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Umfrage unter 650 Leuten für bessere Ausrichtung der Angebote

Die Sumpfblume will‘s wissen

veröffentlicht am 06.10.2016 um 14:29 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die Sumpfblume will‘s wissen. Sie will wissen, wie sie künftig aufgestellt sein muss, wenn sie als soziokulturelles Zentrum in Hameln weiterhin von Bedeutung sein will. Deshalb hat sie jetzt unter 650 Bürgern eine Umfrage zu den Interessen der Hamelner durchgeführt. Denn die Zeiten, in denen der Sumpfblume die Türen vor allem von jungen Leuten eingerannt wurden, sind offenbar vorbei. Das Gros der Gäste ist über 40 Jahre alt. Der demografische Wandel lässt grüßen.

Die Umfrage ist Teil der großangelegten Neuorientierung der Sumpfblume, die Geschäftsführerin Linda Meier bei ihrem Antritt vor anderthalb Jahren losgetreten hat. Die Gastronomie wurde mit neuen Essensangeboten aufgefrischt, die Kultur um neue Darbietungsformen erweitert (wir berichteten). Die Umfrage soll dazu dienen, das Angebot der Sumpfe künftig noch zielgerichteter gestalten zu können.

Im Gespräch mit Michael Thiemer (36) von der Gastronomie-Leitung der Sumpfblume schildert er, dass sich die Interessen bei jungen Menschen verändert hätten. „An erster Stelle steht heute Fitness, gefolgt unter anderem vom Daddeln“, also dem Spielen am Computer, sagt er. „Bei uns hatte früher ,Party‘ Priorität.“

Gefeiert wurden diese Partys von vielen jungen Hamelnern vorzugsweise in der Disco der Sumpfblume. Doch die lockt heute kaum noch jemanden hinterm Ofen hervor. „Die alten Disco-Formate funktionieren nicht mehr, also müssen wir darauf reagieren“, sagt Thiemer. Und bei der Gerneration, die noch die Sumpfblume am Güterbahnhof besucht hat, war die Interessenlage womöglich wieder eine andere. „Die Soziokultur entwickelt sich“, meint der 36-Jährige. „Diejenigen, die damals mit der Soziokultur anfingen, sind heute im Rentenalter.“ Das spiegelt sich mitunter auch im Publikum der Sumpfblume wider.

Aber die Sumpfe will nicht nur wissen, ob und wenn ja, wie, sie in Zukunft Menschen in die Disco lockt. Sie will wissen, für welche Kulturformate sich die Hamelner überhaupt interessieren. Für klassische Angebote, wie Konzerte, Theater, Kino, Lesungen oder Kabarett? Oder für Aktivitäten, die viele vermutlich gar nicht unter den Oberbegriff Kultur fassen würden, wie Zocken (Computerspiele), Comedy oder eben Party? Wie viele Hamelner interessieren sich für kreatives Arbeiten, Ehrenamtliches oder Politik? Welche Freizeitmöglichkeiten fehlen in Hameln noch? So und ähnlich lauteten die Fragen, die das Sumpfe-Team im Verbund mit Studenten der Universität Hildesheim den Hamelnern in der Innenstadt stellten. Besser werden soll auch das Marketing: Wie werden die Leute auf Angebote der Sumpfe aufmerksam?

„Ausgebaut werden sollen auch partizipative Projekte“, sagt der Gastronomie-Leiter. Die Sumpfe solle als ein Ort ins öffentliche Bewusstsein rücken, an dem der Besucher selbst aktiv werden und damit etwas zum Angebot der Sumpfe beitragen kann.

Während der Umfrage notierten sich die Sumpfe-Mitarbeiter und Studenten auch Wünsche, die die Hamelner an die Sumpfblume haben. Konzerte von bestimmten Bands und Eltern-KindAngebote hätten dabei ganz oben auf der Liste gestanden, erzählt Thiemer.

Die Auswertung der Umfrage, die von der Uni Hildesheim vorgenommen wird, soll Ende Februar, Anfang März vorliegen und präsentiert werden. In den kommenden Wochen soll zudem eine Erhebung in verschiedenen Hamelner Schulen erfolgen. „Wir haben den Eindruck, dass es insbesondere bei den Kids in Bezug auf die Sumpfblume Barrieren gibt, die wir gerne aus dem Weg räumen möchten“, schildert Thiemer.

Unterdessen hat die Sumpfblume neue Merchandise-Artikel im Angebot. Postkarten zum Beispiel. „Früher war alles besser!“ ist auf ihnen zu lesen. Die Sumpfe hat Humor. Ist es doch ein Satz, den die Mitarbeiter häufig zu hören bekommen. „Aber mit dieser Einstellung wird es auch nicht besser“, erklärt Thiemer die Ironie des Postkarten-Spruches.



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