weather-image
23°
Tattoos – verboten, verpönt und doch heiß begehrt / Laser hilft bei der Entfernung

Diesen Schmuck wollen Chefs nicht sehen

Hameln (mb). Bunte Blumen, chinesische Schriftzeichen, Sprichwörter, Porträts, Comicfiguren – den vielseitigen Tattoo-Motiven sind keine Grenzen gesetzt. Vor allem jetzt zur Sommerzeit, in der viele leicht bekleidete Hamelner auf den Straßen unterwegs sind, kommen die kleinen und großen Kunstwerke ans Tageslicht. Doch welche Geschichten stecken hinter den bunten Bildchen, und was sagen Vorgesetzte dazu?

veröffentlicht am 05.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

270_008_5758580_hm205WolfgangWalter1708.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Ich bin tätowiert, weil ich es einfach schön finde. Ich habe acht Tattoos“, erzählt Susanne Schnackertz. Der ästhetische Aspekt ist manchmal entscheidend, doch häufig verbergen sich hinter den Bildern und Schriftzügen auch Bedeutungen. Franziska Knorr, die auf dem Unterarm eine Rose mit dem Schriftzug „Daddy in Love“ trägt, erklärt: „Meine erste Tätowierung habe ich mir als Erinnerung an meinen verstorbenen Papa stechen lassen.“ Christian Lofing zeigt stolz eine Tätowierung, die die Namen seiner Kinder Tom und Amy zeigt. Dass die Familie oft eine Rolle bei der Wahl des Motivs spielt, zeigt auch Katlin Buchmeier, die neben anderen Tattoos einen kleinen Totenkopf auf der Schulter trägt: „Er ist ein Familiensymbol, den alle aus meiner Familie so ähnlich tragen.“

Fakt ist: Eine Tätowierung ist kein herkömmlicher Schmuck, der bei unterschiedlichen Anlässen beliebig angepasst werden kann wie ein Paar Ohrringe. Somit ist diese Art der Körperverzierung auch manchmal noch, gerade bei Arbeitgebern, unbeliebt, da Tattoos oft ein anrüchiges Bild vermitteln – das eines Seefahrers beispielsweise, oder gar das eines Verbrechers. Walter Kinast vom Personalmanagement der Stadtsparkasse Hameln: „Tattoos sind bei uns nicht unbedingt erwünscht. Doch man muss sich das Gesamtkonzept ansehen. Wir haben eine Kleiderverordnung, die lange Hemden und Anzüge vorschreibt, von daher gab es bisher keine Probleme.“ Mit einer auffälligen Tätowierung, gerade im Gesichts- und Halsbereich, hätte er aber schon ein Problem. Anja Sprich, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, sagt: „Bei uns gibt es keine Vorschriften, die eine Tätowierung verbieten, und somit auch keine Probleme.“ Es gebe durchaus tätowierte Mitarbeiter.

Genaue Gedanken über Motiv, Stelle und Größe eines Tattoos schaden jedoch nicht. Einen Job in der Gastronomie zu bekommen, wird mit einer Tätowierung, die man nicht abdecken kann, schwer. Gabriele Güse, Vorsitzende des Wirteverbandes Dehoga und Chefin des Hotels „Stadt Hameln“: „Jedes sichtbare Tattoo auf Händen, Armen und Gesicht ist bei uns nicht erwünscht.“ Das bedeutet für tätowierte Bewerber: „Beim Vorstellungsgespräch wird es für jemanden mit Tattoos Probleme geben.“

270_008_5758585_hm209ChristianLofing_1708.jpg
  • Christian Lofing: „Ich habe die Namen meiner Kinder auf der Haut und noch weitere familiäre Tattoos. Ich habe einfach Spaß daran.“
270_008_5758581_hm206KatlinBuchmeier_1708.jpg
  • Katlin Buchmeier: „Mein erstes Tattoo habe ich mir als Erinnerung an meinen verstorbenen Cousin stechen lassen, danach konnte ich nicht mehr aufhören. Im Dekolleté habe ich zwei Schwalben mit den Namen meiner Eltern tätowiert.“
270_008_5758578_hm204FranziskaKnorr_1708.jpg
  • Franziska Knorr trägt ein Tattoo in Erinnerung an ihren Vater (unten): „Insgesamt habe ich vier Tätowierungen und jede hat bei mir eine andere Bedeutung.“
270_008_5766824_hm203FranziskaKnorr_2208.jpg
270_008_5758585_hm209ChristianLofing_1708.jpg
270_008_5758581_hm206KatlinBuchmeier_1708.jpg
270_008_5758578_hm204FranziskaKnorr_1708.jpg
270_008_5766824_hm203FranziskaKnorr_2208.jpg

„Als Auszubildender bekommt man eine Einweisung, die auch einen Dresscode beinhaltet, der besagt, dass Tattoos abgedeckt werden müssen, wenn man im Kontakt mit Kunden arbeitet“, so Rüdiger Grimmert, Pressesprecher BHW/Postbank. Es sei ein Unterschied, ob man eine kleine Rose oder eine politische Äußerung auf dem Unterarm trage.

Dass Tätowierungen immer mehr in die Öffentlichkeit rücken, beweisen Stars wie Angelina Jolie oder Johnny Depp, deren Körper mit Sticheleien verziert sind. Mittlerweile gibt es auch Modelagenturen, die speziell tätowierte Models suchen.

Trotz des ästhetischen Aspekts werden Tattoos aber auch übergestochen oder entfernt. Erich Eisenhauer, Tätowierer und Chef vom Tattoo-Studio Eisenhauer, sagt dazu: „Gründe fürs Übertätowieren sind häufig selbst gestochene Motive, Jugendsünden oder ein schlechter Tätowierer.“ Passend dazu gesteht Frank Ahlvers, der Tattoos auf den Armen trägt: „Meine Tätowierungen sind Jugendsünden und haben an Bedeutung verloren.“ Zum Thema Entfernung sagt Eisenhauer: „Eine gute Möglichkeit zur Tattoo-Entfernung ist der Laser.“ Dieser lasse dunkle Tattoos aufhellen und fast ganz verschwinden. „Die Entfernungsmöglichkeiten werden immer besser“, weiß er.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt