weather-image
20°
Wiedereröffnung nach dreimonatigem Umbau / Erweiterung um zwei Räume

Druckerei-Museum mit neuen Prunkstücken

Hameln. Das Druckerei-Museum auf dem Hefehof ist gestern nach dreimonatigem Umbau wiedereröffnet worden und hat mit zwei neuen Räumen auch eine neue Ausstellungsstruktur erhalten. Längst konnten Jürgen Seeger, der Vorsitzende des Vereins Hamelner Druckerei-Museum e.V., und seine ehrenamtlichen Mitstreiter nicht mehr alles ausstellen, was seit der Gründung des Museumsvereins im Jahr 2007 von dem Verein angesammelt worden war. Auf rund 230 Quadratmetern Fläche werden die historischen Maschinen und Geräte jetzt deutlich wirkungsvoller präsentiert.

veröffentlicht am 11.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:21 Uhr

270_008_7559628_DSC_9888.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In einem der neuen Räume wird der Übergang vom Blei- zum Fotosatz und weiter zum Computer anschaulich dargestellt. Auch eines der ersten in Deutschland aufgestellten Geräte vom Typ Apple Macintosh ist zu besichtigen. Ein zweiter Raum ist der Kunst der Buchbinderei mit Schneid-, Heft- und Falzmaschinen gewidmet. Ebenfalls neu geschaffen wurde ein Bereich, der sich ausführlich mit dem Thema Zeitungsproduktion und Vierfarbendruck beschäftigt. Auf mehreren Schautafeln wird die Entwicklung zum Rotationsdruck erläutert und sowohl mit schweren Bleiplatten als auch mit den modernen leichten Aluminiumplatten untermauert. Zusätzlich wird die Entwicklung des Zeitungsdrucks der Dewezet dargestellt, denn der Verlag CW Niemeyer war der erste in Niedersachsen, der 1971 den neuen Rotationsdruck einführte und bundesweit nach Aalen und Kulmbach der dritte Verlag, der auf diesem Gebiet Pionierarbeit in Deutschland leistete.

Das jüngste Prunkstück der Ausstellung aber ist eine über 150 Jahre alte Steindruckpresse mit insgesamt sechs Drucksteinen aus Solnhofer Kalkschiefer. Nach Darstellung von Jürgen Seeger ist der Steindruck, auch Lithografie genannt, die Grundlage des heute in allen Druckereien dominierenden Offsetdrucks.

Sinn und Zweck des Hamelner Druckerei-Museums ist nach Angaben von Seeger „die Förderung der Erhaltung von Kulturwerten, um die traditionsreiche Vergangenheit der ,Schwarzen Kunst’ und deren Entwicklung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“. Der Verein möchte mit seinem Museum für nachfolgende Generationen bewahren, „was sonst aufgrund der rasanten technischen Entwicklung unwiederbringlich verloren gehen würde“. Denn nach mehr als 550 Jahren, in denen in den Druckereien so gearbeitet wurde, wie Johannes Gutenberg es erfunden hatte, haben der Fotosatz und der Computer innerhalb von nur 30 Jahren das Handwerk vollkommen verändert. Seeger: „Nichts ist mehr so, wie es einmal war – und wie es einmal war, lässt sich im Hamelner Druckerei-Museum erleben.“

Diese Möglichkeit nutzen jährlich 600 bis 700 an der „Schwarzen Kunst“ interessierte Menschen vor allem aus Vereinen, Verbänden und Schulklassen mit steigender Tendenz, wobei vor allem Schülern die Möglichkeit geboten wird, mit den Handdruckpressen sich einen ganz persönlichen Erinnerungsdruck anzufertigen.

Besonders dankbar ist der Verein Hefehof-Chef Dr. Jobst-Walter Dietz, der die Durchbrüche zu den neuen Räumen vornehmen, Türen einbauen und die Malerarbeiten machen ließ. Seeger: „Das muss man unbedingt sagen: Dr. Dietz ist uns wirklich wohlgesonnen und immer hilfreich.“

Stolz präsentierten gestern Jürgen Seeger (re.) und Klaus Baatz bei der Wiedereröffnung des Hamelner Druckerei-Museums eine über 150 Jahre alte Steindruckpresse. Sie ist der Urtyp des heute üblichen Offsetdrucks. wft

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare