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Fakten, Zahlen, Geschichte

Die ultimativen Drachenboot-FAQs

HAMELN. Die Sportart Drachenbootrennen ist auch in Deutschland beliebt, ihre Wurzeln hat sie aber in Südchina. Seit mehr als 2000 Jahren werden in den wasserreichen Regionen des Jangtse-Flusses Drachenbootfeste abgehalten. Auch in Hameln gehört die Drachenboot-Fun-Regatta zu den größten Sportereignissen im Jahr. Zeit für den Faktencheck, Zahlen, Infos und Geschichte.

veröffentlicht am 14.06.2017 um 14:24 Uhr
aktualisiert am 22.05.2018 um 14:10 Uhr

Sieht anstrengend aus, macht aber auch jede Menge Spaß. Foto: Archiv/fn
Tomas Krause

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Tomas Krause Onlineredakteur zur Autorenseite
Wie lang ist die Rennstrecke?
International übliche Wettkampfstrecken haben gerade Bahnen von 250 und 500 Meter Länge. Die Bahnen sind meistens durch Bojen markiert.  Die Strecke in Hameln ist 250 Meter lang.

Wie lange braucht ein gutes Team für diese Distanz?
Spitzenmannschaften benötigen für die 250 Meter knapp eine und für die 500 Meter knapp zwei Minuten.

Wie viele Paddler sitzen im Boot?
Etwa 18-20. Die Paddler sitzen nebeneinander in zwei Reihen.

Wer bestimmt das Tempo? Wer steuert?
Im Bug befindet sich ein Trommler, der entgegen der Fahrtrichtung auf einem Podest sitzt und mit lauten Trommelschlägen die Paddelfrequenz vorgibt. Im Heck steht ein Steuermann, der mit einem langen Steuerpaddel die Richtung des Bootes bestimmt.

Wie viele Renn-Bahnen gibt es?
4 Bahnen gibt es auf der Strecke. Die besten Bedingungen herrschen auf den inneren Bahnen, hier ist die Fließgeschwindigkeit des Flusses höher. Zu den Ufern hin wird sie geringer.

Wie viele Teams fahren mit?
Insgesamt sind es dieses Jahr 64 Teams. Die meisten starten als Fun-Mannschaften, manche aber auch im Sportbereich.

Welche Mannschaft hat bisher die meisten Erfolge feiern können?
Das Team von  LifeSports.

Seit wann gibt es die Drachenboot-Fun-Regatta in Hameln?
Seit 2003. In diesem Jahr ist es die 16. Auflage.

Wie groß ist ein Drachenboot?
Ein Drachenboot ist zwölfeinhalb Meter lang und etwa 1,20 Meter breit. Moderne Boote sind aus Kunststoff und wiegen rund 250 Kilogramm, klassische Bootstypen wurden aus massivem Holz gefertigt und waren bis zu einer Tonne schwer.

Wie lang ist ein Paddel?
Paddel können aus Kunststoff, Holz oder Karbon gefertigt sein und ca. 1 Meter lang. Jeder Paddler setzt das Stechpaddel nur auf einer Seite ins Wasser. Boote und Paddel unterliegen einheitlichen Normen.

Wie lauten die Kommandos?
  • Are you ready: Alle Paddler gehen in Auslage, d.h. sie beugen ihren Oberkörper nach vorne. Das Paddel wird mit ausgestrecktem Arm, auf Höhe des Oberschenkels des Vordermanns über das Wasser gehalten.
  • Attention: Alle Paddler senken das Paddel ins Wasser, das Blatt muss komplett unter der Wasserlinie liegen.
  • Go: Start! Alle Paddler machen je nach Taktik 3 oder 5 sehr kräftige Züge. Ziel ist es unter dem Boot eine Luftblase zu erzeugen, auf der das Boot fährt. Anschließend folgen sehr schnell Schläge, dann lange Züge bis ins Ziel.
  • Rechts/links beiholen: Die Paddler der ersten drei Reihen korrigieren die Lage des Bootes mit leichten Schlägen zum Boot hin
  • Schlag zurück: Alle Paddler rudern zurück.
  • Boot stoppen: Alle Paddler halten das Paddel ins Wasser.

Seit wann gibt es Drachenbootrennen in Deutschland?
Das erste Drachenbootrennen in Deutschland gab es 1987 im Rahmen der Kanurennsport-WM in Duisburg, im Jahre 1989 kam es vereinzelt vor allem in Norddeutschland zur Gründung von Teams.

Zu einem modernen internationalen Wettkampfsport entwickelte sich das Drachenbootrennen erst in jüngerer Zeit. 1976 fanden in Hongkong die ersten Bootsrennen statt, an denen auch nicht-chinesische Teams teilnahmen. Internationale Rennen gibt es derzeit in Australien, Kanada, Neuseeland, Malaysia, Südafrika und Europa.

Wie ist das Drachenbootfahren entstanden?
Die Geschichte des Drachenbootes führt uns zurück ins 2. Jahrhundert vor Christus . . . Zu dieser Zeit lebte im chinesischen Königreich ein Minister Qu Yuan. Er war sehr beliebt bei seinem Volk; bei seinem König war er jedoch in Ungnade gefallen und wurde aus seinem Amt entlassen. Unglücklich wanderte er nun ziellos umher und schrieb Liebesgedichte an sein Volk und sein Land. Unfähig, den Schmerz zu ertragen, beging Qu Yuan Selbstmord, indem er sich in den Fluss Mi Lo stürzte. Die Legende besagt, dass einheimische Fischer mit ihren Booten wie um die Wette auf den Fluss hinausfuhren, Qu Yuan ins Leben zurückzuholen. Um seinen Körper vor den gefräßigen Fischen zu schützen, schlugen sie mit ihren Paddeln kräftig auf das Wasser.

Wie viele Drachenboot-Vereine gibt es?
Es gibt in Deutschland etwa 50 Drachenboot-Vereine, die im Deutschen Kanu-Verband organisiert sind.

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