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Wer im Bellevue-Center ganz oben lebt, hat wunderbaren Weitblick – und Besuch von Wasservögeln

Ein Betonklotz, den selbst die Enten lieben

Als am 12. März 1983 um 5 Uhr morgens bei der Hamelner Feuerwehr der Notruf eingeht „Im Dorint-Hotel brennen Polstermöbel“, ahnt niemand, dass dies kein Routine-Einsatz wird. In 76 Sekunden erreicht die Wehr den Brandort. Doch die Bekämpfung des Feuers und die Rettung der verzweifelten Hotelgäste aus den verqualmten Zimmern entpuppt sich als äußerst schwierig: Der terrassenförmige Bau lässt keine Sprungtücher zu. Wie durch ein Wunder gibt es nur zwei Schwerverletzte und sieben Rauchgasvergiftete. Der Einsatz wird die größte Menschenrettung in der Nachkriegsgeschichte der Hamelner Feuerwehr. Bis heute ist die Brandursache unbekannt. Schaden: 3,5 Millionen Mark. Nicht nur die Hotelgäste, auch die Bewohner des angrenzenden Bellevue-Centers haben diese dunkle Stunde nicht vergessen. „Wir hatten damals Besuch von einem Architekten, der seine Schwiegermutter im Hotel unterbrachte“, erinnert sich Karin Brockmann, die mit ihrem Mann in einer Penthouse-Wohnung im 10. Stock des Bellevue-Centers lebt. Später habe sie sich das ausgebrannte Hotel angeschaut: „Es war gruselig, alles war verkohlt und verschmort.“ Direkt betroffen von dem Großeinsatz am Hotel aber waren die Bellevue-Bewohner nicht, auch wenn beide Gebäude einen zusammenhängenden Komplex bilden.

veröffentlicht am 15.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 16:21 Uhr

Das Bellevue am 164er Ring: Bewohner dieses Wohn- und Gewerbekomplexes haben von den höheren Stockwerken aus einen traumhaften W

Autor:

Karin Rohr
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Als die Brockmanns 1976 einzogen, waren sie quasi die Ersten. Und das Bellevue „fast noch ein Rohbau“, sagt Karin Brockmann. Die Wohneinheiten ließen sich damals nur schwer an den Mann bringen: „Viele Hamelner empfanden die Anlage als zu unpersönlich“, bestätigt Makler Wolfgang Maeker. „Die Anonymität hat uns nie geschreckt“, sagt Karin Brockmann. Zwar habe sie sich als bodenständige Schwäbin auch erst daran gewöhnen müssen, über den Dächern von Hameln zu wohnen: „Aber mein Mann wollte unbedingt ein Penthouse.“ Und bereut hat sie es nie. „Der Blick, die Natur – das alles ist so idyllisch, fast dörflich“, schwärmt sie. Und die zentrale Lage sei ein riesiges Plus: Markt, Theater, der Bürgergarten, die Altstadt – alles ist bequem erreichbar. Und ein Schwimmbad gibt es auch: Das wurde für Bewohner des Bellevue gebaut, steht vertraglich aber auch den Gästen des angrenzenden Hotels zur Verfügung, das heute zur Mercure-Kette gehört.

160 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie 90 betreute Seniorenwohnungen sind auf dem Filetgrundstück entstanden, wo einst die Tennis-Cracks des DTH ihre Matche austrugen. Das nebenan gelegene Stadion ist heute Bürgergarten, die gegenüberliegende Scharnhorst-Kaserne wurde zum Wohnviertel. Längst gelten die Bellevue-Wohnungen trotz hoher Fluktuation nicht mehr als schwer vermittelbar: „Bei fünf Verkäufen und zehn Bewohnerwechseln durchschnittlich pro Jahr haben wir keine langfristigen Leerstände“, sagt Makler Maeker.

Eine Fluktuation ganz anderer Art erlebt Karin Brockmann jedes Jahr: Bei ihr nisten regelmäßig Enten, die ihre Jungen auf der großen bepflanzten Terrasse im 10. Stock zur Welt bringen. „Erst war es nur eine Ente, in diesem Jahr waren es gleich drei Mütter“, erzählt sie. Sobald die Küken geschlüpft sind, bringt sie die Kleinen eigenhändig zur Hamel hinunter. Kein Wunder, dass sie von „Dorf-Idylle mitten in der Stadt“ spricht.

2 Bilder

Richtung Norden sieht man vom Bellevue-Center die Linsingen-Kaserne, am Waldrand ein kleines Stück von Gepplers Wiese und in der Ferne den Schweineberg.

Das Gelände der Scharnhorst-Kaserne ist heute ein beliebtes Wohngebiet. Auf dem ehemaligen Exerzierplatz der britischen Pioniere sind viele neue Häuser entstanden.



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