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Hamelner Fahrrad-Beirat strampelt seit 30 Jahren für ein radlerfreundliches Hameln

Die Speichen der Zeit erkannt

Hameln. Stellen Sie sich eine Hamelner Schule in der Kernstadt ohne geeignete Radwegeanbindung vor. Oder eine frisch fertiggestellte Weserbrücke ohne angegliederten Radweg. Heute, im Zeitalter des – so der Anspruch – „fahrradfreundlichen Hamelns“, kaum vorstellbar. Vor 30 Jahren war das für Radfahrer in Hameln bittere Realität. Damals stand der Radler in der „zweiten Reihe“. Das änderte sich mit einem wachsenden Umweltbewusstsein – und auch mit der Gründung des Hamelner Fahrradbeirates. Seit nun genau drei Jahrzenten will dieses Gremium Stimme der Hamelner Fahrradfahrer sein. 1984 hatte der Vorsitzende des damaligen „Grünausschusses“ der Stadt, Gerhard Paschwitz, quasi die „Speichen der Zeit“ erkannt. „Das Thema Fahrrad hatte damals keine Lobby“, sagt Paschwitz. Zur Gründungszeit des Hamelner Fahrradbeirates hieß es deshalb „Klinken putzen“. „Das gesamte Stadtgebiet war Problembereich“, erinnert sich der Gründer des Hamelner Fahrradbeirates. Viele Jahre musste Überzeugungsarbeit geleistet werden, um eine gewachsene Bausubstanz fahrradfreundlicher gestalten zu wollen.

veröffentlicht am 11.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

von Birgit Sterner
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Auf der Agenda der ersten Bereisung im Sommer 1984 standen ein einstündiger Rundkurs vom Rathausplatz über die Gartenstraße, Löhner Bahn, Fahrradweg Fischbecker Landstraße, Torbay-Ufer und die beiden Brücken. Zur zweiten Fahrradtour radelte das Gremium durch Hamelns Südstadt von der Hafenstraße über den kombinierten Rad- und Fußweg am Wittekindbad entlang. Das Resümee damals: Die Südstadt sei kein Radlerparadies. Die Gruppe passierte von Autos blockierte Radwege an der Ohsener Straße und diskutierte anschließend über katastrophale Zustände am Bahnhofsvorplatz.

Was damals begonnen wurde, hat sich – nach Einschätzung der Radaktiven – als effektiv erwiesen und läuft im Grunde noch immer in derselben Form ab. Das Fahrradgremium macht sich zwei- bis dreimal im Jahr auf den Weg, um vor Ort eine Bestandsaufnahme zuvor festgelegter „Juckepunkte“ abzuradeln und anschließend sinnvolle Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Ein kluger Schachzug war es, von Anfang an Vertreter aus Rat und Verwaltung mit ins Boot zu holen. „Zu den sieben Gründungsmitgliedern des Hamelner Fahrradbeirates gehören Helmut Reinecke senior, damaliger Vorsitzender des Finanzausschusses (CDU), Gerhard Jugel, damals Vorsitzender des Bauausschusses (SPD), der damalige Hamelner Bürgermeister Ingo Albrecht (FDP), Heidrun Winkler, Hermann von Mengersen (CDU), Dewezet-Redakteur Richard Peter und Gerd Paschwitz“, erinnert sich der Sprecher des Hamelner Fahrradbeirates. Dewezet-Redakteur Peter war zusammen mit Paschwitz viele Jahre Sprecher der Fahrradinitiative. Sie erarbeiteten die jährlichen Touren der Gruppe. Später übernahm Hartmut Deppmeyer, damals Koordinator in Sachen Radverkehr im Rathaus, den Part des zweiten Sprechers. In dessen Fußstapfen trat im Jahre 2008 Ralf Wilde.

Mit von der Partie im Gründungsjahr des Gremiums waren Vertreter von Polizei, Fahrschulen und Schulverkehrserzieher. Im Laufe der Jahre sind viele Gruppierungen dazugekommen wie etwa der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) oder der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Einige nennenswerte Höhepunkte in drei Jahrzehnten Fahrradbeirat: 1987 fordert der Beirat einen Radweg auf der Kaiserstraße. 1991 ist ein Radwegebau Helpensen-Halvestorf und Hameln-Haverbeck geplant. „Wir sind eine Macht“ zitierte damals die Dewezet Gerd Paschwitz.

Alle zehn Jahre – zuletzt 2013 – nimmt der Beirat zu Fuß die Abstellplätze in der Innenstadt unter die Lupe. 2009 erklärte Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann das Thema Radverkehr zur Chefsache. 2010 wurde der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt von 1994 unter dem Leitmotiv „Fahrradfreundliches Hameln“ fortgeschrieben. Mit dem Erarbeiten eines Handlungskonzeptes der Planungsgemeinschaft verkehr (PGV) gibt es nun eine schlüssige Grundlage zur Umsetzung des Radverkehrs. „Jüngstes Kind“ ist die neue Fahrradabstellanlage für Pendler direkt im Bahnhofsgebäude, die im Herbst 2013 gebaut wurde. Zu Zeiten der Gründung des Hamelner Fahrradbeirates 1984 undenkbar.

Derzeit plant der Beirat eine Jubiläums-Radtour im Frühjahr – „landschaftliche Leckerbissen“ inklusive.

Der Hamelner Fahrrand-Beirat: zum ersten Mal unterwegs im Jahr 1984 (o.). Archiv



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