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Neuigkeiten auf der Sanitär-Messe unterliegen dem schönen Wetter

Dusch-Rollsitz und Nano-Klo

Hameln (hx). Sonne oder Sanitär? Diesen Wettkampf gewann am Wochenende die Sonne. Leidtragende waren die 70 Aussteller in der Rattenfänger-Halle, die zur zweiten Messe „Sanitär-Heizung-Klima“ eingeladen hatten. Die wenigen Besucher, die sich für Sanitär entschieden hatten, bekamen, was sie suchten: jede Menge Informationen über Energiesparen, Finanzierung und Barrierefreiheit.

veröffentlicht am 25.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:21 Uhr

Fachmann für Barrierefreiheit Klaus Ziegenbein demonstriert, wie
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„Natürlich erwarten wir uns auch den einen oder anderen Auftrag“, hatte Innungsobermeister Karl-Heinz Peters Hoffnung auf stärkeren Zulauf geäußert. Zuspruch bekam er von Hamelns Bürgermeister Herbert Rohde: Die Betriebe dürften jetzt nicht in eine Lethargie verfallen, sondern müssten durch gute Aufklärung über Modernisierungstechnik und angepasste Finanzierung dazu beitragen, den aufgelaufenen Investitionsstau aufzulösen. Und Modernes gibt es in der Tat. Neben den Klassikern Pelletheizung, Solarthermie oder Techniken zur Mauerentfeuchtung wurden echte Innovationen gezeigt: zum Beispiel ein zirkulär gespültes WC mit Nano-Beschichtung, bei dem die Bürste kaum zum Einsatz kommen muss. Oder ein „Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungs-Brennwertkessel“, der über einen Sterling-Motor Strom für den Eigenbedarf erzeugt und überschüssige Energie ins Stromnetz abgibt. Würde sich diese Technik durchsetzen, könnten die Energieversorger in Spitzenzeiten vom Zukauf sehr teuren Stroms aus anderen Quellen entlastet werden.

Weniger technisch, dafür umso näher an den Bedürfnissen älterer und gehandicapter Menschen: das Thema Barrierefreiheit, das die Betriebe nur langsam ernster nehmen. In Niedersachsen haben sich inzwischen etwa 150 Sanitärbetriebe zum barrierefreien Umbauen und Sanieren schulen lassen. „Leider noch viel zu wenig“, findet der Fachmann für dieses Thema, Klaus Ziegenbein. Er bringt den Handwerkern bei, wie den Betroffenen das Leben erleichtert werden kann. Wie ist es, wenn ich kaum noch sehen kann? Oder wenn ich die Beine nicht mehr heben kann? Da wird schon das Übersteigen einer fünf Zentimeter hohen Duschwanne zum Problem. Um das zu verinnerlichen, werden die Kursteilnehmer mit speziellen Anzügen oder Brillen in die Lage der Nutzer versetzt. Die Badewanne mit Tür sei „out“ erklärt Ziegenbein weiter. Allein in der Zeit des Wasserablassens um die Tür öffnen zu können, würde der Benutzer auskühlen. Hilfreich dagegen seien integrierte Wannenlifter, bodengleiche Duschwannen und Dusch-Rollsitze. Bislang würden noch viel zu selten Handläufe und Haltegriffe in Bädern integriert, moniert Ziegenbein. „Wenn man bedenkt, dass über 50 Prozent aller Haushaltsunfälle im Bad passieren und die Kosten für so einen Handgriff extrem gering sind, kann ich diese Situation nicht verstehen.“ Gemeinsam mit den Innungen werde daran gearbeitet, das Wissen der Betriebe in diesem Bereich ständig zu verbessern.

Gemeinsam hoffen die Betriebe auf eine Konjunkturbelebung, von der auch das Handwerk und in Folge die Ausbildungsaktivitäten und auch die Kommunen profitieren können, wie Landrat Rüdiger Butte vor rund 100 Gästen bei der Messeeröffnung hervorhob: „Umsätze sichern Arbeitsplätze. Wenn es der Wirtschaft gut geht, dann geht es auch den Kommunen und Landkreisen gut.“

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