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„Tönebön am See“ ist einzigartig in Deutschland: „Das Konzept ist wegweisend“

Ein Dorf für Demenzkranke

Hameln. Das bundesweit erste Dorf für Demenzkranke wurde gestern eröffnet – und es befindet sich in Hameln. „Tönebön am See“ bietet Lebensraum für Menschen mit Demenz. Und das „in lebens- und liebenswerter Umgebung“, wie die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration, Cornelia Rundt (SPD), bei ihrem Besuch feststellt.

veröffentlicht am 14.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

von Karen Klages
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Vier Häuser, alle in unterschiedlichen Farben gestaltet, bieten Platz für 52 Bewohner. In Wohnküchen, individuell gestalteten Einzelzimmern mit angrenzendem Bad, „sollen sich die Menschen wie zu Hause fühlen“, so Regine Latzko, Vorstand der Julius-Tönebön-Stiftung. Ob kochen, Wäsche waschen oder Blumen gießen – all diese Tätigkeiten, die die Demenzkranken von zu Hause kennen, können sie in den vier Häusern ausüben. „Wir wollen dem Alltag so viel Normalität wie möglich geben“, betont Dieter Joschko, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Was und wann sie essen möchten, bestimmen die Bewohner zum Beispiel selbst. Die Kühlschranktür stehe jedem jederzeit offen. „Wer mag, kann sich morgens einen Kaffee kochen oder einen Joghurt nehmen“, erklärt Regine Latzko. „Stationär voll versorgt und trotzdem selbstbestimmt“, fasst Ministerin Rundt das Konzept zusammen. Und das sei, wie Regine Latzko betont, „sehr personalintensiv“. Drei Alltagsbegleiter stehen pro Haus den Bewohnern ständig zur Verfügung; die Pflegekräfte sind im Haupthaus stationiert und 24 Stunden im Einsatz, „aber sie sind nicht ständig dabei“. Die Pflege bleibe dadurch unsichtbarer, wie Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann betont. „Wir können hier sehen, wie Pflege im 21. Jahrhundert funktioniert“, sagt die Verwaltungschefin, die froh ist, so ein „großartiges Projekt in Hameln zu haben. Es ist ein großer Tag für die Stadt.“ Wie groß, das zeigt auch das mediale Interesse: NDR und RTL filmen bei der Eröffnung in Deutschlands erstem Dorf für Demenzkranke.

Ob Café, Garten der Sinne und Einkaufsladen zur Selbstversorgung – „es ist ein schöner Standort für etwas, das paradiesisch daherkommt“, so Lippmann. Für Ministerin Rundt ist das Konzept sogar „wegweisend“. Sie findet es wichtig, „dass die Demenzkranken geschützt werden. Die Menschheit muss aber nicht vor Demenzkranken geschützt werden“. Es sei daher gut, dass „Tönebön am See“ stets offene Türen für Besucher habe.

Die erste Idee zu diesem neuen Betreuungskonzept entstand bereits im Jahr 2006: Damals noch in Herbert Schneiders Kopf. Der ehemalige Stiftungsvorstand besichtigte ein in den Niederlanden bestehendes Dorf für Demenzkranke und war überzeugt. Laut Architekt Gerhard Greszik habe die Planungsphase länger gedauert als die Bauphase: „Das war auch für mich Neuland“, sagt er. Nach gut einem Jahr und dank sechs Millionen Euro Investitionskosten ist jetzt alles fertig – und die ersten beiden Bewohner sind bereits eingezogen. „Die Nachfrage nach Plätzen ist erfreulich hoch. Es ist ein Angebot, auf das viele gewartet haben“, so Joschko.

Stiftungsvorstand Regine Latzko (li.) führt Cornelia Rundt durch die Räume. Die Ministerin ließ sich gestern auch ein weiteres Vorzeigeobjekt in Hameln vorführen: „Familie im Zentrum“ in der Osterstraße.

Ilse-Marie Schnur besucht Ilse Mönckemeyer (re.) im neu eröffneten Dorf für Demenzkranke. Die ältere Dame ist eine der ersten Bewohner im „Tönebön am See“. Wal



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