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Hamelner Heilemann-Brüder investieren nach ihrem Daily-Deal-Coup in neue Unternehmen

Die Millionen-Männer

Hameln/Berlin. Sie sind als Jungunternehmer endgültig in der Prominenz angekommen, die Hamelner Brüder Fabian und Ferry Heilemann. Sie werden nach dem Verkauf ihres Unternehmens Daily Deal GmbH an den US-Riesen Google als jüngste Selfmade-Millionäre Deutschlands gefeiert. Die Übernahme durch die Amerikaner soll ihnen und den übrigen damaligen Gesellschaftern nach sicheren Informationen 114 Millionen Dollar gebracht haben. Die Frankfurter Allgemeine schreibt über sie, im Magazin der Süddeutschen Zeitung wurden ihnen sechs Seiten gewidmet, im Internet finden sich jede Menge Meldungen über sie, und jüngst waren sie zu Gast in der Talkshow bei Markus Lanz. Dort kamen sie aber nur kurz zu Wort, weil Lanz dem neuen FDP-Vorsitzenden Christian Lindner zu viele sich wiederholende alberne Fragen stellte.

veröffentlicht am 18.12.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Mittlerweile sind die Heilemänner wieder Herr im eigenen Haus (wir berichteten), weil Google gemerkt hatte, dass sich das Couponing nicht so leicht automatisieren ließ wie die Google-Suche, Google Adwords oder You Tube. Fabian und Ferry Heilemann kauften ihr Unternehmen wieder zurück. Über die von ihnen zu zahlende Summe ist bislang nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Doch muss ihnen von dem Erlös aus dem Verkauf an Google so viel geblieben sein, dass die beiden sich mittlerweile mit dem Unternehmen Heilemann Ventures als Investoren auf dem Markt der Startups bewegen und sich nach Aussage von Ferry Heilemann mit Summen zwischen 50 000 und 200 000 Euro mit Minderheitsbeteiligungen an zwölf verschiedenen Unternehmen beteiligt haben. Zu 100 Prozent im Eigentum der beiden ist das von ihnen in diesem Jahr gegründete Unternehmen Heilemann & Company, das als sogenannte Fullservice-Agentur Unternehmen klassischer Industrien bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells unterstützt, sich um Personalbeschaffung für andere Digital-Unternehmen kümmert, Verkaufsstrategien plant und Verkaufstrainings durchführt, das sich im Online-Marketing tummelt und dazu Grafiken und Texte entwickelt oder auch ganze Websites anbietet.

Neuestes Mitglied der zu 100 Prozent den Heilemanns gehörenden Unternehmen, die von der im Februar 2013 gegründeten Holding Sky & Sand GmbH in Berlin verwaltet und beispielsweise bei der Buchhaltung und im Personalwesen operativ unterstützt werden, ist die vor kurzem ins Leben gerufene Startup-GmbH Localize, ein vom Giganten Google zertifizierter Suchmaschinenmarketing-Anbieter und Premiumpartner. Ferry Heilemann erklärt zum Aufgabenbereich von Localize: „Wir kreieren und managen Suchmaschinenmarketing-Kampagnen für kleine und mittelständische Unternehmen auf der Google-Plattform Adwords. Lokalen Unternehmen fehlen hierfür häufig die eigene Expertise und die erforderliche Zeit, sich einzuarbeiten.“ Das zwölfköpfige Localize-Team will ihnen helfen, so neue Kunden zu akquirieren. Localize gehört zu 15 von Google akzeptierten Premiumpartnern im Sektor der kleinen und mittelständischen Firmen.

Neu eingestiegen sind die Heilemann-Brüder erst vor wenigen Wochen mit 60 Prozent bei dem Startup Pepperbill GmbH, das Kassensysteme für die Gastronomie anbietet und Büros in Erfurt und Berlin hat. Mit einer kostenlosen App, den kleinen, aber häufig sehr leistungsfähigen Softwarepaketen, die auf iPhones und anderen Apple-Produkten genutzt werden können, will Pepperbill das Bestell- und Bezahlsystem in Gaststätten, Restaurants oder Bars effektiver gestalten. „Man muss sich das so vorstellen“, erklärt Ferry Heilemann, „am Tisch wird die Bestellung in einen iPod touch eingegeben und ohne Lauferei an die Bar oder die Küche übermittelt. Das spart Zeit, erhöht die Effizienz der Mitarbeiter und sorgt für besseren Service.“ Über ein Dashboard, die Schaltzentrale des Kassensystems, könne der Betreiber seine Geschäftsentwicklung außerdem online in Echtzeit auswerten, was besonders gut laufe. Die Anschaffung dieses Kassensystems koste nur den Bruchteil einer klassischen Version. Pepperbill habe damit das Potenzial, Marktführer zu werden. Gezahlt wird nach Darstellung des jüngeren der beiden Heilemann-Brüder eine Nutzungsgebühr je nach Anzahl der angeschlossenen Endgeräte. Gastronomen könnten Endgeräte zudem flexibel hinzu- und wieder abbestellen. „Wer einen Biergarten betreibt und vier Monate im Jahr Hochbetrieb hat, während des Rests des Jahres aber anstelle von acht nur zwei Endgeräte von Pepperbill nutzt, zahlt dann entsprechend weniger.“

Für die Daily-Deal-Eigentümer ist es vermutlich eine aussichtsreiche Investition, denn schließlich haben sie über den Gutscheinhandel Kontakt zu mehr als 10 000 Gastronomen. Dass die Bäume bei Daily Deal, dem ersten großen Projekt der Heilemanns, auch nach dem Rückkauf nicht in den Himmel wachsen, zeigt die von mehr als 200 auf etwa 130 reduzierte Zahl der Mitarbeiter. Einige von denen, die gehen mussten, kamen bei den neuen Heilemann-Firmen unter. 2012 verkaufte Daily Deal nach eigenen Angaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz 1,93 Millionen Gutscheine mit einem Gesamtwert von 125,7 Millionen Euro.

Aktuelle Zahlen über Umsatz, Gewinn oder Verlust werden nicht genannt. Ein Blick in den Bundesanzeiger bringt allerdings für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 Verluste von 8,1 und 15,1 Millionen Euro zutage. Das soll so nicht bleiben: Ziel ist laut Ferry Heilemann die Profitabilität im kommenden Jahr.



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