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Anwohner in Klein Berkel durch B 83-Sperrung belastet / Reguläre Umleitung wird ignoriert

Durchgangsverkehr statt Idylle

Hameln. Wenn Denise Vesely dieser Tage ihren Sohn morgens zur Grundschule in Klein Berkel schickt, ist sie beunruhigt. Grund sind die vielen Lkw und Autos, die derzeit durch die Schulstraße des sonst eher beschaulichen Ortsteils brettern. Durch die Sperrung der B 83 wegen eines drohenden Bergrutsches (wir berichteten) sollte der Verkehr eigentlich über Groß Berkel laufen, die B 1 ist als Ausweichstrecke gedacht. Doch Theorie und Praxis fallen auch in diesem Fall auseinander. Und so nehmen viele Fahrer eben nicht die ausgeschilderte Umleitung, sondern kürzen ab – durch Klein Berkel hindurch.

veröffentlicht am 10.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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„Morgens um halb fünf geht das schon los“, sagt Vesely. Motorräder, Autos und auch große Lastwagen nutzen die Grabbestraße, Schulstraße und dann die Berkeler Straße um direkt nach Ohr zu kommen, berichtet die Anwohnerin der Grabbestraße. Auch am Nachmittag zeichnet sich ein solches Bild: Reger Verkehr an der Gabelung, die sonst nicht so viele Autos zählt. Auch Carsten Nitzsche, der am anderen Ende von Klein Berkel wohnt, kann die Situation bestätigen. Aus seiner Straße, Im Dubben, heraus, könne er den Verkehr in der Berkeler Straße beobachten, der seit der B 83-Sperrung stark zugenommen habe. „Ich verstehe zwar diejenigen, die abkürzen wollen“, sagt er, „aber das ist schon sehr belastend.“

Lärm, Gestank, Abnutzung der Straße und Reduzierung der Wohnqualität – all das müssen die Klein Berkeler nun ertragen. Doch als würde das noch nicht genügen, hielten sich viele derer, die Klein Berkel durchfahren, dazu nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, kritisiert Vesely. „Die Rücksichtslosigkeit und Unbedachtheit der Autofahrer finde ich erschreckend und traurig.“ Statt der vorgeschriebenen Maximal-Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern werde hier deutlich schneller gefahren. Sie wünscht sich, dass mehr Polizei-Kontrollen in dem Bereich durchgeführt würden.

Auch auf dem Schreibtisch von Markus Brockmann, Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, ist das Problem bereits angekommen. „Wir haben mehre Anrufe aus Klein Berkel bekommen“, so Brockmann. Doch eine Lösung sei so einfach nicht. „Der komplette Durchgangsverkehr lässt sich kaum kontrollieren.“ Dass Autofahrer die Schleichwege nehmen, lasse sich wohl nicht verhindern. Schließlich könne man nicht jeden einzelnen kontrollieren. Was allerdings den Lkw-Verkehr betrifft, gebe es bereits Überlegungen, wie man gemeinsam mit der Stadt einschreiten könne. Gestern und heute wolle man die Situation beobachten und dann eine Entscheidung treffen. „Theoretisch ist das möglich, den Lkw-Verkehr auszuschließen.“ Aber auch hierfür bräuchte es umfangreiche Kontrollen. Stadtsprecher Thomas Wahmes appellierte indes an alle Hamelner, den ausgeschilderten Weg zu fahren. Schließlich seien die Straßen in Klein Berkel nicht für derartigen Großverkehr vorgesehen. Er hofft auf die Einsicht der Autofahrer, die größtenteils mit Hamelner Kennzeichnen unterwegs sind.

Doch laut Vesely sind es gar nicht nur Ortskundige, die die Schleichwege nutzen, sondern auch Lkw mit ausländischen Kennzeichen. „Die orientieren sich vielleicht an ihren Navis“, mutmaßt sie. Auch Carsten Nitzsche hat auf seinen Fahrten aus der Innenstadt beobachtet, dass gerade Fahrer, die nicht aus Hameln kommen, zunächst verwirrt waren. Da die Fahrtmöglichkeit über die B 83 auf den Schildern im Bereich Fort Luise zunächst nicht durchgekreuzt war, nahmen auch viele Ortsunkundige den Weg durch Klein Berkel – möglicherweise sogar ohne böse Absicht. Seit gestern hat die Stadt hier nachgerüstet: Mit roten Strichen ist nun klar, dass der alte Weg nicht mehr befahrbar ist. Dennoch findet Nitzsche, müsste der Hinweis auf die Umleitung deutlicher ausfallen. „Das ist noch nicht optimal.“ Denn wer erst die Ausfahrt nach Groß Berkel verpasst hat, landet über die Ohrsche Landstraße zwangsweise in den Gassen von Klein Berkel.

Wie lange die B 83 noch gesperrt bleibt, konnte Brockmann gestern noch nicht sagen. In Kürze wolle man die Öffentlichkeit aber über die weiteren Planungen informieren.



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