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Doppelter Abi-Jahrgang feiert ausgiebig beim Umzug

veröffentlicht am 09.06.2011 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Von Jennifer Lietz
Hameln.  „Abi, Abi, Abi – Tur, Tur, Tur!“ Der Schlachtruf war gestern an vielen Ecken in Hameln zu hören. Gute Laune, bunte Farben – grün und rot scheinen die Trendfarben zu sein – und die Erleichterung über das bestandene Abitur: Das alles stand den Abiturienten ins Gesicht geschrieben. Sie zogen durch die Straßen und feierten ausgelassen, nachdem sie wochenlangen Prüfungsstress auszustehen hatten. Die Stimmung war doppelt gut, schließlich war es der doppelte Abiturjahrgang, der mit Polizeieskorte zu den Weserwiesen zog. Anders als von der Polizei erwartet, nahmen nicht nur tausend Teilnehmer an dem Umzug teil – es waren weit mehr als 2000.

Dass so viele mitgehen, wollte die Stadt eigentlich vermeiden. Sie hatte die Auflage erteilt, dass alle Abiturienten Bändchen am Handgelenk tragen und so von Nicht-Abiturienten zu unterscheiden sind. Der Plan ging offenbar nicht auf – „wir haben gar kein Abi gemacht“, gestanden etliche, die einfach mitfeiern wollten. „Aus Sicht der Stadt ist es gut gelaufen, nur das Auseinanderhalten der Jahrgänge hat nicht funktioniert“, sagte Stadtsprecher Thomas Wahmes. Trotzdem habe es keine Beschwerden von Anwohnern über vollgeschmierte Autos oder ramponierte Vorgärten gegeben. Auch das Vorhaben, den Alkoholkonsum per Verbot einzudämmen, hat nicht funktioniert; schon am ersten Treffpunkt waren viele betrunken.

Um 10 Uhr ging es vom Albert-Einstein-Gymnasium über den Mertensplatz zum Schiller-Gymnasium und weiter, um die Vikilu-Schüler aufzusammeln. Nachdem sich alle Gruppen angeschlossen hatten, marschierten sie laut grölend über die Münsterbrücke. Schnell waren die Weserwiesen erreicht, wo sämtliche Taschen kontrolliert wurden.

Dass es zu Verkehrsbehinderungen kam, sahen die Autofahrer locker. „Ich find’s gut“, kommentierte ein Fahrer den bunten Tross. Auch die Polizei zog ein positives Fazit, auch, wenn sich nicht jeder an die Regeln gehalten hat und einige mit Rauchbomben Ärger machten: „Unterm Strich war alles in Ordnung; aber es hat zu wenig Ordner gegeben“, sagte Einsatzleiter Boris Polzin. Dass trotz des Verbots wieder reichlich Alkohol floss, nahm die Polizei besorgt zur Kenntnis. „Der Erste ist schon um 11.30 Uhr weggetragen worden und war nicht ansprechbar“, sagt Polzin über einen 20-Jährigen, der nicht zu den Abiturienten gehört habe.

In der Notfallaufnahme des Sana Klinikums herrschte bis gegen 18 Uhr ähnlicher Betrieb wie in den Vorjahren. Zwei betrunkene Minderjährige mussten stationär aufgenommen werden, es gab auch Verletzte aufgrund von Schlägereien und Glasscherben. Die Polizei vermeldete vier Ingewahrsamnahmen.



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