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Nach Bränden und Vandalismus: Anwohner besorgt über Zustand der „Hastenbeck Primary School“

Ehemalige Schule verkommt zur Müllkippe

Hastenbeck. Im Sommer 2014 ziehen die letzten britischen Soldaten aus Hameln ab. Über die Nachnutzung der knapp 26 Hektar großen Liegenschaften, die die Streitkräfte hinterlassen werden, wird in der Stadt seit Monaten leidenschaftlich diskutiert. Tonangebend ist dabei vor allem die Angst vor drohenden Leerständen – möglicherweise, weil man im Rathaus mit einem Auge nach Südosten schielt, nach Hastenbeck, wo inmitten des Wohngebietes Hastenbeck-Süd ein Paradebeispiel für fehlgeschlagene Umnutzung prangt: Das Gelände der ehemaligen britischen Grundschule verkommt mehr und mehr zu einer wilden Müllkippe.

veröffentlicht am 24.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:43 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Vor der ersten großen Abzugswelle der Briten im März 2001 hatte es eigentlich große Pläne gegeben für das Areal zwischen Steinebreite und Schmiedebrink. Die ehemalige Schule sowie der benachbarte Kindergarten könnten von der Dorfgemeinschaft genutzt werden, hieß es damals, ein Jugendtreff war im Gespräch, ein Laden, eine Außenstelle der Hastenbecker Grundschule. Doch die Stadt wollte das Gelände nicht kaufen, an gewerblichen oder privaten Interessenten mangelte es – die Schule blieb leer. Und fiel, wie es leerstehende Gebäude meistens tun, Zerfall und Vandalismus zum Opfer.

Eine Lösung zeichnete sich im Jahr 2008 ab, als die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, in deren Besitz sich die von den Briten verwalteten Grundstücke und Gebäude befinden, endlich einen Käufer für die ehemalige „Hastenbeck Primary School“ fand: eine Hamelner Hausverwaltung. „Der Investor plante die Nachnutzung der alten Gebäude und den Bau neuer Wohnhäuser, es gab sogar die Option, das Wohngebiet nach Norden zu erweitern“, erinnert sich Ortsbürgermeister Walter Kinast (CDU). „Doch die Pläne sind nie verwirklicht worden. Dabei befanden sich die Gebäude bei der Übernahme in einem durchaus verwertbaren Zustand.“

Doch dann, im Juni 2010, brannte es zum ersten Mal in der ehemaligen Schule, im vergangenen Februar wurde ein weiteres Feuer gelegt, das einen Gebäudetrakt komplett zerstörte. „Seitdem hat sich die Situation verschlimmert“, sagt Kinast, denn seitdem türmt sich auf dem Schulhof nicht nur Bauschutt, sondern Abfälle jeder Art, die dort offenbar illegal entsorgt werden: Gelbe und blaue Säcke liegen hier zwischen Glasscherben, ein rotes Sofa hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Anwohner befürchten bereits, dass sich Ungeziefer ansiedeln könnte. Die Untere Abfallbehörde des Landkreises hat den Zustand des Areals im Auge.

2 Bilder
Von der Schule ist nur noch eine Ruine übrig, die wenigen noch intakten Türen sind zerstört, auf dem Schulhof wird illegal Abfall und Sperrmüll entsorgt: Nach mehreren Bränden ist das Grundstück um die ehemalige „Hastenbeck Primary School“ in einem desolaten Zustand. ww(3)

„Die Metallteile der Brandruine habe ich entsorgt, auf eigene Kosten, denn die Verhandlungen mit der Versicherung laufen noch“, sagt Sürmeli Sevim, der Eigentümer. Ihm sei klar, dass die wilde Müllkippe mitten im Wohngebiet nicht tragbar ist, „ich werde das in Kürze wegnehmen“, sagt er, aber dass Fremde sein Grundstück zur Abfallentsorgung nutzten, das sei ein großes Problem. Sevim erwägt sogar eine Anzeige: „Ich habe schon öfters beobachtet, dass Müll abgeladen wurde.“

Die Pläne für ein Wohngebiet sind nach Angaben des Eigentümers übrigens nicht vom Tisch. Im Gegenteil: „Die Planungen mit dem Bauamt haben sich hingezogen, sind nun aber abgeschlossen“, sagt Sevim. Acht Grundstücke sollen hier entstehen, später acht weitere, jetzt müsse er noch einen Erschließungsvertrag mit der Stadt schließen, da diese die öffentlichen Wege später übernehmen soll.

„Ich habe meine Zweifel, dass das Ganze eine gute Wendung nimmt“, zeigt sich Bürgermeister Kinast skeptisch. Heute um 19.30 Uhr wird die ehemalige britische Schule erneut Thema im Ortsrat sein.



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