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Rathaus legt ersten Energiebericht für öffentliche Gebäude vor: Es ist noch viel zu tun

Die Stromfresser der Stadt

Hameln. Die Hamelner Stadtverwaltung hat sich vor vier Jahren dem Klimaschutz verpflichtet – und sie sieht nun Fortschritte bei der Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes. In einem „Energiebericht“ für die Jahre 2007 bis 2012, verfasst von den Mitarbeitern der Zentralen Gebäudewirtschaft, wird jetzt erstmals der Wärme-, Strom- und auch der Wasserverbrauch von 64 stadteigenen Gebäuden aufgelistet. „Der Report zeigt, dass wir mit unserem Klimaschutzkonzept auf dem richtigen Weg sind, macht aber auch klar, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen“, bilanziert Stadtbaurat Hermann Aden.

veröffentlicht am 27.03.2014 um 15:26 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 17:41 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Gestern wurden die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung informiert. Sie lernten, wo weiterhin vergleichsweise viel Strom verbraucht wird und somit wohl auch noch große Einsparmöglichkeiten bestehen. Die Top Ten bilden das Schulzentrum Nord mit einer Abweichung von 350 Prozent gegenüber den Vergleichswerten der Energieeinsparverordnung, die Südstadtschule (263 Prozent), das Rathaus (195), die Feuerwache (195), das Kommunikationszentrum Regenbogen (150), das Jugendgästehaus Finkenborn (130), die Rattenfängerhalle (93), das Viktoria-Luise-Gymnasium (93), die Volkshochschule/Musikschule (90) und die Kindertagesstätte Rohrsen (80). Die Liste beim Verbrauch von Heizenergie führt das ehemalige Hausmeisterhaus der Klütschule (Abweichung 201 Prozent) an, es folgen der Finkenborn (169), die Kita Altstadtmäuse (155), die Feuerwehrhäuser in Welliehausen (147) und Klein Berkel (133), die Kita Rohrsen (117), der Betriebshof (116), die Grundschulen Sünteltal (115) und Hastenbeck (107) sowie die Sporthalle Tündern (106). Das Schulzentrum Nord rangiert hier auf Platz 11, obwohl von 2009 bis 2011 viele Fenster des Einstein-Gymnasiums und einige der Sertürner-Realschule ausgetauscht und das Dach der Realschule saniert wurden. Der Heizenergieverbrauch in dem Schulzentrum sei daraufhin zwar um ein Drittel zurückgegangen, er liege aber mit 63 Prozent noch deutlich über den für Schulen geltenden Vorgaben, heißt es in dem Report: „Hier ist im Zuge der Umgestaltung des Schulzentrums auch eine energetische Konzeption durch das Energiemanagement zu entwickeln.“ Das Schiller-Gymnasium unterschreitet nach umfangreichen Sanierungen den Vergleichswert fürs Heizen um rund 10 Prozent. Der Verbrauch sei zwischen 2008 und 2012 um 42 Prozent gesunken.

Insgesamt ist der Einsatz von Heizenergie in den städtischen Gebäuden zwischen 2007 und 2012 um 7 Prozent gesunken, obwohl sich die Grundfläche der Schulen durch den Anbau von Mensen vergrößert hat. 2012 benötigten die städtischen Gebäude 28 000 Megawattstunden an Heizenergie. „Die Energieeinsparung ist dabei nicht auf das Wetter zurückzuführen“, betont Aden. Diese Einflüsse seien herausgerechnet worden, um den Vergleich zu ermöglichen. Der Stromverbrauch stieg um 2 Prozent auf fast 13 000 Megawattstunden – dies sei mit neuen Räumen für Mensen und Krippen zu begründen, auch mit der verstärkten Nutzung elektronischer Schultafeln oder Beamer. Durch Installation energiesparender LED-Beleuchtung werde gegengesteuert, aber es sei hier „eine vertiefende Analyse erforderlich“. Der Wasserverbrauch in den Gebäuden ist laut Report um 15 Prozent zurückgegangen – warum sei unbekannt.

Die Stadt will den Energieverbrauch nachhaltig senken – „darum wird sich der neue Energiemanager kümmern“, kündigt der Stadtbaurat an. Es soll dann geschaut werden, „ob wir ein Gebäude auch aus anderen Gründen ohnehin modernisieren müssen, weil sich dann für uns Synergieeffekte ergeben“. Sanierungen seien kein Selbstzweck, sagt Aden: „Es muss sich für uns schon rechnen.“ Ratsherr Hans Wilhelm Güsgen (FDP) verwies in der Ausschusssitzung auf das Schulzentrum Nord, in das auch bei einem Verzicht auf die umstrittene Erweiterung viel Geld fließen müsse. Rainer Sagawe (Grüne) und Lars Reineke (Piraten) appellierten, den Energiemanager auf jeden Fall einzustellen – auch, wenn die Stadt dafür nicht die erhofften Fördergelder erhalten sollte.

Im Schulzen-

trum Nord mit Albert-Einstein-Gymnasium und Sertürner-Realschule

wird viel mehr Strom verbraucht als es die Energieeinsparverordnung vorsieht. Auch in der Südstadtschule, dem Rathaus, der Feuerwache und im Kommuni-

kationszentrum Regenbogen rattern die Stromzähler schneller als üblich. Wal

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