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Ortsverein will sich dem Landesverband anschließen / Streit geht vor Amtsgericht Hannover weiter

DRK Hameln kehrt Kreisverband den Rücken

Hameln (HW). Der Streit beim DRK zwischen Ortsverein Hameln und Kreisverband Hameln-Pyrmont schwelt weiter, nach wie vor fließt böses Blut, sind Verfahren vor Gericht anhängig. Weil der Kreisverband dem Ortsverein den Vertrag gekündigt hat und man sich in Neuverhandlungen nicht einig geworden ist, haben die Hamelner Rotkreuzler jetzt die Konsequenzen gezogen. Während einer eigens einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde mit erforderlicher Zweidrittelmehrheit die Satzung geändert. Danach will sich der Ortsverein Hameln nun dem Landesverband Hannover als übergeordnete Institution anschließen. Nichtsdestotrotz hofft Ortsvereinsvorsitzender Wilfried Altkrüger, dass mit dem Kreisverband wieder Frieden hergestellt werden kann.

veröffentlicht am 23.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 07:21 Uhr

Wilfried Altkrüger
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„Nach der zum Ende des letzten Jahres wirksam gewordenen Kündigung der seit 1992 bestehenden Vereinbarung zwischen Kreisverband und dem Ortsverein Hameln sahen wir uns gezwungen, unsere Rechtsgrundlage als eingetragener Verein entsprechend anzupassen“, begründete Altkrüger gegenüber der Dewezet. Ein entsprechender Antrag an den Landesverband solle deshalb jetzt gestellt werden.

Derzeit bewege sich sein Verein innerhalb der DRK-Organisation, die aus Ortsvereinen, Kreis- und Landesverbänden sowie dem Bundesverband besteht, im luftleeren Raum. Dem Antrag der Hamelner muss nun der Landesverband zustimmen. „Damit kehren wir zu alten Strukturen zurück“, sagt Altkrüger, denn bis 1992 firmierte der Ortsverein als Kreisverband Hameln und war somit dem Landesverband unterstellt. Noch allerdings ist offen, ob der Ortsverein Hameln direkt dem Landesverband unterstellt werden kann. Wenn es nicht klappen sollte, „müssen die uns eine andere Lösung bieten; sie können uns nicht hängen lassen“, gibt sich Altkrüger gelassen. Stimmt der Landesverband zu, braucht der rund 2400 Mitglieder starke Ortsverein nicht mehr 60 Prozent der Mitgliedsbeiträge an den Kreisverband abzuführen, „sondern nur noch 20 Prozent an den Landesverband“, wie der Vorsitzende betont. Denn bei dem schwelenden Zwist zwischen Ortsverein und Kreisverband geht es unter anderem auch ums Geld.

Der Satzungsänderung vorausgegangen war ein ausführlicher Bericht des Vorsitzenden über den aktuellen Stand des geführten Streits, der sich zu gleich mehreren Rechtsverfahren zugespitzt hat. Insbesondere, weil der Kreisverband beschlossen hatte, den geschäftsführenden Ortsvereinsvorstand des Amtes zu entheben (wir berichteten). Der Rechtsstreit, der vor dem Amtsgericht Hannover ausgetragen wird, ist noch nicht entschieden.

Während der außerordentlichen Mitgliederversammlung sei „sehr offen“ diskutiert worden, berichtet Altkrüger, der die juristische Auseinandersetzung mit dem Kreisverband als „sehr belastend für die Arbeit der mehr als 200 ehrenamtlich Aktiven“ des Ortsvereins Hameln bezeichnet. An der Diskussion teilgenommen habe auch DRK-Kreisgeschäftsführer Hubert Volkmer, der als Mitglied des Ortsvereins Hameln der Versammlung beiwohnte. „Er hat sich kritischen Fragen gestellt, wenngleich er auch die eine oder andere unbeantwortet ließ“, so Altkrüger. Von der Versammlung sei Volkmer gebeten worden, sich beim Vorstand des Kreisverbandes für eine sachbezogene Zusammenarbeit der beiden DRK-Organisationen einzusetzen. Laut Altkrüger habe der Kreisgeschäftsführer dafür seine Zusage gegeben.

Im Zuge der Versammlung teilte der Ortsvereinsvorsitzende den Mitgliedern auch mit, dass für den Erwerb des DRK-Gebäudes an der Zentralstraße eine Stiftung gegründet worden sei – mit der gesetzlichen Mindesteinlage von 50 000 Euro. „Wir haben mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um mit dem Finanzamt Hameln den Stiftungstext zu erarbeiten. Derzeit liegt die Satzung zur weiteren Bearbeitung bei der Finanzdirektion in Hannover“, berichtet Altkrüger, der mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit in den nächsten Wochen rechnet. Dann will der Ortsverein das Gebäude von der HWG kaufen. Altkrüger: „Grundsätzlich sind wir uns einig.“



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