weather-image
22°

Neuer Streit zwischen Ortsverein und Kreisverband

DRK Hameln will Mitgliedschaften prüfen

Hameln (bha). Eigentlich war beim DRK „Friedenspflicht“ vereinbart worden, bis die Mediatoren beider Seiten einen Vertrag vorlegen, der die Zusammenarbeit zwischen Dachverband auf Kreisebene und Ortsverein regelt. Jetzt ein weiteres Schlichtungsverfahren zwischen dem Ortsverein Hameln und dem Kreisverband anberaumt werden.

veröffentlicht am 26.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:21 Uhr

270_008_5175375_hm402_2601.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

13 Mitglieder des Ortsvereins haben Anfang des Jahres Briefe bekommen, in denen ihnen mitgeteilt wird, dass der Vorstand beschlossen habe, „eine rechtliche Klärung der Mitgliedschaft herbeizuführen und gegebenenfalls ein Ausschlussverfahren einzuleiten“ – in Zeiten, in denen viele Vereine um Mitglieder kämpfen, ein überraschender Inhalt. „Während dieses Verfahrens ruhen die Rechte und Pflichten aus der Mitgliedschaft“, heißt es weiter. Die Post hatte die Empfänger pünktlich vor der Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag erreicht, in der sie in der Folge nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen konnten. Wohl, um unerwünschte Kreisverbands-Sympathisanten bei der Wahl des Vorstandes auszuschließen, so die Vermutung. Dass die Mitglieder damit goldrichtig liegen, bestreitet der Vorstandsvorsitzende des Ortsvereins, Wilfried Altkrüger, nicht. Es sei sonst zu befürchten gewesen, dass der Kreisverband den Ortsverein unterwandern wolle, mutmaßt er auf Anfrage der Dewezet.

Dass Altkrüger lieber auf die zahlenden Mitglieder verzichten würde, hängt mit der ungeklärten Frage zusammen: Wer darf wo mit wem Bereitschaftsdienste anbieten? Die betreffenden Mitglieder sind seit einigen Monaten in der Bereitschaft aktiv. Üblich ist es nach Aussage eines Aktiven, dem jeweiligen Ortsverein beizutreten, in dessen Beritt die Bereitschaft liegt. Das haben sie getan. Doch Altkrüger meint, der Kreisverband habe mit dieser Gruppe eine „Konkurrenzgruppe zur bestehenden Bereitschaft“ geschaffen. „Schmalkuche hat diese Gruppe ins Leben gerufen“, ohne es vorher mit dem Vorstand des Ortsvereins abgesprochen zu haben. Schmalkuche, Peter, ist Kreisbereitschaftsleiter, koordiniert alle sechs im Landkreis ansässigen Bereitschaften, und eigentlich auch Hameln – würde der Ortsverein seine Rechte nicht anders auslegen.

Die Bereitschaften unterlägen der Kreisbereitschaft als Träger, erklärt Schmalkuche. Er als Kreisbereitschaftsleiter sei weisungsbefugt. Doch seit der Kündigung des Kooperationsvertrages zwischen Ortsverein Hameln und Kreisverband gibt es Streit um die Zuständigkeiten. Aus der Historie heraus will Hameln so selbstständig wie möglich agieren: Bis 1991 gab es neben dem Kreisverband Hameln-Pyrmont den Kreisverband Stadt Hameln. Die Zeiten haben sich geändert, doch der Ortsverein will weitgehende Befugnisse behalten. Die andere Seite aber will eine große Bereitschaft unter dem Dach des Kreisverbandes mit der Untergliederung in Ortsbereitschaften.

Laut Schmalkuche hat die Vertragskündigung die Bereitschaftsmitglieder gespalten. Ein Teil wolle nach den Regeln des Ortsvereins arbeiten und sich dem Kreis nicht unterordnen, der andere Teil (darunter die 13 Briefempfänger) wolle sich an die Ordnung halten, wie sie auf Landesebene vorgegeben würden. Zur Klärung soll einmal mehr die Schiedsstelle des DRK bemüht werden.

Der Streit sorgt auf beiden Seiten für Ärger. Nach der Vertragskündigung durch den KV, wurden die zwei Fahrzeuge, die er der Bereitschaft Hameln zur Verfügung gestellt hatte, abgezogen, und Mitglieder der Bereitschaft Hameln mussten ihre Sachen abgeben. Andererseits soll der Ortsverein Sachen der Bereitschaft weggeschlossen haben, damit Aktive des Kreisverbandes nicht darauf zugreifen können. Der OV hat mittlerweile einen eigenen Rettungswagen für 6000 Euro angeschafft, um „überhaupt einsatzfähig zu sein“, sagt Altkrüger. Für mobile Blutspendeaktionen sei in der Vergangenheit in Springe um einen Lkw gebeten worden.

Ob der 31. März tatsächlich das Ende des Streits markiert, wenn die je zwei Mediatoren pro Partei ihre Ergebnisse vorlegen, hängt auch davon ab, ob eine Lösung für den Knackpunkt „Bereitschaften“ gefunden wird.

Die Bereitschaft ist „Am Damm“ erreichbar. Ihre künftige Organisation ist einer der Knackpunkte zwischen dem Kreisverband und dem Ortsverein Hameln. Foto: Dana



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?