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21 Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare im ersten Jahr

„Ehe für alle“ in Hameln längst angekommen

HAMELN. Die Ehe für alle feiert ihren ersten Geburtstag: Seit Oktober 2017 können schwule und lesbische Paare in Deutschland heiraten – und das taten sie auch in Hameln. 21 gleichgeschlechtliche Trauungen zählte die Stadtverwaltung in den vergangenen zwölf Monaten.

veröffentlicht am 26.09.2018 um 18:28 Uhr

Hochzeitstorte bei der Trauung zweier Männer. Foto: dpa

Spitzenreiter bei gleichgeschlechtlichen Ehen in Niedersachsen und Bremen zusammen ist übrigens Hannover, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab. In der Landeshauptstadt gaben sich 366 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort. Auf Platz zwei und drei folgen Bremen mit 291 Ehen und Braunschweig mit 177.

In fast allen der elf von dpa befragten Städte heirateten mehr weibliche als männliche Paare, heißt es. Hameln zählt hier zu den Ausnahmen: In der Weserstadt heirateten zwölf männliche und neun weibliche Paare.

Und auch in anderer Hinsicht steht Hameln vermutlich gegen den Trend – auch wenn die genauen Vergleichszahlen fehlen. Homosexuelle Paare schlossen öfter in Groß- als in Kleinstädten den Bund fürs Leben. In Orten wie Buxtehude, Uelzen oder Cloppenburg waren nur zwei bis fünf Prozent aller Hochzeitspaare rein weiblich oder männlich. Anders in Bremen, Braunschweig oder Hannover: Hier waren es in 11 bis 16 Prozent der Fälle zwei Männer oder zwei Frauen. Eine Ausnahme ist Celle. Mit 9,4 Prozent gleichgeschlechtlichen Hochzeiten liegt die 69 000 Einwohner zählende Stadt fast auf dem Niveau der größten niedersächsischen Städte und noch vor dem größeren Göttingen (9,1 Prozent).

Im Hamelner Rathaus lag am Mittwoch die Zahl aller Trauungen seit dem Oktober 2017 nicht vor. Über den kleinstädtischen Anteil von „zwei bis fünf Prozent“ könnte Hameln mit den 21 Trauungen jedoch durchaus liegen. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr wurden in Hameln 257 Ehen geschlossen.

Wie in anderen Städten auch waren die meisten gleichgeschlechtlichen Hamelner Ehepaare zuvor bereits „verpartnert“: 13 der 21 hatten bereits eine eingetragene Lebenspartnerschaft.

„Die Ehe für alle war ein wichtiger Schritt für ein gerechteres und offeneres Deutschland. Sie ist auch eine Aussage über unsere Gesellschaft und wie wir zusammen leben wollen“, sagte Markus Ulrich, Sprecher des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD).

Lücken sieht der LSVD bei den im Gesetz vorgesehenen Formen von Familie. So wachsen Kinder von weiblichen Ehepaaren rechtlich mit nur einem Elternteil, nämlich der leiblichen Mutter, auf. Die Co-Mutter müsse das Kind erst adoptieren, kritisierte Ulrich. Die Adoption dauere bis zu einem Jahr. „Dafür gibt es nach wie vor keine Lösung. Die Anerkennung von Familienkonstellationen ist in anderen Ländern schon weiter.“

dpa/fh



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