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313. Auflage der Kultveranstaltung findet großes Interesse

Drei Scharmützel bei Grenzbeziehung

HAMELN. Das Umland liegt noch unter dickem Herbstnebel und das Thermometer zeigt gerade mal vier Grad über Null. Den Ratsherrn Gerd Paschwitz, der zum 45. Mal bei der Grenzbeziehung mitmarschiert, stört das kein bisschen, denn er hat sein hochprozentiges „Motoröl“ dabei.

veröffentlicht am 30.09.2018 um 13:35 Uhr

Mit Kind und Kegel sind die Hamelner dabei. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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Paschwitz ist einer von fast 300 Teilnehmern an der 313. Grenzbeziehung, die Vereinschef Werner Sattler, Zugmarschall Volker Sterner und viele Helfer generalstabsmäßig vorbereitet haben. Punkt acht Uhr beginnt die Tour mit der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste auf der herbstlich geschmückten Hochzeitshausterrasse. Oberbürgermeister Claudio Griese übergibt dem Studenten Fabian Vehlies, der extra aus Kiel angereist ist, ein Präsent, Sattler lobt Förderer und stellt aktuelle Projekte wie die Waldbühne auf der Klütkuppe vor, dann erfolgt nach einem Kanonenschuss der Ausmarsch Richtung Rattenfänger-Halle.

„Wir gehen diesmal die Flachlandtour“, so Sattler, der den Grenzbeziehungsverein seit drei Jahren führt. „Das ist die schwierigste Route“, erklärt der 68-Jährige. „Frühstücksvesper auf dem Hefehof, dann weiter Richtung Motorbootclub an der Tündernschen Warte, weiter durch die Feldmark Richtung Afferde, über den Düth und nach Rohrsen.“ Problemlos aber werde das nicht verlaufen, denn nicht nur die „Afferdschen“, sondern auch die von Herbert Habenicht geführten Tündernschen und vor allem die Rohrsener mit Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann an der Spitze haben „massive Gegenwehr mit schwerem Gerät“ angekündigt.

36 Liter 32-prozentiges „Bäckerwohl“, gut 300, von der 19-jährigen Josephine Lammers geschmierte Mettbrötchen und 43 Kästen Flüssignahrung warten am Hefehof auf den Zug, an dessen Spitze Goran Savivc und der achtjährige Finn die Kanone ziehen. 80 Schuss hat Chefkanonier Thomas Behmann dabei. „Gut gerüstet“, lacht er.

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Kanonendonner gehört dazu. Foto: eaw

An der Tündernschen Warte versperrt die „Dicke Bertha“ der Schützen mit einem Kaliber von 25 Zentimetern den Weg. Auch Kai Dortmund und seine in US-Uniformen gekleideten Soldaten stellen sich mit einem 60-PS starken alten US-Jeep quer. Es kommt zu Kampfhandlungen. Feuerwerk und Kanonenschüsse fegen übers Kohlfeld. Dann aber gibt’s einen Friedenstrunk und Habenicht und Sattler erneuern die Freundschaft zwischen Tündernschen und Hamelnern. Nachdem auch die Gegenwehr der Afferdschen, die Feuerwehr und reichlich Wasser aufgeboten und sogar ein Haus in Brand gesetzt haben, überwunden ist, erreicht die Marschkolonne gegen Mittag bei prächtigem Herbstwetter Feuerwehrhaus und Sportplatz in Rohrsen. Hier stoppen die Rohrsener die Hamelner erst einmal mit Pyrotechnik und werden ihrerseits mit den restlichen Kanonenschüssen beschossen. Mit Schilden bewaffnet haben sich die durch zwei Kundschafter gut informierten Rohrsener mit Brüggemann hinter einem mit einer Kette gesicherten Tor verschanzt. Kein Zugang zur Festwiese also. Sonja Kursawe und Sattler bieten alles diplomatische Geschick auf. Ein alter Vertrag wird gezeigt. Dann geht das Tor auf und es wird bei Erbsensuppe und Bier Mittagspause gemacht. „Tolle Sache, anstrengend ja, aber sehr lustig“, sagt auch die aus Rotheburg/Wümme stammende Neuhamelnerin Angelika Klare. „Ist doch klar, da gehe ich jetzt jedes Jahr mit.“

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