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„Junges Vokalensemble Hannover“ begeisterte in der Marktkirche

Ein Chor der Spitzenklasse

HAMELN. Dass in Hameln musikalisch ungewöhnlich viel zu erleben ist, hörte man am Sonntag von Professor Klaus Jürgen Etzold, dem Gründer und Leiter des „Jungen Vokalensembles Hannover“. Dieser renommierte Lehrer und Musiker und seine Chor-Mannschaft trugen selbst zu diesem guten Ruf unserer Stadt bei: im Benefiz-Konzert der Rotarier und des Lions-Clubs in der Marktkirche.

veröffentlicht am 24.09.2018 um 18:53 Uhr

Das „Junge Vokalensemble Hannover“ unter der Leitung von Professor Klaus Jürgen Etzold machte das Benefiz-Konzert der Rotarier und des Lions-Clubs zu einem wahren Glanzlicht. foto: hol
Holländer1

Autor

Ernst-Wilhelm Holländer Reporter
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Diese Veranstaltung zu Gunsten der „Aktion Kinderhilfe“ wurde zu einem wahren Glanzlicht des Chorgesanges und wurde mit Begeisterung aufgenommen.

Das stark besetzte Ensemble bot ein Programm voller Überraschungen, mit dem es in Kürze auch beim Deutschland-Konzert des „Bundesverbandes Musikunterricht“ auftritt. In Hameln begann man mit einem Werk des amerikanischen Komponisten Z. Randall Stroope, das die „Bekehrung des Saulus“ zum Thema hat: beklemmende Musik voll krasser Klänge, vom Chor – wie in allen folgenden Stücken – brillant und intonationssicher, mit breiter Dynamik und traumhaft sicherem Klangsinn wahrhaft professionell dargeboten. Der Leiter, Klaus Jürgen Etzold, dirigiert mit vollem Einsatz der Hände, gestaltend bis in die Fingerspitzen, unerbittlich fordernd, aber auch dämpfend. Man findet nicht oft einen Dirigenten, der solchen körperlichen Einsatz liefert.

Vor einiger Zeit hörten wir hier schon von der Kantorei Rudolf Mauersbergers 1945 entstandene Trauermesse „Wie liegt die Stadt so wüst“ nach Texten aus den Klageliedern des Jeremias, aus denen das „Warum?“ beschwörend heraustönt, auch hier mit großem und edlem Chorklang bewegend dargestellt. Danach war die Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“ von Brahms ein eher romantischer Ruhepunkt.

Im zweiten Teil unter dem Titel „Hoffnung und Frieden“ erklang zunächst das zum Frauenchor erweiterte Engelsterzett „Hebe deine Augen auf“ aus dem „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy, danach aus dem gleichen Werk das Quartett mit Chor „Heilig ist Gott der Herr“ in beglückender Klangpracht. Auch der Ausschnitt aus den Rückert-Liedern „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ von Gustav Mahler, hier bearbeitet für 16-stimmigen Chor, musste faszinieren.

Dazwischen Folkloristisches, bewegt und fröhlich gestaltet, denn dieser Chor singt nicht nur, er „spielt“ auch, und später gelangen in den zahlreichen zeitgenössischen Stücken in wechselnden Besetzungen große Eindrücke. Die Auftritte und Abgänge waren minutiös, fast „choreografisch“ gestaltet. Gelegentlich wurde gar ohne Dirigenten gesungen. Herausragend unter vielen die Ballade „Der Knabe im Moor“ von Harald Banter für Doppelchor, Text von Droste-Hülshoff, mit geradezu gespenstischer Wirkung. Aus dem Chor traten immer wieder stimmlich besonders befähigte Solistinnen und Solisten heraus, bereicherten und vertieften das Klangbild.

Aber nicht nur vokale Erlebnisse gab es. Instrumentale Glanzlichter setzte zunächst Kreiskantor Stefan Vanselow auf der immer wieder bewunderten Beckerath-Goll-Orgel mit dem kundig registrierten Werk Präludium und Fuge C-Dur von Bach. Mit ihm zusammen aber hörten wir später unsere heimische Musik-Größe Cecily Reimann als Meisterin auf dem Alt-Saxophon mit der romantischen „Cantilène pastorale“ des Franzosen Alexandre Gilmant, dann aber, gleichsam in die Beine fahrend, mit der fulminanten Jazzmusik Take five von Paul Desmond.

Dass am Schluss mit 10 000 Euro eine recht beachtliche Spende an die Aktion Kinderhilfe zustande kam, steigerte die Freude an diesem Konzert.



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