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Ex-Oberstadtdirektor 83-jährig gestorben / Jurist hatte großen Anteil an der Altstadtsanierung

Dr. Storck – eine führende Persönlichkeit

Hameln. Er war eine der führenden Persönlichkeiten dieser Stadt. War Oberstadtdirektor in Hameln, Staatssekretär im Bundesbauministerium, später Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse BHW, Hamelns größtem Arbeitgeber: Im Alter von 83 Jahren ist Dr. Louis Storck gestern verstorben.

veröffentlicht am 26.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Als Sohn eines Kaufmanns in Melle geboren, konnte Storck das Abitur erst nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft ablegen und studierte danach Rechtswissenschaften in Münster und Freiburg. Ab 1956 arbeitete er in der niedersächsischen Finanzverwaltung und wechselte 1963 zunächst als Stadtdirektor nach Gronau, 1965 als Oberstadtdirektor nach Hameln. Den damaligen Rat, so wissen Zeitzeugen, hatte er immer fest im Griff, was er sagte, wurde ohne Wenn und Aber gemacht.

Zur hiesigen Presse hatte der Verstorbene in seiner Amtszeit als OSD ein exzellentes Verhältnis: Immer montags lud er Journalisten und Politiker ein, um sie über den Fortgang der Hamelner Altstadtsanierung auf dem Laufenden zu halten, die er initiiert hatte und die auf immer mit seinem Namen eng verbunden sein wird. In seiner Zeit als Staatssekretär im Bundesbauministerium (ab 1968) trug er außerdem entscheidend dazu bei, dass Hameln als Modellstadt für die Sanierung ausgewählt wurde und so in den Genuss erheblicher Bundesmittel kam. Einer, der ihn noch aus jenen Tagen kennt, erinnert sich: „Da hieß es immer ,Gebt ihm bloß das Geld’, damit man ihn wieder loswurde.“ Storck habe als ausgesprochen durchsetzungsstark gegolten und als jemand, der Menschen für sich einnehmen konnte – wenn er denn wollte.

Eine „markante Persönlichkeit des deutschen Bausparwesens mit großen Erfahrungen auf dem Gebiet des Wohnungsbaus“ – so nennt ihn Andreas Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes privater Bausparkassen, der den Verstorbenen noch aus seiner Tätigkeit als Vorstandsassistent des BHW kannte. Storck war 1978 in das Hamelner Unternehmen an der Lubahnstraße eingetreten und wurde schon 1981 Sprecher der Geschäftsführung und nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Vorstandsvorsitzender; 1993 schied er aus der Holding aus. Ein früherer Mitarbeiter, der jahrzehntelang den Aufsichtsrat betreut hatte: „Er war durch und durch Politiker. Was er sagte, wollte er auch durchsetzen. Und er war hart in der Sache, aber immer verlässlich.“ So kannten ihn auch seine rotarischen Freunde. Und so kannte man ihn übrigens auch in der SPD, die mehr als 42 Jahre seine politische Heimat war. Aus Verärgerung über die ersten Linksbündnisse kehrte er der Partei 2002 aber den Rücken.

Storcks ganz große Passion aber war die Jagd. Waidgenossen, die ihn zum Teil schon viele Jahrzehnte kannten, charakterisieren ihn als „Urgestein“ mit einer geradezu unglaublichen Durchsetzungsfähigkeit, der sich auch an den kleinsten Dingen in der Natur noch erfreuen konnte und dem es nie in erster Linie um den jagdlichen Erfolg gegangen sei. Ein ganz wesentlicher Charakterzug, so beschreiben ihn die Jagdfreunde, sei seine persönliche Sparsamkeit gewesen, gepaart allerdings mit einer unendlichen Großzügigkeit anderen gegenüber. Das galt vor allem bei der Freigabe von Wild in seinen Revieren, die er unter anderem am Finkenborn oder in der Heide hatte. Beliebt war er im Freundeskreis auch als begeisterter und völlig textsicherer Sänger und geprägt durch eine geradezu abgöttische Liebe zu Jagdhunden. So war denn auch die Jagd das ganz große Hobby des Juristen, dem er fast bis zuletzt noch frönte.

Oberstadtdirektor, Staatssekretär, Vorstandsvorsitzender: Dr. Louis Storck (†)



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