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Operative Verantwortung für Linsingen-Kaserne soll auf Landkreis übergehen

DRK übernimmt Verantwortung

Hameln. Nach der harten Kritik an den hygienischen Bedingungen in der Erstaufnahmeeinrichtung, räumt Einrichtungsleiter Binder Fehler ein, weist die Dimensionen der Kritik jedoch zurück. Am Sonntag einigten sich Landkreis und DRK darauf, dass die erforderlichen Änderungen im Betrieb aus einer Hand erfolgen sollen. Dafür werde die operative Verantwortung für die Einrichtung zum 1. Juli auf den Landkreis übergehen.

veröffentlicht am 24.04.2016 um 19:55 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Kaum noch Flüchtlinge in der Linsingen-Kaserne, dafür aber jede Menge Personal und dennoch verdreckte Zimmer – viele Leser fragen sich: Wofür werden die Reinigungskräfte bezahlt? Und: „Wer kontrolliert eigentlich deren Arbeit?“ Nach Angaben von Einrichtungsleiter Wilfried Binder gibt es einen für diesen Bereich zuständigen Mitarbeiter. Diesem scheint jedoch nicht aufgefallen zu sein, dass einige Zimmer nicht gesäubert wurden. Zehn Angestellte eines Fremdunternehmens seien mit der Reinigung der öffentlichen Bereiche (Flure, Küche, Duschen, Toiletten etc.) betraut worden, erzählt Binder. Sie würden dem Verantwortlichen nach den Reinigungsmaßnahmen „Vollzug melden“. Die Arbeit sei allerdings nicht kontrolliert worden, räumt Binder ein. Die Bewohner hätten ihre Schlafräume selbst gereinigt. Der Auftrag, alle Zimmer gründlich zu reinigen, sei dem Fremdunternehmen erst erteilt worden, als feststand, dass dort 500 Polizisten schlafen werden. „Offenbar war die Zeit zu kurz, haben die Kräfte nicht alle Räume rechtzeitig säubern können“, meint Binder. Mehrfach seien die Wohnblöcke vor dem Einrücken der Kräfte von Polizisten aus Nordrhein-Westfalen kontrolliert worden. „Es wurden kleinere Mängel aufgezeigt und abgestellt.“ Als die Beamten dann einrückten, seien die Zimmer auf links gedreht worden. „Die haben etwas finden wollen.“ Er habe zufällig ein Gespräch von Polizisten mitbekommen. „Dort wurde gesagt: ,Wir werden hier eh nicht übernachten‘.“ Binder äußerte den Verdacht, die Beamten hätten im Vorfeld recherchiert und gelesen, „dass wir hier Fälle von Meningitis und Windpocken hatten“. Landrat Bartels sagte, die Kritik an der mangelhaften Reinigung sei berechtigt. „Das ist etwas, was uns in hohem Maße unzufrieden macht und vermeidbar gewesen wäre.“ Das Thema komme auf den Tisch. „Das war nicht in Ordnung.“

Am Sonntag setzten sich Landkreis und DRK an einen Tisch. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass es einfacher ist, wenn die erforderlichen Änderungen im Betrieb aus einer Hand erfolgen würden, sagte DRK-Vorstand Martin Skorupski. Für eine geplante Neuaufstellung und die damit verbundenen Änderungen werde die operative Verantwortung für die Einrichtung zum 1. Juli auf den Landkreis übergehen. Der Landkreis teilte mit, der Wechsel habe keinen Einfluss auf die Arbeitsverträge. Was nach dem 31. Dezember passiere, würde sich in den nächsten Wochen ergeben.

 



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