, schon ist der Andrang in den Hamelner Autohäusern groß. Denn mit Beginn der kalten Jahreszeit und damit möglicher Schnee- und Glatteisgefahr setzt er ein, der Run der Autofahrer auf die Werkstätten, um die Karossen winterfest zu machen. Das bedeutet: Auto in die Werkstatt, 30 Minuten warten und den Wagen mit zeitgerechter Bereifung wieder mitnehmen.

veröffentlicht am 19.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 19:21 Uhr

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Doch so ein Wechsel von Sommer- auf Winterreifen geht nicht so einfach über die (Hebe-)Bühne, wie es auf den ersten Blick erscheint, wie ein Blick hinter die Kulissen zeigt. Der Herbst und das Frühjahr gehören zu den besonders anstrengenden Zeiten für die Mitarbeiter von Autowerkstätten und Reifencentern. Sechs bis acht Wochen heißt es Radwechsel im Akkord. „Ein Fitnessstudio braucht danach keiner mehr“, erzählt Thomas Albrecht vom Autohaus Lange. Der Meister im Kundendienst weiß, wovon er spricht, denn zu diesen Zeiten ist die körperliche Anstrengung am Ende eines Arbeitstages noch deutlicher zu spüren als sonst. Obwohl die Kunden nach zuvor vereinbarten Terminen bedient werden, stecken den Mitarbeitern die neun Stunden Arbeit von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr gehörig in den Knochen. „Die wissen dann, was sie getan haben“, weiß auch Rainer Müller, Inhaber des gleichnamigen Autohauses, von seinen Angestellten zu berichten. Zwar seien bislang Überstunden noch nicht erforderlich geworden, aber der erste Schnee ist ja auch noch nicht gefallen. Bei den ersten Flocken herrscht bekanntlich abermals Hochkonjunktur, weil dann all jene Autofahrer in die Werkstätten drängen, die ihre Fahrzeuge nicht frühzeitig umgerüstet haben.

Die inzwischen von vielen Hamelner Autohäusern angebotene und gut angenommene Lagerung der persönlichen Reifen vieler Autofahrer ist mit viel Aufwand verbunden: Zunächst müssen die Winterreifen aus dem Depot geholt und montiert werden, ehe anschließend die Sommerreifen dorthin zurücktransportiert werden müssen. Dieter Müller, Geschäftsführer des Autohauses Mobilé: „Es ist nicht leicht, die Reifen immer wieder rauf und runter zu schleppen.“ Auch Bärbel Lange vom Autohaus Gebrüder Siekmann bekräftigt, dass die Änderung der Witterungsverhältnisse in jedem Herbst und Frühjahr zu merken sei und die Mitarbeiter abends müder in ihr Bett fielen als an gewöhnlichen Arbeitstagen. Dennoch werde in dieser Zeit auf das Einstellen zusätzlicher Arbeitskräfte verzichtet. Auf Überstunden werde ebenfalls verzichtet.

Mehrarbeit steht dafür gerade für die Mitarbeiter von Reifen-Danger auf der Tagesordnung, für die die Wechselsaison schon Anfang September begonnen hat. Derzeit werden laut Firmeninhaber Frank Danger jeden Tag 60 bis 90 Minuten über Soll gearbeitet, damit auch alle Bestellungen für die nächsten Tage erledigt werden können. Im Gegensatz zu den meisten Hamelner Autohäusern wird bei Danger zusätzliches Personal beschäftigt. Dessen Aufgabe sei es, das Ein- und Auslagern der Reifen zu regeln. Dadurch bleibe der eigentliche Reifenwechsel durchorganisiert und zeitgenau. „Im Moment herrschen hier erhöhtes Tempo, erhöhter Arbeitsaufwand und erhöhte Arbeitszeiten. Aber das ist das ganz normale Frühjahrs- und Herbstgeschäft. Diese Hektik ist Routine, da hier nur Fachkräfte beschäftigt sind, ist die Reifensaison für uns kein Problem“, erläutert Danger.

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Yannik Lehnhoff packt an…

Bei der Wahl einer neuen Bereifung gehe der Trend gehe vor allem zu Qualitätsreifen oder zu Zweit- und damit Billigmarken bekannter Hersteller. Auch die Nachfrage nach Ganzjahresreifen sei gestiegen. Vor allem Personen, die wenig fahren oder Winterreifen für einen Zweit- oder Drittwagen benötigen und auch ältere Autofahrer, zeigten Interesse an einer Bereifung, die nicht mehr gewechselt werden müsse.

In aller Regel warten die Autofahrer vor Ort, bis ihre Fahrzeuge mit den saisongerechten Pneus versehen sind. Um ihren Kunden die Wartezeit so kurz und angenehm wie möglich zu gestalten, bieten die meisten Hamelner Autohäuser, Werkstätten und Fachbetriebe Kaffee, Kekse oder belegte Brötchen nebst Zeitschriften an. Zudem soll mit den sogenannten Reifentagen in den nächsten Wochen ein Wechselservice an Samstagen geboten werden.

Berge von Winterreifen stapeln sich derzeit in den Autohäusern.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit und möglicher Schnee- und Glatteisgefahr setzt er ein – der Run der Autofahrer auf die Werkstätten, um die Karossen winterfest zu machen. Für die Monteure bedeutet das Knochenarbeit.

Fotos: Dana



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