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Gaby Willamowius für acht Jahre zur Stadträtin gewählt / Griese spricht von „Mogelpackung“

„Ein ausgesprochener Glücksfall für Hameln“

Hameln (HW). Gaby Willamowius saß in den Zuschauerreihen und musste mit anhören, wie sich der Hamelner Rat recht heftig um ihre Wahl zur dritten Dezernentin stritt. Erst nach einer halbstündigen Debatte um das Für und Wider der Besetzung einer seit fünf Jahren vakanten Position wurde die gebürtige Hannoveranerin mit den Stimmen der aus SPD, FDP und Grünen bestehenden Mehrheitsgruppe für acht Jahre gewählt. Christdemokraten und Bürgerliste sprachen sich gegen die 43 Jahre alte Ministerialrätin in der niedersächsischen Staatskanzlei aus, die fortan in Hameln als Stadträtin die Fachbereiche Bildung, Jugend und Kultur sowie Recht und Sicherheit verantworten soll.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 11:41 Uhr

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CDU-Fraktionschef Claudio Griese ließ keinen Zweifel an der fachlichen Leistung der Bewerberin, hätte aber angesichts der defizitären Haushaltslage Hamelns lieber die Fachbereichsleiterebene im Rathaus verstärkt gewusst, um Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann und den Ersten Stadtrat Eckhard Koss als Dezernenten zu entlasten. „78 000 Euro zusätzliche Personalkosten pro Jahr zuzüglich Vorzimmerpersonal – das passt nicht zum Spargedanken und ist nicht miteinander vereinbar“, begründete Griese das Nein der Christdemokraten. „Gerade weil wir sparen müssen, brauchen wir eine Dezernentin, die kreativ tätig ist“, erwiderte FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Wilhelm Güsgen. Die Bürgerliste hätte das Geld lieber in die Berufsakademie Weserbergland investiert gewusst.

Griese wollte der Mehrheitsgruppe zudem nicht glauben, dass es sich bei der Besetzung der dritten Dezernentenstelle um eine Übergangslösung bis zur in etwa zwei Jahren anstehenden Koss-Pensionierung handele. Der CDU-Politiker sprach von einer „Mogelpackung“, da für eine Stadt wie Hameln die Wiederbesetzung des Baudezernats unverzichtbar sei.

Die Gruppe zeigte für das Nein von CDU und Bürgerliste kein Verständnis, zumal Gaby Willamowius bei ihrer Vorstellung in allen Fraktionen einen guten Eindruck hinterlassen habe, wie Christa Bruns betonte. „Dann wählen wir sie eben mit der qualifizierten Mehrheit des Rates“, sagte die SPD-Politikerin und bezeichnete die neue Dezernentin als „ausgesprochenen Glücksfall für Hameln“, deren langjährige Tätigkeit im Kulturbereich für die Stadt überaus nützlich sein könne.

„Ich freue mich sehr“, sagte Gaby Willamowius nach ihrer Wahl und bot auch „denjenigen, die mich nicht gewählt haben“ eine gute Zusammenarbeit an. Bereits am 15. Mai will die begeisterte Langstreckenläuferin ihren Dienst im Hamelner Rathaus antreten.

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