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Polizisten fassen zwölf mutmaßliche Einbrecher – sie sollen Häuser und Schulen geplündert haben

Diebesbande richtet 150 000 Euro Schaden an

Hameln (ube). Der Hamelner Polizei ist eine zwölfköpfige Bande ins Netz gegangen. Die jungen Männer sollen seit Herbst 2009 in wechselnder Beteiligung 46 Einbrüche in Wohnhäuser, Betriebe, Schulen und Kindergärten verübt haben. Der Schaden wird auf 100 000 bis 150 000 Euro geschätzt. Sechs Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Die übrigen sechs ins Visier der Fahnder geratenen Verdächtigen befinden sich auf freiem Fuß. Während einige noch schweigen, legten andere bereits Teilgeständnisse ab. Elf der zwölf 17 bis 19 Jahre alten Hamelner haben einen Migrationshintergrund – sie gehen entweder noch zur Schule oder haben sich arbeitslos gemeldet.

veröffentlicht am 19.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 17:41 Uhr

Nach der Verhaftung müssen die Ermittler das sichergestellte Die
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Die Ermittler des 2. Fachkommissariates waren der kriminellen Clique bereits seit Monaten auf der Spur. Sie sammelten in dieser Zeit Beweise und Indizien. „Im Fernsehfilm werden Fälle wie dieser in 90 Minuten gelöst. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Es ist wie Puzzlespiel. Viele Einzelteile ergeben irgendwann ein klares Bild“, sagt Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki.

Bereits am 24. Januar hatten Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes erste Maßnahmen gegen Personen aus der Gruppe ergriffen. Zwei Männer standen im Verdacht, einen Einbruch in ein Fotogeschäft in der Hamelner Innenstadt begangen zu haben. Nachdem bei Hausdurchsuchungen Diebesgut gefunden worden war, wurden ein 17- und ein 19-Jähriger verhaftet. Spätestens jetzt hätten die anderen Bandenmitglieder wissen müssen, dass ihnen die Ermittler dicht auf den Fersen sind. Offenbar unbeeindruckt von den Festnahmen, ließ sich die dreiste Clique aber nicht von weiteren Straftaten abhalten. Nur 48 Stunden später wurden zwei weitere mutmaßliche Mitglieder der Diebesbande (18, 19) in Hannover von Polizeibeamten überprüft. Grund: In einem An- und Verkaufsgeschäft hatten sie jede Menge Laptops, Digitalkameras, Flachbildschirme und Beamer zum Verkauf angeboten. Die Männer erzählten, sie hätten die Sachen für 200 Euro von einem Unbekannten in Hameln gekauft. Dass es sich um „heiße Ware“ handelt, ahnten die Beamten – sie konnten es zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht beweisen. Inzwischen steht fest: Die Geräte waren in Kindergärten und in einer Spedition gestohlen worden.

In der Nacht von Montag auf Dienstag gingen vier Bandenmitglieder erneut auf Diebestour. Sie stiegen zunächst in das Bürogebäude eines Entsorgungsunternehmens an der Dieselstraße und wenig später in die Jugendwerkstatt an der Ruthenstraße ein. Dort lösten die Täter um kurz nach 2 Uhr Alarm aus. Ein privater Sicherheitsdienst traf wenige Minuten später am Tatort ein. Der Wachmann sah vier junge Leute weglaufen und informierte die Polizei. Großfahndung! Polizisten nahmen an der Ruthenstraße zunächst einen 18-Jährigen fest. Zwei weitere Verdächtige (19, 19) wurden kurz darauf an der Deisterstraße geschnappt. Der Vierte im Bunde konnte entkommen – der 18-Jährige stellte sich jedoch am Nachmittag bei der Polizei. „Die jungen Männer sind uns bekannt – gegen sie ist bereits wegen Eigentumsdelikten ermittelt worden“, sagt Schedlitzki.

„Die Einbrecher haben stets Computer- und PC-Zubehör, Flachbildschirme, aber auch Kameras, Geld und Schmuck gestohlen“, berichtet der Oberkommissar. Die Täter sollen Häuser und Wohnungen im Wangelister Feld und in der Nordstadt, Hamelner Schulen und Kindergärten in Hameln, Klein Berkel, Tündern, Groß Berkel, Hämelschenburg und in Fischbeck geplündert haben.

„Als die Kollegen richterliche Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckten, wurden sie und ihre Familien von einem Angehörigen der Tatverdächtigen bedroht“, sagte Schedlitzki. Einige mutmaßliche Kriminelle hätten heftigen Widerstand geleistet.



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