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Kunstmesse „takeart“ lockt Massen

Dieser Markt der schönen Dinge zieht magisch an

Hameln. „Die sehen ja wirklich sehr hübsch aus, und die Preise sind auch vernünftig, oder?“, fragt eine mit Einkaufstüten beladene Frau ihre Freundin. Beide waren eigentlich nur mal eben auf ein Stück Kuchen und ein Tässchen Kaffee in den Hefehof gekommen – und unversehens mitten hinein in die zweite Auflage der Kunstmesse „takeart 2009“ geraten. Organisiert haben diesen Markt der schönen Dinge Hefehof-Chef Jobst-Walter Dietz und Verleger Gilbert Giebel.

veröffentlicht am 01.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 02:41 Uhr

Kunst-Dozent Klaus-Michael Dinter aus Lage setzt auf spektakulär

Autor:

Ernst August Wolf
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„Die 30 Aussteller kommen überwiegend aus der Region, aber auch aus Berlin und Düsseldorf“, erläutert Giebel. Ein Platz bei „takeart“ sei mittlerweile sehr begehrt, sodass schon genau auf die Qualität der Bewerber geachtet werden müsse. In den nächsten Jahren wolle man vor allem jüngeren Künstlern aus Universitätsstädten Ausstellungsmöglichkeiten anbieten, plant Giebel.

„Für uns Künstler ist diese Form der Präsentation nicht nur wegen des tollen Flairs äußerst attraktiv, denn durch das Direktmarketing ohne teure Galeriezuschläge von bis zu 70 Prozent können wir unsere Preise viel publikumsfreundlicher gestalten“, stellt Marc Düe aus Bad Münder fest.

Kaum gesagt, bleibt auch schon eine Interessentin vor Dües großflächigen Fantasiebildern stehen. Ein Verkaufsgespräch bahnt sich an, in dem nicht gefeilscht, sondern eher über die Frage „Was ist Kunst?“ philosophiert wird. Für Düe keine Frage: „Sich kreativ auszudrücken, das Seelenleben, das Innere nach Außen kehren.“ Die potenzielle Kundin nickt zustimmend.

Unter dem gestrengen Blick von Carl Lagerfeld: Design-Profi Esth
  • Unter dem gestrengen Blick von Carl Lagerfeld: Design-Profi Esther Hansen aus Rinteln (re.).
Mit Feder im Haar und Kohlestift in der Hand: James Donnachie po
  • Mit Feder im Haar und Kohlestift in der Hand: James Donnachie porträtiert eine Besucherin.
Spagat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion: Die Künstler
  • Spagat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion: Die Künstlerin Marlis Frintrop lebt seit zwölf Jahren in Hameln. „Kunst muss bezahlbar sein“, sagt die gebürtige Kölnerin. Sie bietet deshalb nicht nur Originale, sondern auch preiswerte Drucke ihrer Bilder auf der Kunstmesse „takeart“ an. Fotos: eaw

Uwe Lehrke aus Hameln hat bereits gekauft. „Ich habe mich sofort in das Bild „Stadtgespräch“ von Marlis Frintrop verliebt, einfach wunderschön. Das passt voll zu meiner Lebensphilosophie – und zum Rotwein“, erklärt der frankophile Rotweinliebhaber, der takeart-Besucher bei der Auswahl eines guten Tropfens berät. „Kunst und Wein haben viel gemeinsam, passen sehr gut zusammen, denn schließlich ist die Winzerei auch eine Kunst“, stimmt ihm der Dettelbacher Weinexperte und Gastro-Berater Christoph Derichs zu.

Obgleich der Besuch am Eröffnungstag etwas schleppender als im letzten Jahr anlief, drängen am späten Nachmittag dann doch die erhofften Massen in die „Kunstmarkthalle Hefehof“.

Und denen fallen nicht nur Klaus-Michael Dinters goldglänzendes Aktmodell aus Plastik, sondern auch Kerstin Nieto-Madrids pastellfarbene „Engelbilder“ ins Auge. Die zarten Lichtwesen der 50-jährigen Burgdorferin finden reges Interesse. „Die hängen überall: in Arztpraxen, Frisiersalons und Kosmetikstudios“, so die mit einem Kolumbianer verheiratete Malerin. Spirituelles und Sinnsuche liegen offenbar im Trend.

Wie aber den richtigen Preis finden? „Die schwierigste Frage überhaupt“, weiß Marlis Frintrop. Für die seit zwölf Jahren in Hameln lebende Kölnerin muss Kunst bezahlbar sein. „Ich biete deshalb von meinen Bildern auch preiswerte Drucke an“, erklärt sie. Ihre Motive sind teils gegenständlich, teils abstrakt gestaltet. „Von wegen abstrakt kann jeder, ohne eine handwerkliche Durchdringung des Gegenständlichen ist keine erfolgreiche Abstraktion möglich“, stellt sie vehement klar.

Während die Rintelner Designerinnen Esther Hansen und Monika Gehring unter den gestrengen Augen eines überdimensionalen, künstlerisch verfremdeten Karl Lagerfeld ihre kunstgewerblichen Produkte anbieten, stellt Acryl-Malerin Margot Scholz aus Burgwedel fest: „Kunst muss gefallen, die Leute müssen sich das gerne an die Wand hängen wollen.“ „Und? Wie gefällt dir das?“ fragt eine ältere Dame ihren Ehemann. „Wirklich sehr gut“, erwidert der, doch bleibt unklar, ob er das knallbunte Venedig-Bild von Maren Scholz oder das kurvenreiche Nacktmodell nebenan meint, das von Bodypainter Jörg Düsterwald geraten kunstvoll verziert wird.

„Takeart“ – die Zweite, da kam auch diesmal wieder jeder Kunstfreund auf seine Kosten.



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