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Als Statistin im Krimi „Der unheimliche Mönch“ / Klassiker wird heute Abend in der Hamelner Tourist-Info gezeigt

Edgar Wallace rief – und Anne Kruse radelte sofort los

Hameln/Hastenbeck. Es geschahen mysteriöse Morde am laufenden Band, Mädchen verschwanden aus dem Internat, und Scotland Yard machte Jagd auf eine gespenstische Mönchsgestalt – unheimlich gruselig, was da hinter altem Gemäuer alles passiert ist vor 44 Jahren. Anne Kruse (geborene Fändrich) aber fand das alles einfach nur unheimlich aufregend. Denn Edgar Wallace hatte sozusagen unverhofft Action in die Herbstferien gebracht. Die Hamelnerin war dabei, als „Der unheimliche Mönch“ sein Unwesen trieb. Sie spielte als Statistin mit bei dem Krimi, der im Oktober 1965 unter anderem auf Schloss Hastenbeck gedreht wurde.

veröffentlicht am 13.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Alda Maria Grüter
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Mittendrin zu sein bei Dreharbeiten, dazu mit bekannten Schauspielern – Karin Dor und Harald Leipniz bekam sie immerhin von weitem zu sehen –, das war für eine Siebzehnjährige zweifellos interessanter als beispielsweise der Job als Verkehrszähler. „In einer Anzeige in der Dewezet wurden Statisten gesucht“, erinnert sich die 60-Jährige. Doch auf diesem Weg wurde die passende weibliche Besetzung nicht gefunden. „Hübsch, brav und bieder“ sollten die Internats-Komparsinnen aussehen. Was lag da näher, als das Viktoria-Luise-Gymnasium anzurufen? Dass dort in den Herbstferien keine anzutreffen sein würde, machte nichts. „Der Hausmeister, Herr Spieß, nahm die Anfrage entgegen, organisierte eine Telefonkette.“ Und so kam die Nachricht schließlich bei Anne Kruse an. Ja, sie wollte mitmachen. Und außerdem lockte eine Gage: 20 Mark für zwei Tage Dreharbeiten. Die Gymnasiastin schlüpfte in ein rot-weiß-kariertes Kostüm, zog knallrote Pumps an und radelte nach Hastenbeck. Das Casting ging schnell über die Bühne: „Wir mussten ein Lied singen.“ Und wenn der Schwarz-Weiß-Streifen heute im Rahmen der Fotoausstellung von Wilfried Hildebrandt als Auftaktveranstaltung zum „Schlösserfestival 2009“ um 20 Uhr im Hamelner Info-Center gezeigt wird – in welcher Szene ist die Hamelnerin denn nun zu sehen? „Vor dem Schloss, wenn der Butler Koffer ins Haus trägt“, sagt Anne Kruse, wehrt aber gleich ab: Aufsehen erregend sei ihr Auftritt ganz und gar nicht, und wenn man’s nicht wisse, erkenne man sie nicht einmal.

Eine sekundenkurze Gastrolle spielt auch ihre ehemalige Klassenkameradin Angelica Hürter (geborene Hansens) in dem Krimi des Regisseurs Harald Reinl, der im Dezember 1965 uraufgeführt wurde: „Lächeln, winken und in den Mengen-Szenen tanzen – auf unsere Darbietungen können wir uns wirklich nichts einbilden“, sagt die Hamelnerin, die im westfälischen Ahlen lebt. Auch wenn 44 Jahre verstrichen sind, einige Eindrücke vom „großen Kino“ sind ihr in lebendiger Erinnerung geblieben: „Schrecklich, das Faltenröckchen, das ich tragen musste!“ Während die einen Schauspieler vor allem bei Großaufnahmen das Mimikspiel beherrscht hätten, sei sie enttäuscht gewesen von den schwachen Leistungen der „dummen Hühnchen“, die wie „Tuschkästen“ aussahen und Schauspielern, die keine zwei Sätze auf die Reihe bekamen, ohne sich zu verhaspeln. Glamour sei am Set nicht zu spüren gewesen. Was bei ihr auch keinen Anklang fand: dass ein famoser Schauspieler ihr auf den Po klatschte…

Zur Berufs-Schauspielerei hat der „unheimliche Mönch“ die Vikilu-Schülerinnen nicht gelockt. Angelica Hürter entschied sich für Rechtswissenschaften und Physiotherapie. Und Anne Kruse ist Lehrerin an der Papenschule: „Geschauspielert wird nur noch vor den Schülern – mit den Puppen Fu und Fara.“

Filmstart: 20 Uhr, Tourist-Info, der Eintritt ist frei. Die Kinofans sollten sich mit Sitzkissen und Proviant selbst versorgen.

Anne Kruse (60) war 17 Jahre alt, als sie 1965 die Internatsschülerin beim Schloss Hastenbeck gab.

Foto: Wal



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