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Erweiterung auf Nachbargrundstück am Hohen Feld fraglich

Die nächste Schule klagt über Platznot

Die Schule am hohen Feld platzt aus allen Nähten. Wenn, wie geplant, ein neues Wohngebiet in der Nähe entsteht, kommen noch mehr Kinder. Die Schulleiterin schlägt deshalb vor, die Schule auf dem Grundstück der ehemaligen britischen „Primary School“ zu erweitern. Doch dafür hat die Bima einen Käufer in Aussicht.

veröffentlicht am 18.02.2018 um 12:56 Uhr

Die Grundschule Hohes Feld grenzt direkt an die Ex-Primary-School, würde auf dem Britengelände gerne erweitern. Foto: pk
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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HAMELN. Die nächste Hamelner Grundschule meldet erhöhten Platzbedarf an. Im Hohen Feld werden die Räume knapp. SPD-Fraktionschef Wilfried Binder spricht davon, dass die Grundschule Hohes Feld „aus allen Nähten platzt“. Schulleiterin Christiana Luttmann-Fähndrich sieht vor allem ein langfristiges Problem: Wenn in naher Zukunft wie geplant ein neues Wohngebiet auf dem ehemaligen Bailey-Park der britischen Armee entsteht, dann kommen auch mehr Kinder an die Grundschule. „Dafür brauchen wir mehr Platz.“

Die Lösung liegt aus Sicht von Luttmann-Fähndrich und Binder im wörtlichen Sinn: ganz nah. Am Bertholdsweg 1 steht seit Jahren die ehemalige britische „Primary School“ leer. Das Gebäude ist zwar nicht ohne Weiteres nutzbar, müsste aufgrund von Schadstoffbelastungen wohl abgerissen werden. Doch auf dem Grundstück zwischen Edeka-Markt und Sporthalle Hohes Feld biete es sich an, die Grundschule zu erweitern, erläutern Schulleitung wie SPD.

Noch sei die Grundschule Hohes Feld keine Ganztagsschule. Sollte dies der Fall sein, wären zusätzliche Räume notwendig, erklärt Christiana Luttmann-Fähndrich. Ein Teil der bislang schon stattfindenden Nachmittagsbetreuung müsse im benachbarten ehemaligen Briten-Kindergarten stattfinden – ein Gebäude, das auch nur im Erdgeschoss nutzbar sein. Das Obergeschoss ist aus baulichen Gründen gesperrt. Dazu gäbe es, wie an anderen Grundschulen auch, auf Sicht weiteren Raumbedarf, etwa für die Sprachförderung. Zwar schränkt die Schulleiterin ein, dass die Stadt erst zum letzten Schuljahr die Schulbezirke umstrukturiert habe, unter anderem, damit die Grundschule Hohes Feld weniger Schüler zugewiesen bekommt, wie Luttmann-Fähndrich sagt. Aber sie deutet an, dass mit der geplanten Wohnbebauung am Bailey-Park „gleichzeitig neue Kinder kommen“ werden.

Für SPD-Fraktionschef Binder bietet sich die „räumliche Nähe zu Schule und Kita“ an, um auf dem Gelände der Ex-Britenschule den Bildungsbereich perspektivisch zu erweitern. Seine Fraktion hat den Antrag gestellt, Möglichkeiten für ein sogenanntes Bildungshaus am Bertholdsweg ins Auge zu fassen.

Das Problem an der Sache: Wie berichtet, ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Eigentümerin von Grundstück und Gebäude. Sie hatte – auch weil es dazu einen Beschluss des Hamelner Stadtrats aus dem Jahr 2015 gab – die Immobilie gegen Höchstgebot angeboten. Ziel: Ein Lebensmitteldiscounter sollte sich an dieser Stelle ansiedeln. Seit Freitagnacht ist die Angebotsfrist für Investoren abgelaufen. Nach Ablauf der Frist liegt der Bima „eine Vielzahl von Angeboten“ vor, wie Bima-Sprecher Thorsten Grützner auf Anfrage der Dewezet mitteilt.

Es ist daher fraglich, ob die SPD mit ihrem Antrag noch Erfolg haben wird. Denn die Stadt, die zunächst auf ihr sogenanntes Erstzugriffsrecht verzichtet hatte, solle nur dann bei der Bima Bedarf für den Bau eines etwaigen Bildungshauses anmelden, wenn die Bundesanstalt keinen Käufer für das Gelände findet.

Doch danach sieht es seit Ende letzter Woche nicht aus: Der Bima liegen konkrete Kaufinteressen vor. Nach Grützners Angaben kommen sämtlichen Interessenten aus dem Bereich Lebensmittelhandel/Discounter.

Freitagnachmittag hieß es bei der Bima, dass eine endgültige Entscheidung darüber, welcher Bieter letztlich den Zuschlag erhält, nicht vor diesem Mittwoch feststehen werde.

Es kann also sein, dass sich das Thema für die Ratssitzung, die am Mittwochabend um 18 Uhr beginnt, ganz von selbst erledigt haben könnte. Gibt die Bima einem potenziellen Investor aus dem Lebensmittelbereich den Zuschlag, hätte sich eine mögliche Schulerweiterung auf dem Gelände der Ex-Primary-School erledigt. Für neue politische Pläne wäre es dann wohl zu spät.



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