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Polizei warnt vor „Einladung“

Dubiose „Nachbarn“

HAMELN. Wie gut kennen Sie eigentlich die Menschen, die bei Ihnen nebenan wohnen? Falls nur wenig bis gar nicht, dann haben Sie sich möglicherweise über ein Rundschreiben in Ihrem Briefkasten gefreut, dessen Absender genau das ändern möchte.

veröffentlicht am 09.07.2017 um 13:57 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 11:24 Uhr

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Reporterin

„Hallo, liebe Nachbarn in der Altstadt“, heißt es darin. Und weiter: „Wir sind eine Gruppe von Anwohnern, die ihre Nachbarn besser kennenlernen und die Gemeinschaft untereinander stärken möchten. Dafür haben wir online auf nebenan.de die Nachbarschaft ,Altstadt’ ins Leben gerufen (www.nebenan.de/einladung/hameln-altstadt).

Diese Seite, behauptet der dubiose Absender, könne genutzt werden, um schnell und unkompliziert mit seinen Nachbarn in Verbindung zu treten. „Wir sind überzeugt, dass eine starke Nachbarschaftsgemeinschaft für uns alle hilfreich sein kann, zum Beispiel für lokale Empfehlungen von Ärzten, Babysittern oder Handwerkern, zum Tausch von ausrangierten Fahrrädern, oder um gemeinsam nachbarschaftliche Aktivitäten zu planen.“

Um mitmachen zu können, soll man sich unter der angegebenen Adresse registrieren – mit Klarnamen, versteht sich. Und damit auch wirklich nur „wir Anwohner“ Zugang haben, gibt es noch einen entsprechenden Zugangscode für die Bewohner der Altstadt. „Wir freuen uns auf Euch“, behauptet „Euer Nachbar“ Daniel aus der Fischbecker Straße.

Den allerdings gibt es überhaupt nicht. Glaubt jedenfalls die Polizei. Nicht nur, weil die Fischbecker Straße geografisch nicht eben zur Hamelner Altstadt gehört.

Sondern auch deshalb, weil diese Online-Plattform betrieben wird von der „Good Hood GmbH“ aus Berlin. „Und die will damit bundesweit Geld verdienen“, glaubt Polizeisprecher Jörn Schedlitzki. Oder Adressen und zahlreiche Details sammeln und weiterverkaufen.

Aber möglicherweise nicht nur das: Riskant sei es vor allem, wenn man Fragen nach dem Familienstand (alleinstehend?), nach bevorzugten Urlaubszielen (Spanien?) oder Freizeitaktivitäten (immer mittwochs um 16 Uhr beim Sport) beantworte.

Es sei zumindest nicht ausgeschlossen, dass das Wissen um solche Fragen auch für kriminelle Zwecke ausgenutzt werden könne, etwa für Wohnungseinbrüche. Schedlitzki: „Hier muss man aufpassen!“ Die Polizei rät deshalb komplett davon ab, sich auf solche Nachbarschaftsangebote einzulassen und hat stattdessen einen simplen Tipp: „Ab damit in den Müll!“



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