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Für Ralph Goldschmidt darf das Vergnügen nicht erst nach der Arbeit beginnen / Morgen Vortrag im Maxx-Kino

Ein Cocktail aus Karriere, Liebe und Lebensart

Hameln. Alles eine Frage der richtigen Mixtur: Ralph Goldschmidt gilt als Experte in Sachen Erfolg und Lebensglück. Seine Empfehlung: Schüttel dein Leben! In seinem Buch „Shake your Life“ kredenzt ein Barkeeper nicht nur Cocktails, sondern weist auch den Weg zum richtigen Mix aus Karriere, Liebe und Lebensart. Morgen Abend ist Goldschmidt im Rahmen der Dewezet-Votragsreihe zu Gast im Hamelner Maxx-Kino.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 14:21 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Herr Goldschmidt, wie gefällt Ihnen die Redensart „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“?

Nicht sonderlich gut. Viele Menschen verknüpfen damit die Vorstellung, bis 60 oder 65 zu arbeiten und dann erst als Rentner das Leben zu genießen. Oder auf den einzelnen Tag bezogen: Ranklotzen bis 17 Uhr und dann beginnt das Leben. Schön wäre stattdessen, Arbeit so zu erleben, dass sie auch Vergnügen sein kann. Laut der jährlichen Gallup-Studie sind es aber gerade mal um die 15 Prozent der Berufstätigen, die mit Spaß und Engagement arbeiten.

Sie sprechen in Ihrem Buch „Shake your Life“ vom „richtigen Mix aus Karriere, Liebe und Lebensart“. Was unterscheidet diesen Cocktail vom Schlagwort „Work-Life-Balance“ (Arbeits- und Lebens-Balance)?

Dieser Begriff stammt aus den 80ern, ist aber immer noch weit verbreitet. Er zielt in die gleiche Richtung wie „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Mir gefällt nicht, dass es sich bei um eine Dualität handelt: hier die Arbeit – da das Leben. Als würde die Arbeit nicht zum Leben gehören. Der Begriff Arbeit wird dann noch meistens auf die Erwerbsarbeit reduziert. Arbeit in der Familie, im Haushalt, im Ehrenamt wird nicht berücksichtigt. Das „Leben“ hingegen meint zumeist einseitig die Familie. Aber was ist mit anderen Faktoren wie der Gesundheit, Hobbys, den eigenen Werten? Auch gibt es keine stabile Balance zwischen diesen Bereichen. Alles ist stetig im Fluss. Es ist eine unrealistische Erwartung, in jedem Lebensbereich immer die vollen zehn Punkte zu erreichen.

Wie erreiche ich den „richtigen Lebensmix“?

Das ist nicht so einfach. Ein entscheidender Punkt ist sicherlich, mir klar zu werden, was mir wirklich, wirklich wichtig ist. Wie wichtig ist mir mein Hobby im Vergleich zu meiner Familie oder zu meinem Job, in dem ich Überstunden schiebe? Ein weiterer Punkt ist die Haltung, mit der ich durchs Leben gehe. Im Kern geht es darum, dass ich mir bewusst mache, in jeder Situation meines Lebens Wahlmöglichkeiten zu haben. Und egal, was ich tue, es ist immer ein Preis fällig. Die Frage lautet schlicht: Bin ich bereit, diesen fälligen Preis zu zahlen. Wenn ich den Schwerpunkt mehr auf die Familie verlagere, kann das bedeuten, dass der Preis dafür Gehaltseinbußen sind und ich mir manches nicht mehr leisten kann. Kann beziehungsweise will ich mir und meiner Familie das leisten? Das ist häufig keine leichte Entscheidung, und trotzdem ist es eine Wahl. Drittens ist der Umgang mit der Zeit wichtig. Dass ich mir Zeiten für das reserviere, was eben wirklich wichtig ist: Wenn mir meine Frau wichtig ist, sollten wir beide uns zum Beispiel einen Abend pro Woche reservieren und in den Kalender schreiben – ohne Fernsehen, ohne Kinder, ohne Arbeit, ohne Handy, ohne Laptop.

Was sind die Zutaten für Ihren persönlichen Lebenscocktail?

Ich mache ja auch nicht alles richtig, nur weil ich viel darüber rede. Aber die Rahmenbedingungen stimmen für mich. Ich mache einen Job, den ich liebe, mit Menschen, die mir wichtig sind. Ich habe vier Kinder. Allerdings von zwei Müttern. Auch bei mir ist also hier schon einmal etwas schiefgegangen. Ich nehme mir heute viel mehr Zeit für die Kinder. Ich habe mir zum Beispiel ein Limit von 100 Vorträgen im Jahr gesetzt. Das halte ich ein und bin bereit, dafür auf Geld und manches Statuszeugs zu verzichten.

Ihr Buch „Shake your Life“ ist kein Ratgeber im klassischen Sinne. Stattdessen erzählen Sie Geschichten. Was erwartet die Besucher Ihres Vortrages in Hameln: Flipcharts oder Märchenstunde?

Wir haben auch schon mal eine Bar und Barhocker aufgebaut. Das passt für Veranstaltungen in kleinen Rahmen, trägt aber nicht für Events dieser Größe. Es wird ein leidenschaftlicher Vortrag mit vielen Bildern, kleinen Videos und einer guten Portion Humor. Die eine oder andere Anekdote aus dem Buch wird auch dabei sein. Es wird ein hochprozentiges Vortragsvergnügen!

Und woher wissen Sie so viel über Cocktails?

Als Winzersohn habe ich mit Cocktails eigentlich nichts am Hut, als Volkswirt und Sportwissenschaftler erst recht nicht. Stefan Hinz ist ein Barkeeper, der in den vergangenen Jahren weltweit die wichtigsten Preise abgeräumt hat. Bei ihm bin ich quasi in die Lehre gegangen. Während der Manuskriptphase habe ich viele Abende in seiner Bar in Köln verbracht und viel von ihm gelernt.

Klingt nach harter Recherche …

Na, ich würde mal sagen, dass da Arbeit und Vergnügen eine große Schnittmenge hatten (lacht).

Die Dewezet präsentiert: Ralph Goldschmidt: Shake your Life, Donnerstag, 13. September, 19.30 Uhr, Maxx-Kino Hameln, Eintritt 55 Euro, Karten im Dewezet-Ticketshop und unter www.dewezet.de.



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