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„Hallo Luther“ mit Sketch im Münster

Ein Bad zu Ostern – das reicht bis zur Adventszeit

Hameln (gro). Einmal ganz anders, nämlich mit viel Theater, feierten die Gläubigen am Montagabend den Reformationsgottesdienst in der Münsterkirche – und das kam an. Rockig und poppig die Lieder, die die Band der evangelischen Jugend spielte; witzig und unterhaltsam das vielbeworbene „Badezubergespräch“. Im Mittelpunkt des Gespräches und des Gottesdienstes stand die Taufe und deren Bedeutung – auch heute ist sie für viele unverzichtbar –, aber der Sketch, der die Besucher immer wieder zum Lachen brachte, zeigte vor allem: Auch Martin Luther war nur ein Mensch, und die Frau hatte schon damals das Sagen im Hause. Vorhang auf:

veröffentlicht am 02.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 17:41 Uhr

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Er rieche wie eine ganze Fuhre Mist, stellt Katharina von Bora (Bianca Reineke) fest. Luther (Daniel Küchenmeister) kontert: „Nun ja, Männer riechen eben etwas strenger.“ Von Gestank habe Gott aber nichts gesagt, so seine Frau und „ein schönes heißes Bad wird dir und meiner Nase guttun“. Noch immer windet er sich wie ein Aal und setzt der Verweigerung, in den Zuber zu steigen, die Krone auf: „Kurz vor Ostern habe ich doch erst gebadet und das reicht ja wohl bis zur Adventszeit.“ Das laute Gelächter des Publikums hallt im alten Gemäuer wider. Katharina wird es zu bunt. Sie droht mit etwas, das wohl viele Männer damals wie heute zu Kreuze kriechen lässt: „Dann gibt es eben heute Abend kein Bier!“

Das Eis ist gebrochen. Die Magd (Ursula Herschel) gießt das Badewasser ein, und im weißen Hemd steigt Luther in den Zuber. Es klopft an der Tür, und der Freund Philipp Melanchthon (Superintendent Philipp Meyer) erscheint. Auch er habe ein Bad nötig, befindet Katharina, und er solle doch mit in den Zuber steigen. Da hole er sich nur einen Katarrh, so Melanchthon. Doch er gibt nach und willigt zum Fußbad ein. Angesichts Katharinas Überzeugungskraft kann Melanchthon nicht anders, als darüber froh zu sein, dass er in seinem Leben wohl mit Recht den Weibern widerstanden habe …

Um Gott und die von ihm geschenkte Taufe dreht sich das Gespräch der badenden Glaubensmänner in einer ungewöhnlichen Szene in der Kirche. Noch im Zuber sitzend, genießen sie das stärkende geistige Getränk, das Bier, und die Anerkennung von Katharina von Bora: „Ihr duftet nun wie ein paar Rosen.“ Was will Mann mehr?



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