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Dehoga-Ehrenvorsitzender fordert Zugang zur Rampe am Museumscafé / Stadt: Nicht möglich

„Die Schildbürger würden vor Neid erblassen“

Vorerst nicht zu gebrauchen: die Rampe an der Rückseite des wiederöffneten Museumscafés. Grund sind die laufenden Umbauarbeiten am Museum.

veröffentlicht am 07.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 23:21 Uhr

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Foto: Dana

Hameln (CK). Eine Rampe als Zugang für Mütter mit Kinderwagen, vor allem aber für Menschen mit Gehbehinderung – das war eine der Auflagen, die die Stadt Hameln dem neuen Pächter des Museumscafés gemacht hatte. Nun – die Rampe ist da und führt seit der Eröffnung von der Rückseite ins Gebäude. Nur: Benutzt werden kann sie erst irgendwann im nächsten Jahr. Grund dafür sind die umfangreichen Umbauarbeiten am benachbarten Museum.

Einer, der sich darüber besonders ärgert, dass der geforderte barrierefreie Zugang für mindestens ein Jahr noch nicht befahrbar ist, ist Ernst-Wilhelm Holländer. Der Ehrenvorsitzende des heimischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga – er gehört selbst auch dem Museumsverein an – hält diesen Zustand für „unhaltbar und auch nicht nachzuvollziehen“. „Es müsste möglich sein, aus Richtung Posthof einen – wenn auch nicht sehr breiten – Zugang zu der Rampe zu schaffen“, meint er. Er jedenfalls könne keinen Hinderungsgrund erkennen, dies nicht so zu gestalten.

Durchgang wurde im Vorfeld geprüft

Sollte das, wie Holländer fast befürchtet, allerdings nicht möglich sein, sei die Situation als Schildbürgerstreich zu betrachten, sagt er. „Die alten Schildbürger würden vor Neid erblassen ob dieses alles übertreffenden Streiches in der schönen Stadt Hameln!“ Er fordert die Verwaltung auf, schnellstens eine Zuwegung zu ermöglichen und will auch den Einfluss des Museumsvereins geltend machen, um das zu realisieren. Und wünscht nach der Modernisierung des Museums ein „runderneuertes schönes Haus“ mit vielen Besuchern.

„Es tut uns leid, aber da können wir nichts machen“, sagt Thomas Wahmes, auf die Nutzung der Rampe angesprochen. Der Pressesprecher der Stadt Hameln meint, andernfalls müssten nämlich die Bauarbeiten gänzlich eingestellt werden. „Der Museumsumbau ist eine Großbaustelle, auf der Millionen bewegt werden. Da gibt es logistische Probleme aller Art“, gibt er zu bedenken. Die ohnehin relativ geringe Fläche zwischen Osterstraße und Posthof sei nötig, um die Anlieferung von Baumaterial ebenso zu gewährleisten wie den Abtransport dessen, was im Inneren des Museums abgebrochen werde.

„Von der Osterstraße aus geht das nicht. Vom Posthof her ist das also der einzige Weg für die vielen Baufahrzeuge, die hier transportieren auch rangieren müssen“, so Wahmes. Die Stadt habe zwar im Vorfeld alles geprüft, sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass der Durchgang für die Dauer der Bauarbeiten dichtgemacht werden müsse – „auch wenn uns das nicht leichtgefallen ist.“

Würde man, wie von Holländer gefordert, einen Zugang zur Rampe hin öffnen, wäre aber nicht nur der laufende Baustellenablauf stark beeinträchtigt. Auch das Risiko gerade für Gehbehinderte wäre nach Wahmes’ Ansicht nicht zu vertreten, sondern „viel zu groß“. Und das, so glaubt er, könne keiner auf sich nehmen.

„Insofern bitten wir um Verständnis für die vorübergehende Sperrung.“ Und im Übrigen, gibt Wahmes zu bedenken, habe es in den letzten 30 Jahren – nämlich seit der Eröffnung bis zur jetzt erfolgten Renovierung und Neuverpachtung – ja auch keine Rampe gegeben, die ins Innere des Cafés führte. „Bei etwas gutem Willen von allen Seiten und entsprechender Hilfestellung müsste es auch Gehbehinderten möglich sein, das Museumscafé zu besuchen“, schlägt der Pressesprecher vor. Obwohl er offen einräumt: „Optimal ist das natürlich nicht.“ – Gabriele Güse – ihre Familie ist der neue Pächter, sie selbst Dehoga-Vorsitzende – möchte sich zu der ganzen Problematik nicht äußern.



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