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Kneipenname und Glasmalerei zeugen noch von Geschichte der Stubenstraße

Die Straße der Halbfreien

HAMELN. So wie in alten Gemäuern Geschichten stecken, so sind auch in Straßennamen Erzählungen verborgen. In der Reihe „Straßen-Geschichten – woher kommen Straßennamen?“ spürt die Dewezet-Redaktion diesen Geschichten in einer losen Reihe nach. Heute geht es um die Stubenstraße.

veröffentlicht am 17.05.2019 um 17:57 Uhr
aktualisiert am 17.05.2019 um 20:40 Uhr

Blick auf die sogenannten Fischerhäuser der Stubenstraße im Jahr 1972, kurz nachdem durch den Abriss der Häuser der gegenüberliegenden Straßenseite für das geplante Hertie-Kaufhaus ein großer Platz frei wurde. Foto: Archiv/Dewezet
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Manche Straßen sind neu dazugekommen, andere sind für immer vom Stadtplan verschwunden. Wieder andere haben sich so stark verändert, dass sie heute kaum noch wiederzuerkennen sind. Zu Letzteren zählt sicherlich die Stubenstraße. Denn spätestens durch den Bau der „Stadtgalerie“, dem ECE-Center, ist die Stubenstraße gewissermaßen zerfetzt – zumindest aber zweigeteilt worden.

Die Stubenstraße schlängelt sich von der Thietorstraße bis eben zu einem Seiteneingang der Stadtgalerie, vorher zweigt von ihr noch die Straße Am Gericht ab. Vor dem Bau des ECE-Centers gab es jedoch schon einmal einen großen Einschnitt, und zwar als Anfang der 1970er Jahre die ganze Häuserreihe auf der gegenüberliegenden Srtraßenseite der sogenannten Fischerhäuser abgerissen wurde, um Platz für das Kaufhaus Hertie zu machen, das 1978 dort eröffnete. In der Zwischenzeit diente der freigewordene Platz als Parkplatz. Später wurde Hertie zum Kaufhaus „real“ umgestaltet, und das wurde im Jahr 2006 durch den Bau der „Stadtgalerie“ ersetzt. In diesem Zuge mussten dann auch die verbliebenen Fischerhäuser weichen.

Auf der anderen Seite des heutigen Einkaufscenters geht die Stubenstraße indes aber bis heute weiter, zumindest noch ein Stück weit, und zwar bis zur Fischpfortenstraße – und führt damit auf gewisse Art und Weise auch zum Ursprung ihres Namens. Denn an der Ecke Stubenstraße/Fischpfortenstraße befindet sich die Kneipe „Zur Badewanne“. Ihr Name erinnert – wie der Name der Stubenstraße – an die Badestuben, die sich im Mittelalter unter anderem dort befunden haben.

4 Bilder

Der Name der teilweise stark gekrümmten Stuben-, früher Stobenstraße sei in früherer Zeit urkundlich zwar nicht bezeugt gewesen, wie der Hamelner Stadthistoriker Heinrich Spanuth (1873-1958) in seiner Stadtgeschichte schreibt, und zwar, mutmaßt er, „weil ihre Anwohner als halbfreie Bürger minderen Rechtes wenig Gelegenheit zur Beurkundung von Rechtsvorgängen hatten“. Fest stehe aber: „Der Name bezeugt, daß sich hier die in alte Zeit zurückgehenden Badstuben befanden – öffentliche Anstalten, die im Mittelalter nicht nur um ihres nächsten Zweckes willen, sondern auch als Mittelpunkte geselligen Verkehrs eine Rolle spielten.“

In einem der Fenster der „Badewanne“ sind Badeszenen abgebildet, die daran erinnern. Die Fenster können wohl bald als „historisch“ bezeichnet werden, wurden sie doch bereits 1958 von der Dortmunder Ritter-Brauerei gestiftet, wie Wirtin Annamaria Engelhardt-Gray, genannt „Anne“, auf Anfrage der Dewzet erzählt.



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