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Streit im Roten Kreuz eskaliert / Vorstand Rüdiger Butte droht mit Ordnungsmaßnahmen

DRK-Geschäftsführer wird fristlos entlassen

Hameln-Pyrmont (bha). Was die beiden eint, sind ihr Gründervater Henry Dunant und die Grundsätze, denen sich das Deutsche Rote Kreuz verpflichtet hat. Doch das Verbindende verhindert nicht, dass es zwischen dem DRK-Kreisverband und dem Ortsverein Hameln gewaltig kriselt und der Konflikt am Dienstagabend bei einem Treffen der beiden Parteien eskaliert ist. Vertreter des DRK-Landesverbandes waren zuvor als Schlichter dazu bestellt worden.

veröffentlicht am 25.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 14:41 Uhr

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Der Geschäftsführer des rund 2000 Mitglieder starken Ortsvereins Lutz Schiffling hat inzwischen von seinem Arbeitgeber, dem Kreisverband, die fristlose Kündigung erhalten. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die Mitarbeiter (ebenfalls beim Kreisverband angestellt) in der Geschäftsstelle an der Zentralstraße per Videokamera illegal überwacht zu haben. Ein Vorwurf, den der Anwalt Dr. Jörn Hülsemann gegenüber der Dewezet zurückgewiesen hat. Die angegebenen Gründe für eine außerordentliche Kündigung seines Mandanten hält Hülsemann für nicht ausreichend, wie er gestern auf Anfrage erklärte. Doch das Zerwürfnis zwischen den Führungsgremien der beiden Vereine könnte offenbar noch weitreichendere Folgen haben.

Rüdiger Butte, Landrat und an der Spitze des DRK-Kreisverbandes, der gegenüber den Ortsvereinen aufsichtspflichtig ist, erklärte gegenüber der Dewezet nach eigener Aussage keine Möglichkeit mehr, vertrauensvoll mit der Leitung des Ortsvereines zusammenzuarbeiten. Der Kreisverband hatte den Kooperationsvertrag mit dem Ortsverein zum Jahresende gekündigt, und wollte über neue Konditionen verhandeln. Laut Butte geht es um Einsparungen für den Kreisverband in Höhe von 40 000 Euro. Derzeit erhalte der Ortsverein 100 000 Euro jährlich, sagt er. Diese Summe stellt eine Gegenleistung für Aufgaben wie den Rettungsdienst dar, die die Hamelner Rotkreuzler an den Dachverband übertragen und mit denen sie Geld verdient hatten. Der Ortsverein mit Wilfried Altkrüger an der Vorstandsspitze möchte an dem bestehenden Vertrag festhalten, erklärt sich mit Kürzungen nicht einverstanden und will die Kündigung nach Informationen der Dewezet nicht widerspruchslos hinnehmen.

Dienstagabend nun muss dem KV-Vorstand Rüdiger Butte der Kragen geplatzt sein. „Es werden Ordnungsmaßnahmen vorbereitet“, sagte Butte. „Das können Amtsenthebungen sein“, die einige Vorstandsmitglieder beim DRK Hameln betreffen könnten, wie Insider berichten. Hintergrund für dieses Vorgehen ist die Annahme des Kreisverbandes, dass Hamelner Vorstandsmitglieder einen Kaufvertrag für die Immobilie an der Zentralstraße unterzeichnet haben, ohne den KV darüber im Vorfeld informiert zu haben. Nach Lesart des Kreisverbandes wäre der Ortsverein dazu per Satzung verpflichtet, während sich Wilfried Altkrüger darauf beruft, dass zwar der Kreisverband eine entsprechende Empfehlung an die Ortsvereine (79 gehören zum Kreisverband) abgegeben hat, ihre Satzung dahingehend zu formulieren. Dieser Empfehlung ist der Ortsverein offenbar nicht gefolgt, sondern hat einen derart lautenden Absatz gar nicht in die Hamelner Satzung aufgenommen.

Zuletzt hatte der Ortsverein mehrfach betont, ein Kaufvertrag sei noch nicht unterzeichnet. Butte dagegen konnte am Dienstagabend eine Kopie des unterschriebenen Kaufvertrages vorlegen. Zu prüfen ist noch, inwieweit der Vertrag gültig ist. Das Vertrauen in die Führung des Ortsvereins sei erheblich verletzt, erklärte Butte. Beide Seiten prüfen jetzt das weitere Vorgehen.



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