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Präsident Kaup erklärt Rücktritt

DRK-Kreisverband ohne Führung

HAMELN-PYRMONT. Paukenschlag beim DRK-Kreisverband Weserbergland: Friedrich-Wilhelm Kaup, der Präsident eines der größten DRK-Kreisverbände Niedersachsens, tritt zum Jahresende von seinem Ehrenamt zurück, das er nach der tragischen Ermordung von Rüdiger Butte übernommen hatte.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 18:32 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 21:10 Uhr

Im Vorstand des DRK-Kreisverbandes Weserbergland hat es offenbar tüchtig rumort. Nun gab auch Präsident Friedrich-Wilhelm Kaup seinen Rückzug bekannt. Foto: Archiv/Wal
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Nach dem Rücktritt des DRK-Vorstandsvorsitzenden Martin Skorupski zum Jahresende im September und dem Ausstieg von DRK-Justiziar Jörn Beier steht der Kreisverband damit praktisch ohne Führung da.

„Mir geht es immer nur um die Sache“, betonte Kaup im Gespräch mit dieser Zeitung, nachdem der Dewezet seine Demission in einer Pressemitteilung des Kreisverbandes bekanntgegeben worden war. Kaup nimmt dabei für sich in Anspruch, dass er in den mehr als 18 Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Kreisverband „einen guten Job“ gemacht habe. „Aber wenn Dinge blockiert werden, dann muss man auch die Konsequenzen ziehen.“ Er wolle mit diesem Schritt den in seiner Wahrnehmung bisher nicht von allen getragenen und dringend notwendigen Veränderungsprozess im Präsidium forcieren und den Weg für eine erfolgreiche Zukunft ebnen.

Was genau in der Führung des Kreisverbandes schiefgelaufen ist, will Kaup nicht benennen. „Über Details werde ich nicht sprechen“, betont Kaup. Aber es habe am vergangenen Dienstag in einer Präsidiumssitzung eine klare Aussprache gegeben, „in der ich die Dinge benannt und meinen Entschluss bekanntgegeben habe, von meinem Ehrenamt zurückzutreten“. Durch die „Blockade“ hätten „konstruktive Vorschläge für strukturelle Änderungen nicht zielführend verfolgt werden können“, erklärte Kaup auf Nachfrage, blieb aber dabei, diese Vorschläge nicht konkretisieren zu wollen und auch nicht über einzelne Personen aus dem Führungskreis des DRK-Kreisverbandes zu sprechen. „Das ist nicht mein Stil“, betonte Kaup.

Friedrich-Wilhelm Kaup, scheidender DRK-Präsident
  • Friedrich-Wilhelm Kaup, scheidender DRK-Präsident

Von einer Krise des DRK-Kreisverbandes wolle er nicht sprechen, erklärte Kaup. „Der Kreisverband ist mit seinen rund 850 Beschäftigten, rund 2000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern stabil aufgestellt und wird mit seiner Mitgliederversammlung als höchstem Gremium und den verbleibenden stellvertretenden Präsidiumsmitgliedern eine Lösung finden.“ Das Amt des DRK-Vorsitzenden werde jetzt öffentlich über den Landesverband ausgeschrieben. Er habe die Hoffnung, dass die Vakanz innerhalb von sechs Monaten beendet werde. Er selbst habe sich aber auch vorstellen können, dass eine interne Lösung gefunden werde. Als Skorupski im September seinen Rücktritt zum Jahresende bekanntgab, war noch von einer möglichen internen Lösung die Rede.

Kaup verhehlte im Gespräch mit der Dewezet nicht, dass es in der Arbeit mit dem Präsidium „auch Enttäuschungen“ gegeben habe. „Ich habe immer Verantwortung gelebt“, betonte Kaup, „und will mit Anstand aus dem Ehrenamt gehen.“ Dass in den vergangenen Monaten keine sachgerechte Lösung für die anstehende strukturelle Änderung im Präsidium möglich gewesen sei, müsse jetzt Anlass für die verbliebene Führung sein, intensiv darüber nachzudenken, wie das Problem gelöst werden könne.

Der DRK-Kreisverband war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



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