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„Schade, schade, schade“

Dröge „Nacht der Songpoeten“

HAMELN. „Jasper“, angetan mit buntem bommellosen Strickmützchen, wird schon beim Betreten der Bühne mit Gejohle begrüßt. Jedenfalls von einer kleinen Frauengruppe, die sich so als seine Fangemeinde zu erkennen gibt. Der Applaus, den das übrige Publikum nach seinem ersten Lied spendet, ist hingegen eher verhalten.

veröffentlicht am 03.12.2017 um 17:19 Uhr
aktualisiert am 03.12.2017 um 20:50 Uhr

Matthias Lüke fragt: „Was soll ich tun, wenn mein Herz ruft?“. Foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Jasper März, gibt – wie übrigens auch seine beiden Mitstreiter – seine Berufsbezeichnung mit „ Liedermacher“, Pardon, „Singer-Songwriter“, besser noch „Songpoet“ an. Und als solcher muss er verständlicherweise „mal wieder raus“ und ist „unterwegs ans Meer“. Gab’s das nicht schon einmal?

Richtig: Das war doch dieser Hannes Wader, der „auf seinem Weg“ war und „nach Süden ans Meer“ wollte. Das kam an beim Publikum, damals vor etwa 30 bis 40 Jahren. Die inhaltliche Ähnlichkeit ist aber auch schon das Einzige, was Jasper März mit den Barden von einst vergleichbar macht. Der Rest seines „Deutschen Liedguts“, mit dem das Lalu im Hefehof sein Programm und das seiner Mitstreiter Matthias Lüke und Mario Hené als „Nacht der Songpoeten“ ankündigt, ist eher mühsam zusammengereimt und auch musikalisch wenig innovativ.

Nach Jaspers etwa halbstündigem „Set“ kommt also „der Matthias“ auf die Bühne. Der bringt neben der Gitarre auch noch ein Kazoo mit, dessen selbst gebastelte Halterung er dem Publikum zwar höchst weitschweifig, aber nur mäßig witzig erläutert. Dann fragt er: „Was soll ich tun, wenn mein Herz ruft?“ Das kann das Publikum ihm nun auch nicht beantworten. Dafür aber singt dies, von Matthias inständig darum gebeten, dann tatsächlich das „Babapdabap“ mit – eher unwillig zwar, aber immerhin. Es will den einsamen Mann da oben auf der Bühne ja nicht unnötig verletzen.

Und schließlich ist da noch Mario, ebenfalls mit einer Gitarre und – man traut ja seinen Augen nicht – mit einer jener hippen bommellosen Mützen auf dem Haupt. Allerdings ist diese nicht bunt wie die von Jasper, vielmehr erstrahlt sie in tristem Steingrau, analog zu seinem Kinnbart und dem schulterlangen Haar. Da zeigt sich schon äußerlich der ganze Weltschmerz, den Mario mit raucherstickter Stimme in die Welt respektive den nur mäßig besetzten Saal hinauskrächzt. Aber er gibt ja auch offen zu, er sei „gekommen, um hier die Stimmung zu versauen“. Nur, dass ihm nicht einmal das gelingt. Er kann allenfalls langweilen.

Satte 22 Euro mussten pro Person an der Abendkasse für den Eintritt abgedrückt werden. Und Weltschmerz-Mario raunt „schade, schade, schade“.



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