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Spektakulärer Prozess beginnt / Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität klagt sieben Männer an

Disko-Schießerei – ging es um Rauschgift?

veröffentlicht am 16.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

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Hameln/Hannover (ube). 13 Monate nach der Schießerei vor der Diskothek „Nachtschicht“ in Klein Berkel müssen sich ab Donnerstag sieben Männer im Alter von 24 bis 52 Jahren vor dem Schwurgericht in Hannover wegen eines bewaffneten Angriffs auf das Tanzlokal am Multimarkt verantworten. Die für Organisierte Kriminalität (OK) zuständige Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Hannover hat den 24 Jahre alten B. und den 28 Jahre alten M. wegen versuchten Totschlags angeklagt. Die fünf mutmaßlichen Komplizen müssen sich wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag verantworten. Auf der Anklagebank sitzen – bis auf eine Ausnahme – polizeibekannte Personen aus Hameln, Hannover und Coppenbrügge.

Der Prozess findet vor der 13. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch statt. Er beginnt um 9 Uhr im Saal 127 und wird sich wohl bis zum Juni hinziehen. Geplant sind vorerst zehn Verhandlungstage. Die Angeklagten werden von acht Rechtsanwälten – darunter sind so bekannte Strafverteidiger wie Eckart Klawitter, Michael Fürst und Burkhard Papendick – vertreten. Es ist anzunehmen, dass das Landgericht Hannover besonders starke Sicherheitsvorkehrungen treffen wird. Bei einem Prozess vor dem Amtsgericht Hameln, es ging um die Herkunft der Tatwaffe, sollten B. und M. am 15. September als Zeugen aussagen. Seinerzeit kam es zu einem Tumult (wir berichteten). Vor und im Gerichtssaal wurden mehrere gefährliche Waffen (Teleskop-Schlagstock, auch Totschläger genannt, Kurzschwert, Gaspistole und Pfefferspray) eingesetzt. Dass die für die Organisierte Kriminalität zuständigen Staatsanwälte Anklage erhoben haben, lässt vermuten, dass die Ankläger glauben, die Gruppe habe seinerzeit versucht, die Tür der neuen Diskothek mit Gewalt zu übernehmen. Von „Revierkämpfen im Türsteher-Milieu“ ist die Rede.

Bereits im Vorfeld soll es vor dem am 20. Dezember 2007 eröffneten Club zu Provokationen, aber auch zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Die Dewezet erfuhr: In Ermittlerkreisen wird davon ausgegangen, dass es um „Distriktstreitigkeiten“ ging. Insider behaupten, kriminelle Türsteher-Banden wollten Eingänge von Diskotheken kontrollieren, „weil sie dann leichter Einfluss auf den Drogenhandel nehmen können“. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten sich am Abend des 7. Februar 2007 in einem Hamelner Box-Club getroffen. Dort soll B. den anderen die Schusswaffe gezeigt haben. Bewaffnet mit Schlagwerkzeugen (Polizisten stellten am Tatabend eine Spaltaxt, Holzstiele, Metallstangen, Latten und Baseballschläger sicher) sollen die Männer um 21.50 Uhr vor der Diskothek „Nachtschicht“ auf das Sicherheitspersonal zugegangen sein. Ein Türsteher feuerte einen Schuss mit einer Schreckschusspistole ab.

Der Tatort ist abgesperrt: Am Eingang der Disko wurde geschossen. Eine Kugel schlug in der Tür ein.

Gab der Angeklagte den Befehl: „Hol die Waffe!“?

Der Angeklagte B. soll daraufhin gerufen haben: „Hol die scharfe Waffe!“ I. (29) sei losgelaufen und hätte aus dem Auto von S. (31) eine Pistole vom Typ „Browning“, Kaliber 6,35, geholt, meint die Anklagebehörde. I. soll S. die Schusswaffe zugeworfen und dieser die Pistole dann an M. weitergereicht haben. „Der Angeklagte M. soll zwei Schüsse auf die Türsteher abgegeben haben“, so Richter Michael Kannengießer. Ein Projektil schlug in Kopfhöhe in der Glasscheibe der Eingangstür ein, verfehlte einen Wachmann und einen Gast laut Gericht „nur knapp“.



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