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Wo dürfen Mieter Rollatoren abstellen?

Draußen vor der Tür

Hameln. Der Rollator im Hausflur – er kann schon mal Anlass für einen kleinen Generationenstreit sein. Wie im Haus einer Leserin, die nicht namentlich genannt werden möchte. Eine „alte Dame“ mit Gehbehinderung sei in den ersten Stock eingezogen, berichtet die Nachbarin. Da die neue Bewohnerin mit ihren 84 Jahren auf einen Rollator angewiesen sei, stellte sie ihr Gefährt im Erdgeschoss in den Hausflur. Doch nicht alle Nachbarn fanden das offenbar in Ordnung – als die Seniorin ihren Rollator einen Tag später brauchte, war er weg. Nach längerem Suchen fand er sich im Keller wieder, aus dem die Frau ihn über mehrere Treppenstufen wieder hochhieven musste. Die Nachbarin ist empört, dass jemand aus dem Haus sich so rücksichtslos verhält.

veröffentlicht am 31.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Kosten für Unterstand kann Vermieter umlegen

Offenbar löst sich dieser Konflikt in mehreren Hausgemeinschaften nicht immer mit gegenseitigem Verständnis und Nachsicht. Denn sogar die Gerichte haben sich schon mit dieser Frage beschäftigt, unter anderem das Amtsgericht Recklinghausen. Nach dessen Urteil ist klar: Gehbehinderte Mieter dürfen ihren Rollator im Hausflur abstellen. Allerdings nur, wenn es keinen anderen geeigneten Abstellort gibt und der Rollator dort niemanden über Gebühr behindert.

Wohnt ein gehbehinderter Mensch nicht im Erdgeschoss – kann er den Rollator also nicht in der Wohnung unterbringen – muss also ein Weg gefunden werden. „Das muss der Vermieter ermöglichen“, klärt der Hamelner Rechtsanwalt Rüdiger D. Hochstädt auf. Kommt das Treppenhaus nicht infrage, etwa weil der Weg für die Feuerwehr verstellt wäre oder weil der Vermieter das nicht möchte, muss er eine Alternative anbieten. Doch nicht jede Alternative muss der Mieter akzeptieren. Im Streitfall Recklinghausen hatte der Vermieter einen 20 Meter entfernten Schuppen ins Gespräch gebracht. Er bot auch an, den Rollator immer selber auf Anfrage in den ersten Stock hochzutragen. Doch diese Angebote muss die Mieterin nicht akzeptieren, urteilte das Amtsgericht – das sei nicht zumutbar.

Entscheidet sich der Vermieter dafür, einen nahegelegenen Unterstand für den Rollator einzurichten, kann er gegebenenfalls die Kosten dafür auf die Miete umlegen, erklärt Hochstädt. Im Hamelner Fall sieht die Lösung anders aus: Die Vermieterin brachte einen Haken im Treppenhaus an, an dem die Mieterin ihren Rollator anschließen kann.

Was ist nun aber, wenn der Rollator zum Beispiel die Kellertür verstellt? „Einem gesunden Menschen ist es zuzumuten, den Rollator zur Seite zu schieben oder wegzutragen“, sagt Hochstädt. Der Schutz gehbehinderter Menschen rücke hier deutlich in den Vordergrund.

Manchmal muss er sogar draußen bleiben: Nicht immer ist es einfach, einen Platz für den Rollator zu finden.dpa



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