weather-image
13°

Überarbeitete Inszenierung bei Premiere stürmisch gefeiert

Die Rückkehr der „Päpstin“

Hameln. Viele haben es gar nicht bemerkt, weil sie entweder zum ersten Mal die „Päpstin“ erlebten oder es ihnen schlicht nicht aufgefallen ist. Andere haben es sehr wohl registriert: Es gibt viele neue Facetten in dem Erfolgsmusical aus Fulda. Beim Fazit aber sind sich wohl alle einig: eine packende, atmosphärisch dichte Inszenierung voller großer Momente und Emotionen, erstklassige Schauspieler, starke Stimmen. Und immer wieder: Gänsehaut pur. Bei der „Päpstin“-Premiere am Donnerstagabend geizte das Publikum im ausverkauften Hamelner Theater nicht mit spontanem Applaus und Jubelrufen. Am Ende gab’s stehende Ovationen für ein Ensemble, das sich die Seele aus dem Leib gesungen und getanzt hat.

veröffentlicht am 07.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:21 Uhr

270_008_6581219_hm305_0709.jpg

Autor:

Karin Rohr
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Neue Gesichter sind dabei: Anke Fiedler ersetzt Mara Dorn als Johannas Mutter und als Kurtisane Marioza, wird in einigen Vorstellungen auch die Titelrolle singen. Und Bruno Grassini hat Kristian Vetter als Johannas Vater abgelöst. Beiden fehlte es bei der Premiere allerdings noch ein wenig an Farbkraft. Stimmlich stark und ungemein intensiv im Spiel dagegen Sabrina Weckerlin als Päpstin und Mathias Edenborn als Gerold. Sie profitieren von der Verdichtung ihrer Liebesgeschichte, an der Dramaturg Christoph Jilo noch gefeilt hat: So gewinnt das Paar an emotionaler Kraft und beklemmender Tragik.

Die Massenszenen sind dynamischer geworden, allen voran die Sequenz auf dem Jahrmarkt, die – bunt und quirlig – pralles Leben atmet und die spätere Päpstin als unbeschwerte junge Frau in den Mittelpunkt rückt, frisch verliebt in ihren Gerold und voller Zukunftshoffnung. Ihre unbändige Lebenslust wird jäh getrübt, als ihr eine Hellseherin eine steile Karriere, aber auch düstere Stunden vorhersagt. Als Unheilsboten stets präsent: die großen schwarzen Vögel, die Johannas Weg von Jugend an begleiten.

„Ja, alles ist dichter, emotionaler und intensiver geworden“, findet Premierengast Anke Rettkowski, die als Musicalproduzentin von „Rats“ ein geschultes Auge besitzt und die Veränderungen in der Inszenierung wahrgenommen hat. Das Ende gefalle ihr besser, weil Claus Dam als Aeskulapius einen erzählerischen Schlusspunkt setze, der die Geschichte plausibel mache, selbst wenn man als Zuschauer das Buch nicht kennen würde. Hamelns „Rattenfänger“ Michael Boyer findet die kleinen Veränderungen dagegen unauffällig: „Im Grunde reden wir ja wir über dieselben Akteure.“ Während andere nach der Vorstellung noch lange darüber diskutieren, was anders oder besser ist, stellt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann winzige Unterschiede fest: Die Statuen und den Schluss listet sie auf und ist vor allem von der emotionalen Bandbreite des Stückes angetan: „Liebe, Schmerz, Zukunft, Entwicklung, Perspektiven – alles drin.“

4 Bilder

Joelle Keuneke erntet als kleine Johanna Beifallsstürme: Für sie ist die gravierendste Neuerung, „dass ich in der Klosterszene gefesselt werde“. Was die Anfeindungen, denen Johanna als Mädchen ausgesetzt ist, noch plastischer macht. Längst gibt die 11-Jährige aus Bad Pyrmont Interviews wie ein Profi und wirkt auch nach der dreistündigen Inszenierung topfit. „Päpstin“-Star Sabrina Weckerlin gibt dagegen unumwunden zu: „Es war unfassbar anstrengend.“ Das Ensemble hätte nach längerer Pause nur kurz proben können.

Geschadet hat das nicht. Und so ist Produzent Peter Scholz mit Recht stolz auf seine Truppe: „Das war eine Performance auf den Punkt“, lobt er und findet, dass die Inszenierung durch die Veränderungen noch runder, mitreißender und im Hinblick auf das Frauenbild – „bei dem sich ja global gesehen gar nicht so viel verändert hat“ – noch aktueller geworden ist.

Bildergalerie im Internet unter dewezet.de

Nach der Show: Sabrina Weckerlin gibt Autogramme – und der 11-jährigen Nele aus Hameln ein Interview.

Die „Päpstin“ ist nach Hameln zurückgekehrt: Eine überarbeitete, emotional noch dichtere Inszenierung erlebte das Premierenpublikum am Donnerstagabend im Theater. Bis zum 15. September stehen noch viele Vorstellungen auf dem Programm.Wal (5)

Anke Fiedler und Joelle Keuneke als Mutter und Tochter.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt