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Letzte Cocktailparty der Briten im Bürgergarten mit Konzert der Pioniere

Ein bewegender und schmerzhafter Abschied – es fließen Tränen

Hameln. 23 Grad, ein leichter Wind und Sonnenschein – das Wetter hätte nicht besser sein können, als sich gestern Abend im Bürgergarten die Soldaten des 28. Engineer Regiments mit Cocktailparty und Konzert endgültig von Hameln verabschiedeten. Doch der Himmel hätte auch weinen können – hoch emotional und traurig geriet dieser Abschied, den unzählige Hamelner hinter Absperrgittern verfolgen konnten.

veröffentlicht am 14.06.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Very british die Kleidung – nahezu alle Damen in festlichen Kleidern, die Offiziere allerdings nicht in farbenprächtigen Uniformen, sondern in gedecktem Zivil. Sie nehmen Haltung an, als ihr Kommandant, Colnel Chess Story, in der Konzertmuschel das Wort an die Anwesenden richtet. An diesem Wochenende, sagt der Colonel auf Deutsch und auf Englisch, feiern alle Briten, die jemals in Hameln waren, den Abschied nach 69 Jahren. Die meisten Kasernen seien bereits geräumt, aber: „Ich weiß, dass es hier schon Pläne gibt, wie man sie nutzen kann.“ Nächste Woche ziehen die Pioniere endgültig um in ihre neuen Standorte, die meisten nach Großbritannien, einige wenige innerhalb Deutschlands.

Als der Kommandant von einem „traurigen Abschied“ spricht, für den dieses Wochenende der passende Rahmen sei, brandet unter den deutschen Zaungästen Applaus auf. Viele bekunden jetzt noch einmal ihre Verbundenheit mit den britischen Pionieren. Story spricht im Gegenzug seinen „tiefen Dank und Anerkennung aus für die Gastfreundschaft“, die die Soldaten der britischen Rheinarmee in Hameln genossen hätten.

Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann ist gut vorbereitet. Sie wendet sich mit einer englischen Rede an die Offiziere und Soldaten (perfekt übersetzt übrigens von Franzisca Tinnefeld, der neuen pädagogischen Mitarbeiterin des Museums). Lippmann spricht von Abschiedsschmerz, aber auch von Dankbarkeit für das Miteinander in den vergangenen Jahrzehnten, als aus Besatzern Freunde geworden seien. Britische Soldaten, so das Stadtoberhaupt, hätten Brücken gebaut, im echten wie auch im übertragenen Sinn. Sie seien stets zur Stelle gewesen, wenn es um Hilfeleistungen ging, etwa beim Felgenfest, aber sie hätten die Bürger auch während des Kalten Krieges beschützt, in Europa und anderen Schauplätzen der Erde, um dem Frieden zu dienen. Dass heute an der Linsingenkaserne zum letzen Mal die britische Fahne eingeholt werde und die königlichen Pioniere endgültig gehen, könne man sich nur schwer vorstellen. Aber dass der ehemalige Generalmajor Mungo Melvin Hameln als „den schönsten Standort der Royal Engineers“ bezeichnet habe, mache sie sehr stolz. „Heute ist aber auch der Tag, darauf hinzuweisen, dass unsere Beziehungen zu Großbritannien weiter bestehen werden“, versichert die OB, die dankbar ist, dass auch Bürgermeister Gordon Oliver und Nicole Amil als Vertreter der Partnerstadt Torbay zu diesem Abschied eigens nach Hameln gekommen sind.

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Als dann die deutsche und die englische Nationalhymne gespielt werden, fließen bei nicht wenigen Gäste – sowohl vor als auch hinter den Gittern – ein paar Tränen, selbst bei altgedienten Veteranen. Doch der Band of the Corps of the Royal Engineers aus Kent gelingt es schließlich, mit schmissigen und perfekt gespielten Weisen den Abschiedsschmerz zu lindern und die Gäste dieses Abends zu unterhalten.



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