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Diskussion um Neue Spielregeln für die Stadt / Öffentlichkeit zeigt nur wenig Interesse

Druck wächst: Luftreinhalteplan bis Sommer

HAMELN. Hameln gehört niedersachsenweit zu den fünf Städten mit dem höchsten Gehalt an Stickstoffdioxid in der Luft. Um drohende Fahrverbote zu vermeiden, arbeitet die Stadt seit einiger Zeit gemeinsam mit Verkehrsplanern verstärkt am „Masterplan Mobilität“. Es gehe um nichts Geringeres als „neue Spielregeln“ für die Stadt, erklärte Stadtbaurat Hermann Aden am Dienstagabend im Vikilu, wo der Öffentlichkeit gezeigt wurde, wohin die Reise gehen soll.

veröffentlicht am 14.03.2018 um 16:12 Uhr
aktualisiert am 14.03.2018 um 19:20 Uhr

In dieser Gruppe wurde das Thema Elektromobilität lebhaft diskutiert. foto: doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Gekommen waren rund 36 Personen. Rechnet man Vertreter der Stadt, des ÖPNV und andere in die Vorträge involvierte Leute ab, blieben nicht all zu viele übrig, die dem Aufruf, sich an der Planung aktiv zu beteiligen, gefolgt waren. Ansprechen sollte die Veranstaltung Gruppen, Interessenverbände, Unternehmen oder Bürger. „Oder Schüler, schließlich findet die Veranstaltung in einer Schule statt“, wunderte sich Dagmar Gabcke, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit beider Stadt, die für den Abend geworben hatte. Die , die gekommen waren, diskutierten in vier Gruppen: Förderung des Radverkehrs, Förderung der Elektromobilität, Mobilitätsmanagement und Digitalisierung des Verkehrssystems, beziehungsweise Vernetzung des ÖPNV.

Im Fokus standen die Um- und Nachrüstung des ÖPNV und kommunaler Fahrzeuge mit Systemen zur Stickoxidminderung (SCR), Förderung der Elektromobilität (vor allem für kommunale Flotten, Taxen, Handwerker oder den ÖPNV) und ihrer Ladeinfrastruktur, Landstromanschlüsse in Häfen, moderne Mobilitätskonzepte wie etwa Carsharing und auch eine Förderung emissionsfreier Fortbewegungsmittel wie dem Rad- und Fußgängerverkehr. Die eingeschlagene Richtung kommt nicht von ungefähr – man orientiert sich an konkreten Förderkriterien, die vom Bund vorgegeben werden. Bis zum Sommer hat Hameln Zeit, die Kommune in die vorgegebene Schablone zu pressen, inklusive Anregungen von Bürgern.

Dass die Vorstellungen bei solch einem schwierigen Thema bisweilen weit auseinanderliegen, liegt in der Natur der Sache: Während Ralf Wilde, Fachbereichsleiter Umwelt und Technische Dienste bei der Stadt, noch vom kostenlosen Nahverkehr träumt, schließt Öffi-Chef Arne Behrens das eher aus. Dass dies nicht praktikabel ist, hätten die Versuche in Pilotstädten gezeigt. Er verweist auf den jetzt schon „bundesweit wohl einmaligen“ Tarif im Landkreis und setzt darüber hinaus auf „Wegeketten“ wie: Erst aufs Pedelec, dann in den Bus, dann in die Bahn. Dazu gehöre ein einfaches Ticketsystem.

Eine Milliarde Euro hat die Bundesregierung nach dem Dieselgipfel auf den Tisch gelegt, um mit neuen Konzepten den CO2- und Stickoxidgehalt in zu drosseln, wie es die EU seit zehn Jahren fordert. Die Kommunen mussten Konzepte einreichen, um etwas vom Kuchen abzubekommen. Je nach Güte wurden anschließend 12 Millionen Euro an 60 Städte verteilt. In Hameln sind 190 000 Euro gelandet, darauf ist man stolz. In einer „großen Stadt“ in der Nähe seien es nur 100 000 Euro gewesen.

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