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Komische Nacht: Comedians kamen und gingen, die Gäste blieben

Donald, Drogen und Dates

HAMELN. Wohin heute Abend – das war sicher eine schwierige Entscheidung für die Gäste der zehnten Komischen Nacht in Hameln, die an verschiedenen Orten die Lachmuskeln anregen sollte. Im Lalu, Grand Café täglich, Museumscafé, Mexcal, Hotel zur Krone, Sumpfblume und gleich auf zwei Ebenen des Monopol zeigten acht verschiedene Comedians in jeweils fünf Kurzvorstellungen wechselseitig ihr Können.

veröffentlicht am 07.03.2018 um 13:19 Uhr

Auch als Bauchredner mit seinem Partner Donald Duck überzeugt Comedian Amjad aus Emstetten. Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Angenehm für die Gäste: Nicht sie mussten von Ort zu Ort wandern, das machten die Comedians. So konnten die Zuschauer je nach Location nebenbei ein Buffet oder Cocktails ohne Zeitdruck genießen. Und sie hatten einen tollen Abend, wie im Monopol, wo zeitgleich auf zwei Ebenen gespielt wurde.

Den Auftakt machte Robert Alan, der nicht nur mit Urin gegen Feuerquallen kämpfte, sondern auch über Erdbeeren mit Kondomgeschmack philosphierte – und dabei von der Klangkulisse eines Keyboard begleitet wurde. Im Historischen Saal amüsierte derweil der Postbeamte a. D. Hans Herrmann Thielke, der früher einmal an einem Spaß-Aufbau-Lehrgang für das Dauerlächeln am Schalter teilgenommen hatte das Publikum. Vollgas gab dann Özgur Cebe, ein in Bielefeld geborener Moslem mit armenisch-türkischen Wurzeln. „Was ich in Deutschland vermisse, ist die Kinderfreundlichkeit – ja, echt, viele Kinder sind nicht freundlich!“ Zustimmendes Nicken der Frauen im Publikum gab es, als der Comedian bemerkte: „Man muss nicht immer eine Nahtoderfahrung machen, um gläubig zu werden. Bei Männern reicht dafür auch eine Erkältung.“

Ganz anders der Österreicher Niko Formanek, der charmant mit „Küss die Hand die Damen“ seine kurzweiligen Ausführungen über die Partnerschaft und deren Tücken begann. Gestenreich beschrieb er zudem seine Gewichtsabnahme und den dann unweigerlich notwendigen neonfarbenen String Tanga für Männer im Schwimmbad. Da schüttelten sich dann doch einige Damen. Viele hatten sich auf den Comedian „Der Storb“ gefreut, der jedoch erkrankt war. Am Mittag des laufenden Tages wurde dann Amjad aus Emstetten gebeten, kurzerhand in die Bresche zu springen. Und das machte er souverän. Amjad ist auch mit Deutschland verbandelt: „Ich habe eine deutsche Freundin aus Liebe – aus Liebe zum deutschen Pass“, nimmt er seine arabische Herkunft auf die Schippe. Und ein deutsches Wort habe ihn echt geprägt: der Frühschoppen. „Ich dachte immer, das wäre was mit morgendlichem Einkaufen.“ Besonderen Applaus erhielt er für die Bauchrednereinlage mit Donald Duck, dessen Bürzel am Hinterteil doch frappant an die Frisur eines US-Präsident erinnert.

Thomas Hapke, einer der Betreiber des Monopol, freute sich, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde. Beide Locations waren ausverkauft, wie nahezu allen anderen Veranstaltungsorten auch. „Wir sind schon viele Jahre dabei, denn das Konzept ist überzeugend, wie man an den Zuschauerzahlen sieht.“

Nicht frontal, sondern eher ruhig und subtil wie „Ich rede über Drogen und schlechten Sex, ich habe nämlich keinen Bock zu recherchieren“, schilderte Helene Bockhorst aus Hamburg zunächst über ihre Kindheit: „Ich hatte eine schlechte Kindheit, mein Vater hatte keine Zeit mich zu schlagen – das musste alles meine Mutter machen.“ Aber dafür habe sie früher viel Sex mit Leuten gehabt, die sonst keinen gehabt hätten. Vielleicht läge das an ihrer Brille. Und einen Tipp zum Online-Dating gab es auch: „Wenn du Leute vom Online-Dating draußen siehst, bist du nicht zu viel Online, nein, du bist zu viel draußen!“ Online-Dating sei vergleichbar mit Essen vom Lieferdienst: „Wenn es ankommt, sieht es ganz anders aus als auf dem Bild und ist auch lange nicht mehr so heiß.“ So ging ein wunderbar kurzweiliger Abend doch noch mit Lebenshilfe zu Ende und da der Autor dieser Zeilen leider die in andere Locations aufgetretenen Comedians Marc Weide und Freddy Farzady nicht erleben konnte, war dies bestimmt nicht seine letzte Komische Nacht.



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