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Frau streitet sich mit Fahrschule um erfolglose Prüfung

Durchgefallen – und Prozess verloren

Hameln. Heute kann die junge Frau mit den langen dunkeln Haaren darüber lachen. „Führerscheinprüfung bestanden“, sagt die 20-Jährige, die gerade aus dem Saal im Amtsgericht kommt. „Allerdings bei einer anderen Fahrschule als ursprünglich“, ergänzt sie. Denn der erste Anlauf für die Prüfung ging schief – warum genau, darüber streitet sie sich nun mit ihrer ehemaligen Fahrschule vor Gericht.

veröffentlicht am 21.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Fakt ist: Der Fahrlehrer griff während der Prüfung im März ein. Eigentlich hatte die Schülerin schon einen großen Teil der Prüfung absolviert – bloß eine sogenannte „Grundfahraufgabe“, bei der vielen Fahranfängern mulmig wird, fehlte noch: das Rückwärtseinparken. Anfangs meisterte die junge Frau das noch ganz gut, doch beim Ausparken gab es dann offenbar Probleme. „Sie hat sich umgeschaut, also nach hinten abgesichert und ist dann nach vorne angefahren“, sagt ihr Fahrlehrer. Doch in der Aufregung scheint die junge Frau den Blick nach vorn vergessen zu haben. „Beim Ausparken wären wir gegen das vor uns abgestellte Fahrzeug gekommen. Deswegen habe ich eingegriffen und gebremst.“

Der Fahrlehrer trat auf die Bremse, das Warnsignal ertönte – die Fahrschülerin war durchgefallen. „Ohne Anlass“, behauptet hingegen die junge Frau. Als die Fahrschule dann die Bezahlung von offenen Fahrstunden in Höhe von rund 800 Euro forderte, weigerte sich die ehemalige Fahrschülerin, zu zahlen. Neben der Frage, ob die eine oder andere Fahrstunde nun tatsächlich stattgefunden hat oder nicht, ging es vor dem Amtsgericht auch darum, ob ihr durch das Durchfallen in der Prüfung Kosten entstanden sind, die sie der Forderung der Fahrschule entgegenhalten kann. Doch sowohl Fahrlehrer als auch Fahrprüfer bestätigten, dass die junge Frau selber nicht gebremst habe – nur dann hätte man darüber nachdenken können, ob sie zu Unrecht durch die Prüfung gefallen ist. Das Amtsgericht entschied in diesem Fall nun zugunsten der Fahrschule, weil die Schülerin letztlich ihre Sicht der Dinge nicht beweisen konnte. Der Fahrlehrer schilderte hingegen detailliert, wie und wo sich der Vorgang abgespielt habe. Die junge Frau konnte mit ihrer Aussage nicht überzeugen.

Mehr als jeder vierte Fahrschüler fiel im vergangenen Jahr durch die praktische Prüfung (26 Prozent). Niedersachsens Prüflinge schnitten mit einer Durchfallquote von 24,6 Prozent etwas besser ab. Auch in der Theorie schnitten die Niedersachsen mit einer Durchfallquote von 26,2 Prozent besser ab als der Bundesdurchschnitt (28,9 Prozent). Die höchsten Durchfallquoten in der Praxis gab es in Hamburg (39,3) und Bremen (35,4 Prozent). Hessen hatte sowohl bei den praktischen (20,6) als auch bei den theoretischen Fahrprüfungen (23,6 Prozent) die niedrigste Durchfallquote.



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