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Jagdpächter sprechen von „alarmierender Zahl“ und fordern Tempolimit auf neuem Teilstück

Drastischer Anstieg von Wildunfällen auf B 83

Heinz Wömpener (vorne) und Julius Volquardsen suchen am Heineberg nach Spuren, die auf einen Wildwechsel hinweisen.

veröffentlicht am 11.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 04:21 Uhr

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Wehrbergen (gro). Zwei Füchse, zwei Marder, ein Dachs, drei Hasen und drei Rehe sind im zurückliegenden halben Jahr nach Eröffnung des drei Kilometer langen neuen Teilstückes der B 83 zwischen Fischbeck und Wehrbergen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Für den Wehrberger Jagdpächter Heinz Wömpener eine alarmierende Zahl. „Bisher hatten wir im Durchschnitt pro Jahr nur einen Fuchs, ein Reh und mal einen Hasen als Fallwild durch den Auto- oder Bahnverkehr zu beklagen. Wenn ich da die Zahlen des letzten halben Jahres hochrechne, komme ich auf ein Drittel des Abschusses allein beim Rehwild. Und das macht mir große Sorgen für unsere Jagd in Wehrbergen“, sagt Wömpener.

Sorgen machen sich auch Julius Volquardsen und Friedrich-Wilhelm Bredemeier. Sie grenzen mit ihrem Jagdgebiet des Stift Fischbeck an die Jagd von Wehrbergen an. Auch durch ihr Gebiet führt die neue Bundesstraße 83. Sie sind an den genannten Zahlen von Fallwild mit einem Reh und zwei Hasen beteiligt.

Wie Menschen Straßen und Wege benutzen, so laufen auch Wildtiere immer wieder die gleiche Strecke – in Jägerkreisen Wildwechsel genannt – zu ihrer Nahrung. Nördlich der Eisenbahn bei Wehrbergen liegt der Heineberg. Und der ist nach Aussage von Volquardsen ein Hauptwildeinstandsgebiet – nur gut 80 Meter von der Straße entfernt. Von dort aus ziehen die Rehe und übriges Wild über die ihnen schon lange bekannte Bahnstrecke in die Felder von Wehrbergen.

Unter der viel befahrenen B 83 vor den Toren Hameln ist ein Wild
  • Unter der viel befahrenen B 83 vor den Toren Hameln ist ein Wilddurchgang gebaut worden. Fotos: gro
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„Neue B 83 für Tiere eine Katastrophe“

„Die neue B 83 ist da für die Tiere eine Katastrophe, zumal in diesem Streckenabschnitt keine Wildschutzzäune stehen, wie beispielsweise in dem Teilabschnitt von hier aus in Richtung Hameln bis zur Kläranlage,“ erläutert Volquardsen. Daher plädiere er für die weitere Einzäunung der B 83 bis nach Fischbeck.

Wömpener sieht das nicht ganz so. Zwar sei der gesetzte Wildschutzzaun Richtung Hameln ab Höhe Wehrbergen gut und richtig, weil auch ein Wilddruchgang unter der Bundesstraße 83 geschaffen worden sei, aber er schlägt vor: „Man sollte es zunächst einmal mit Wildreflektoren an der Straße am Heineberg versuchen. Das wäre günstiger und unsere Landschaft würde nicht ganz eingezäunt werden“, begründet er.

Als weitere hilfreiche Maßnahme könnten sich alle Jäger ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern auf dem drei Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße 83 vorstellen. Einig sind sich Wehrberger und Fischbecker Jäger auch, dass die bislang getroffenen Maßnahmen zur Verhütung von Wildunfällen nicht ausreichen und nachgebessert werden müssen. „Dabei denken wir nicht nur an das Wild,“ so Wömpener, „sondern auch an die Autofahrer, die bei einem Unfall mit den Tieren nicht nur Sachschäden zu beklagen haben, sondern auch um Leib und Leben fürchten müssen.“

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