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Eltern berichten von anderen Erfahrungen / Stadt: Jeden Fall einzeln betrachten

Doch kein Kita-Platz für jedes Kind?

HAMELN. Jedes Kind hat einen Kitaplatz – diese Nachricht der Stadt Hameln klang zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich haben sich in den letzten beiden Tagen viele Eltern auf Facebook oder per Mail bei der Dewezet gemeldet, die sagen, sie hätten keinen Kita- oder Krippenplatz für ihr Kind bekommen. Wie kann das sein?

veröffentlicht am 09.08.2018 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 18:50 Uhr

Haben auf einen Krippenplatz gehofft: Anne-Katrin Vorbrod und Olaf Watermann mit Sohn Ole. Vielleicht klappt es nun doch noch. foto: Dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Vorausgeschickt sei, dass Eltern auch einen Kita- oder Krippenplatz akzeptieren müssen, der nicht ihren Vorstellungen entspricht. Weil er zum Beispiel in einem Stadtteil wie Tündern oder Hastenbeck liegt. Eine Entfernung von fünf Kilometern ist rechtlich gesehen zumutbar. Auch wenn die Eltern nur am Nachmittag einen Platz bekommen, ist das zulässig. Berufstätigen Eltern nützt das allerdings in der Regel wenig. Nicht selten ist deshalb die Rede davon, dass sich die Stadt die Plätze auf diese Weise schönrechne.

Es gibt aber auch Fälle, die komplizierter sind. Wie zum Beispiel bei Olaf Watermann und Anne-Katrin Vorbrod. Sie haben ihren Sohn bei der Geburt im Elternportal angemeldet, doch eine Rückmeldung haben sie nie bekommen. Deshalb hat sich das Paar inzwischen beim Arbeitgeber von Anne-Katrin Vorbrod in Wunstorf um einen Platz bemüht und eine Zusage für Oktober erhalten. Der Haken: Wunstorf verlangt von Hameln einen Betriebskostenanteil von rund 300 Euro monatlich. Die Stadt Hameln lehnt das ab. „Da die Kosten für den Krippenplatz und der Betriebskostenanteil insgesamt 600 Euro betragen würde, ist fraglich, ob meine Freundin ab Oktober ihrer Tätigkeit wieder nachgehen kann“, sagt Olaf Watermann.

Stichtag ist der 1. August, dass es danach eng wird, ist keine Frage.

Thomas Wahmes, Stadtsprecher

Auf diesen Fall angesprochen heißt es aus dem Rathaus, dass gerade unterjährig – Ole ist im Oktober geboren – die Krippenplätze knapp seien. „Stichtag ist der 1. August“, betont Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Dass es danach eng wird, ist keine Frage“.

Er räumt allerdings ein, dass es nach Angaben des Online-Elternportals Tolina in einigen Kitas Krippenplätze gegeben habe, die sich aber „aufgrund nicht erfolgter Aktualisierungen bei einzelnen Trägern und technischer Probleme in Luft aufgelöst haben.“ Dennoch wolle man helfen: „Wir prüfen eine letzte Möglichkeit und werden uns mit den Eltern in Verbindung setzen. Entweder können wir dann einen Krippenplatz anbieten oder werden auf die Tagespflege verweisen – es wird auf jeden Fall eine Lösung geben.“ Wahmes verspricht zudem, jeden Fall, den Eltern der Dewezet melden, einzeln zu überprüfen.

Zum Thema Elternportal hieß es vor zwei Tagen aus dem Rathaus: Dort habe man sowohl im Ü-3-Bereich als auch im U-3-Bereich mehr Anmeldungen registriert, als Plätze vorhanden sind. Aus den unterschiedlichsten Gründen entsprächen die Anmeldungen jedoch nicht dem tatsächlichen Betreuungsbedarf.

Aber warum hat das Paar nie eine Antwort bekommen? Die Verantwortung liege bei den Einrichtungen, heißt es. Elternanfragen zu beantworten sei Aufgabe der Kitas.

Auch Jamila Kadi hat nur von einer Kita Antwort bekommen – eine Absage. Zwei hatte sie angefragt. Für ihre Tochter, die im November drei Jahre alt wird, will die Stadt nun einen Platz im Ü-3-Bereich anbieten. „Es gibt also auch hier eine Lösung“, sagt der Stadtsprecher. Er betont, dass jeder Fall individuell betrachtet werden muss.

Grundsätzliche Verwunderung herrscht bei Carsten Nitzsche, stellvertretender Vorsitzender des Kita-Stadtelternrats. Er habe davon gehört, dass es bei den Krippenplätzen ein Leck geben soll. Auch er übt Kritik daran, dass die Stadt Nachmittagsplätze mit in ihre Statistik nimmt, empfindet es ebenfalls als Schönrechnerei. „Vormittags arbeiten doch viele Eltern“, sagt er.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Die Aussage der Stadt war mutig. Auch wenn einiges bewegt wurde: Es gibt immer noch zu wenig Plätze, vor allem in den Krippen. Klar ist: Es gibt noch viel zu tun, vor allem beim immer noch nicht richtig funktionierenden Elternportal. Ich drücke den Eltern die Daumen, die sich bei der Dewezet gemeldet haben, und für deren Kinder die Stadt bald eine Lösung finden will.



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