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Sünteldörfer wollen als Gemeinschaft punkten

Drei Dörfer – eine Zukunft

SÜNTELTAL. Zum zweiten Mal nach 2014 nehmen die Sünteldörfer Holtensen, Unsen und Welliehausen am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Die Teilnahme vor drei Jahren hatte für Aufbruchstimmung und ein neues Gemeinschaftsgefühl gesorgt. Am Donnerstag konnte die Wettbewerbskommission die Fortschritte begutachten.

veröffentlicht am 15.06.2017 um 18:28 Uhr

Seit der letzten Teilnahme am Wettbewerb haben die drei Sünteldörfer viele gemeinsame Projekte verwirklicht. Foto: Archiv/ tis
Michael Zimmermann

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Nach der Gebietsreform Mitte der 1970er Jahre sollten die Dörfer Holtensen, Unsen und Welliehausen auf einmal einen gemeinsamen Hamelner Ortsteil bilden. Doch viele Jahrzehnte lang machte jeder erst einmal sein eigenes Ding, mit eigenen Vereinen und eigenen Ortsgruppen. „Die einzigen Sachen, die über alle Dörfer gingen, waren die Kirche, die Schule und der Sportverein“, erinnert sich die heutige Ortsbürgermeisterin Bettina Schultze (SPD). Erst seit der gemeinsamen Teilnahme am kreisweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Jahr 2014 herrscht Aufbruchstimmung im Sünteltal. Erstmals waren damals alle Vereine und Initiativen wirklich an einen Tisch gekommen und hatten zusammen Projekte auf den Weg gebracht.

Die Ergebnisse dieser Projekte wollten die Sünteltäler am Donnerstag ein zweites Mal der Wettbewerbskommission vorstellen, die am Mittwoch bereits die Ortschaften Großenwieden und Welsede begutachtet hatte. Wie das neue Gemeinschaftsgefühl im Alltag aussieht, wurde bei der Präsentation der wichtigsten „Bindeglieder“ deutlich: Stellvertretend für die Vereine und Initiativen stellten die Nachbarschaftshilfe und der Reitverein ihre Arbeit vor. Die „Kräuterfrauen“ erklärten, wie sie mit dem Verkauf von Löwenzahnsirup, Bärlauchpesto und Apfelschnäpsen andere Projekte unterstützten und das Waldbad in Unsen präsentierte der Kommission, was der Förderverein mit großem Engagement und Spenden aus der Dorfgemeinschaft auf die Beine stellt. Der Sportverein Grün-Weiß Süntel zeigte sein Angebot von Kinderturnen bis Zumba und das Deutsche Rote Kreuz berichtete vom monatlichen Drei-Gänge-Menü, das die Menschen im Ort zusammenbringe. Aus der letzten Teilnahme ging auch die Tausch-Bibliothek an der Unsener Straße in Holtensen hervor, die sehr gut funktioniere, wie Jürgen Tosch erzählt, unter dessen Leitung aus einem alten britischen Wachhäuschen ein rege genutztes Angebot wurde. „Herzstück“ des neuen „Wir-Gefühls“ im Sünteltal sei aber der nach dem letzten Wettbewerb gegründete Heimatverein „Sünteltaler“, der mit Prospekten und Festen, Aktionen und Stammtischen das Leben am Süntel besser machen will.

Die Identifikation der Einwohner mit dem Begriff „Sünteltal“ habe sich erst einmal aufbauen müssen, sagt Bettina Schultze. Inzwischen hätten die Einwohner aber gelernt, an einem Strang zu ziehen. Wie sehr die drei Dörfer in den letzten Jahren zusammengewachsen seien, bekam auch die Hamelner Stadtverwaltung schon zu spüren, als das Aktionsbündnis erfolgreich gegen das geplante Düngerlager (wir berichteten) in Unsen protestierte.

Die Wettbewerbskommission begutachtet, was die Vereine und Initiativen im Sünteltal auf die Beine gestellt haben. Foto: mz
  • Die Wettbewerbskommission begutachtet, was die Vereine und Initiativen im Sünteltal auf die Beine gestellt haben. Foto: mz

Auch wenn der Ortsteil „allerhand auf die Beine gestellt“ habe, wie die Kommission nach dieser Bestandsaufnahme anerkennend feststellte, richten die drei Dörfer den Blick auch in die Zukunft: Die Gestaltung von Schaltkästen durch den Künstler Jörg Düsterwald soll nach und nach ausgeweitet werden. Und nach dem Motto „Wir behalten unsere Alten“ sind zehn bis 15 barrierefreie Wohnungen für Senioren in Holtensen sowie ein kleineres Projekt in ähnlichem Zusammenhang in Welliehausen geplant. Auch für junge Familien und Unternehmer will das Sünteltal weiter interessant sein. Dazu könnten aber Stadt und Landkreis ihren Teil mit mehr Krippenplätzen vor Ort und schnellerem Internet beitragen, sagt Schultze.

Schon am Freitag wird im Kreishaus der Sieger des Wettbewerbs bekannt gegeben, der sich für den Regionenwettbewerb qualifiziert.



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