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Stadt will Zuschuss für Beratungsstelle streichen

Droht Pro Familia in Hameln das Aus?

HAMELN. Die Beratungsstelle von Pro Familia könnte bald wieder schließen. Die Stadtverwaltung will die Einrichtung nun doch nicht mehr bezuschussen. Dabei war die Zweigstelle nach politischen Hin und Her erst im Juni letzten Jahres eröffnet worden.

veröffentlicht am 30.11.2021 um 09:00 Uhr
aktualisiert am 30.11.2021 um 09:40 Uhr

30. November 2021 09:00 Uhr

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HAMELN. Die Beratungsstelle von Pro Familia könnte bald wieder schließen. Die Stadtverwaltung will die Einrichtung nun doch nicht mehr bezuschussen. Dabei war die Zweigstelle nach politischen Hin und Her erst im Juni letzten Jahres eröffnet worden.

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Das Beratungsangebot von Pro Familia umfasst unter anderem Sexualpädagogik, Familienplanung, Schwangerschaftsabbrüche und Prävention von sexualisierter Gewalt. Ein Argument aus der Politik für die Bezuschussung der Zweigstelle in Hameln war der Handlungsbedarf, der vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle von Lügde gesehen wurde. Dennoch tat sich die Politik zunächst schwer. Stadt- und Kreisverwaltung verwiesen auf die Zuständigkeit des Landes und empfahlen daher, den Antrag von Pro Familia auf Bezuschussung abzulehnen. Doch am Ende rangen sich Kreistag und Stadtrat dazu durch, die Beratungsstelle zu fördern. Im Juni 2020 nahm Pro Familia am Bahnhofsplatz 23 ihre Arbeit auf (wir berichteten). Doch damit könnte nun bald wieder Schluss sein.

Die Stadtverwaltung will das Geld für die Einrichtung wieder streichen. Der Rat der Stadt hatte im März 2020 beschlossen, Pro Familie jährlich mit 10 000 Euro zu bezuschussen. Der Landkreis leistete eine einmalige Anschubfinanzierung von 20 000 Euro. Schließlich, so die Begründung der Kreisverwaltung, erhalte auch keine andere Schwangerschaftskonfliktberatung eine Förderung, sondern sammele stattdessen Spenden. Zumal nicht die Kommunen, sondern das Land für Schwangerschaftskonfliktberatung zuständig sei. Diesen Argumentationen folgt nun die Stadt – ohne anzumerken, dass die Hauptkosten in Höhe von 70 000 Euro Landessozialamt getragen werden.

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Zudem, so die Stadt, habe sich der beantragte Förderbedarf als geringer herausgestellt und betrage nur noch rund 6700 Euro statt 10 000.

Die Politik soll den Beschluss, die Beratungsstelle zu fördern, nun wieder aufheben. Am Montag stand das Thema auf der Tagesordnung des städtischen Ausschusses für Familie, Kitas, Schulen und Sport. Die Diskussion darüber fiel allerdings ins Wasser. Auf Antrag von Anett Dreisvogt, der Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktion der Grünen, wurde das Thema einstimmig in den Verwaltungsausschuss geschoben. Der tagt am Mittwoch, 8. Dezember – jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das letzte Wort hat eine Woche später dann der Rat.



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