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Es geht auch ums Geld / Wolfgang Kaiser führt vorläufig den Ortsverein

DRK Hameln nach Streit mit Kreis gespalten: Vorstand tritt zurück

Hameln (ni). Für die einen war es das Signal für einen Neuanfang, für die anderen eine bittere Niederlage: Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins Hameln der von vier Moderatoren ausgearbeiteten Vereinbarung zugestimmt, die die Zusammenarbeit zwischen dem Ortsverein und dem DRK-Kreisverband neu regelt. Der komplette geschäftsführende Vorstand des Ortsvereins quittierte das Ergebnis mit seinem Rücktritt.

veröffentlicht am 16.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:21 Uhr

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Die Atmosphäre im Versammlungsraum der Ortsvereins-Zentrale an der Zentralstraße war angespannt, als der noch amtierende Vorsitzende Wilfried Altkrüger mit dem Kreisverband abrechnete. Sichtlich bemüht, klare Worte zu vermeiden, wiederholte er seinen Vorwurf der systematischen Unterwanderung des Ortsvereins durch den Kreisverband, sprach von „zweifelhaften Mitgliedschaften“ und ließ durchblicken, dass er viele der anwesenden 84 stimmberechtigten OV-Mitglieder dem feindlichen Lager zurechnete. Seine Kritik an der Vereinbarung machte Altkrüger unter anderem daran fest, dass der Kreisverband künftig die gesamte Buchhaltung für den Ortsverein übernehmen und auch den Wirtschaftsplan erstellen soll. Er habe hinsichtlich dieser Dienstleistungsregelung „Bedenken, ob dann die Geschäfte des Ortsvereins noch klar von denen des Kreisverbandes getrennt sind“. Auch die vereinbarte Verlegung der Bereitschaften an den Standort „Am Damm“ und damit weg von der Zentrale an der Zentralstraße fand keine Gnade vor Altkrügers Augen. Seine Befürchtungen: „Die Verbindung zum Ortsverein geht verloren“ und das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und schneller Einsatzgruppe des OV „ist nicht mehr gewährleistet“. Und auch mit dem vereinbarten Finanzausgleich, wonach der Kreisverband künftig 40 000 Euro im Jahr an den OV überweist, war Altkrüger nicht einverstanden. Der Betrag sei schon vor drei Jahren festgelegt und seitdem nicht angehoben worden. Er habe Sorge, „schon bald nicht mehr damit auszukommen“. Doch angesichts der Tatsache, dass der Kreisverband den alten Vertrag vor anderthalb Jahren gekündigt und seitdem keine Zahlungen mehr an den Ortsverein geleistet habe, sehe er „keine andere Möglichkeit, als diesem Vertrag zuzustimmen“, so Altkrügers Fazit.

Das seines Stellvertreters Reinhold Klostermann fiel drastischer aus: „Ich nenne das Vergewaltigung“ , sagte er an die Adresse des Kreisverbandes und erntete dafür verhaltenen Beifall aus dem kleinen Kreis jener Ortsvereinsmitglieder, die an diesem Abend das Ende ihrer Sonderstellung in der großen „DRK-Familie“ betrauerten. Dass sie in der Minderheit waren, zeigte sich bei der Abstimmung über das Papier: 51 Mitglieder akzeptierten es, 22 lehnten es ab, 7 enthielten sich der Stimme.

„Es war absehbar, dass wir keinen Rückhalt mehr im Ortsverein haben“, erklärte Reinhold Klostermann am Rande der Versammlung, warum sich der Vorstand schon vorher einig war, seine Ämter an diesem Abend zur Verfügung zu stellen. Und am Rande war auch immer wieder zu hören: „Dieses Gezänk zwischen Kreisverband und Ortsverein muss ein Ende haben; es schadet dem Roten Kreuz.“ Ob diese Erkenntnis ausreicht für eine Versöhnung der beiden Lager innerhalb des Ortsvereins – Altkrügers Nachfolger Wolfgang Kaiser hofft es jedenfalls. Von Altkrüger für das Amt vorgeschlagen und mit 69 Stimmen gewählt, will er den Verein bis zu den Vorstandswahlen bei der nächsten Mitgliederversammlung führen und versuchen, „ihn wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen“. Unterstützung hat ihm, trotz ihres Rücktritts, die stellvertretende Vorsitzende Margot Blankenagel zugesichert. Sie ließ sich überreden, den „Rumpfvorstand“ zu verstärken.



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