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Er läuft und läuft und läuft - seit 16 Jahren

Dieser Audi hat über 1 Million Kilometer auf dem Buckel

Hameln. Äußerlich betrachtet sieht man dem Audi A4 sein kleines Geheimnis nicht an. Immerhin hat das Auto von Dieter Mefus bereits 1 058 000 Kilometer auf dem Buckel. Und das noch mit dem ersten Motor. 

veröffentlicht am 13.04.2016 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

Dieter Mefus sitzt am Steuer seines Audi A 4. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Die glänzende Metalliclackierung hat keine Kratzer, allenfalls eine winzige Delle ist im Blech und ein paar Steinschläge unterhalb des Kühlergrills. Und der Schaltknüppel hat durch Abrieb zwei, vielleicht drei Millimeter an Breite verloren.

Altkanzler Schröder hat man scherzhaft nachgesagt, er würde Audi fahren, damit er an den vier Ringen erkennen könne, wie oft er geheiratet habe. Die Partnerschaft vom Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU) und seinem Wagen hält dagegen schon mehr als 16 Jahre – und eben schon über eine Million zusammen zurückgelegte Kilometer. Das ist fast dreimal die Strecke zum Mond, eine 26-fache Erdumrundung oder die Länge von über 25 000 Marathonstrecken.

Ihre „erste Million“ machten Audi und Mefus am 15. April letzten Jahres voll – auf einer Straße zwischen Warendorf und Münster. Doch gerade da streikte die Technik des sonst zuverlässigen Wagens. Es schien, als würde der Audi ähnlich einer gereiften Diva nicht sein wahres Alter – beziehungsweise seine Laufleistung – zeigen wollen. Der Tacho gab seinen Geist auf – bei genau angezeigten 999 949 Kilometern.

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Der 16 Jahre alte Wagen wird stets scheckheftgepflegt. Foto: fn

 „Erst habe ich die Tour genossen. Die macht man ja nicht jeden Tag. Dann dachte ich, dass das ja nun nicht wahr sein kann und der Tacho 50 Kilometer vor der Million die Biege macht“, erzählt der Rechtsanwalt. Später erfährt der Audifahrer, dass die Technik der Anzeige einer siebenstelligen Zahl nicht gewappnet war. Mittlerweile hat sein Audi einen neuen Tacho – spendiert von Mefus‘ Vertragswerkstatt.

 Ein wenig hängt der 55-Jährige schon an seinem Audi, auch wenn „man Emotionen eher Menschen – und nicht Sachen – entgegenbringen sollte“, wie er sagt. „Aber wenn sie ein Auto so lange gefahren sind ...“, fährt er fort. Vielleicht bekommt sein A 4 schon deshalb immer eine Handwäsche. Reparaturen am Fahrzeug haben keine 10 000 Euro gekostet, erzählt der Geschäftsführer. Das Getriebe wurde zwischenzeitlich getauscht, auch die Klimaanlage gab mal ihren Geist auf. „Aber selbst der Auspuff ist noch voll in Ordnung“, betont Mefus.

 Der Audi lief im Dezember 1999 vom Band und wurde am 3. Januar 2000 zugelassen. Das Alter von 16 Jahren bemerkt man eigentlich nur an der Ausstattung. Radio mit USB-Anschluss oder CD-Recorder? Fehlanzeige. „Da ist ein Navi drin, für das es seit 2004 keine Updates mehr gibt. Da brauche ich allein für Deutschland drei CDs“, erklärt Mafus.

 Bekannte hatten dem Juristen erzählt, dass der A 4 mit einer Millionen gelaufenen Kilometern ins Museum kommen könnte. „Stimmt nicht. Audi ist daran überhaupt nicht interessiert“, weiß der Autofahrer inzwischen. „Zwei- bis dreimal im Jahr werden uns solche Autos angeboten“, sagt Thomas Erdmann, Unternehmenshistoriker des Ingolstädter Autobauers. Der Audi-Mitarbeiter erzählt, dass unter den ausgestellten Audis Taxis seien. Er selbst habe von einem Taxi mit fast unglaublichen drei Millionen Kilometern auf der Uhr gehört.

 Vielfahrer Mefus weiß, dass er für Automobilhersteller eigentlich kein „guter Kunde“ sei. „Das Auto hat neu 63 000 Euro gekostet. Wenn man alle 200 000 Kilometer einen Neuwagen kauft, zahlt man zahlt jeweils 20 000 Euro zu. Ich hätte 100 000 Euro ausgegeben, um die Fahrzeuge zu wechseln“, rechnet der Jurist akribisch vor. Das sei mehr Geld, als er für Diesel bezahlt habe, betont er.

„Ein Wahnsinn, das muss ich schon sagen. Das schaffen nur Autos, deren Fahrer die Fahrzeuge nicht außergewöhnlich belasten“, staunt auch Hamelns Oldtimer-Experte Reinhard Burkart über die Kilometerleistung des Wagens. Wenn die Familie in Urlaub fährt, bleibt sein Audi übrigens in der Garage. „Dann nehmen wir unseren größeren Touareg. Und meine Frau fährt. Als Beifahrerin denkt sie immer, ich fahre nicht sicher genug“, so Mefus.



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